08 Bietigheim-Bissingen und Göppingen trennen sich im Oberliga-Topspiel 1:1 Hitziges Duell endet ohne Sieger

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Im Oberliga-Verfolgerduell zwischen dem FSV 08 und dem 1. Göppinger SV ging es ordentlich zur Sache. Hier wird der Bissinger Yannick Toth gleich von zwei Seiten attackiert. Foto: Ralf Poller/Avanti

Der FSV 08 Bietigheim-Bissingen und der 1. Göppinger SV trennen sich im Oberliga-Topspiel 1:1. Eine Tätlichkeit der Gäste bleibt ungeahndet.

Einen wie Serge Gnabry hätten die Fußballer des FSV 08 Bietigheim-Bissingen am Samstag im Oberliga-Verfolgerduell gegen den 1. Göppinger SV gut gebrauchen können. Denn die Bruchwald-Elf hatte beim 1:1 zwar ein halbes Dutzend bester Chancen und gleich 13 Eckbälle, brachte aber letztlich nur ein Elfmetertor zustande. Ein Vollstrecker-Typ vom Schlage des Bayern-Stars fehlte im Team – und der gebürtige Stuttgarter Gnabry stand eben nur am Spielfeldrand und schaute an seinem freien Tag Cousin Janick Schramm zu, der für Göppingen kickt.

Der prominente Besucher bekam in Bissingen ein rassiges Verfolgerduell zu sehen. Vor allem die Göppinger gingen gallig zur Sache. Weil die Nullachter nach Kräften dagegenhielten, kam es auf dem Feld zu vielen Fouls, Nickeligkeiten und Unterbrechungen. Schiedsrichter Mathias Heilig aus Klettgau verteilte gleich elf Gelbe Karten. Zumindest einmal hätte es auch Rot sein müssen, als sich Gentian Lekaj gegen den am Boden liegenden Niklas Mahler eine Tätlichkeit erlaubte. Regelhüter Heilig hatte jedenfalls große Probleme, die erhitzten Gemüter auf und neben dem Sportplatz zu bändigen.

Alte Rivalität ohne böses Blut

Von einer giftigen Atmosphäre wollte Gianni Coveli allerdings nicht sprechen. „Es war intensiv und hoch emotional. Das Spiel Bissingen gegen Göppingen ist wie ein Derby, da gibt es seit Jahren eine alte Rivalität, aber nie böses Blut. Nach dem Abpfiff ist immer alles wieder gut“, sagte der GSV-Coach und frühere 08-Übungsleiter. Sein Bietigheim-Bissinger Pendant Markus Lang übte dagegen unverhohlen Kritik am Auftritt der Gäste: „So rustikal habe ich die Göppinger nicht erwartet. Ich habe gedacht, dass sie eine fußballerisch gute Mannschaft sind. Sich so viele Gelbe Karten abzuholen und sich dafür auch noch zu feiern – das hat mich schon etwas enttäuscht.“

Fußball wurde bisweilen auch gespielt – und das phasenweise sehr ansehnlich. Beide Teams hatten ihre Chancen, wobei der Tabellenzweite aus Bietigheim-Bissingen hier, genauso wie bei den Spielanteilen, leicht im Vorteil war. Zur Führung benötigten die Hausherren, die ohne den privat verhinderten Loris Hoffmann angetreten waren, einen Strafstoß: Marvin Leonhardt brachte Yannick Toth nahe der Sechzehnergrenze ungeschickt zu Fall. Der in die Startelf zurückgekehrte Konstantinos Markopoulos verwandelte den Elfmeter eiskalt zum 1:0 – sein sechstes Saisontor im fünften Einsatz (11.). 

Ausgerechnet Lekaj, der laut 08-Trainer Lang eigentlich gar nicht mehr auf dem Rasen hätte stehen dürfen, gelang kurz vor der Pause das 1:1. Die Bissinger waren weit aufgerückt, weshalb bei einem langen Pass des GSV die Absicherung fehlte. Markus Grevsnes Rekdal bediente Lekaj, und der Stürmer traf im Fallen flach ins Eck – obwohl er die Kugel gar nicht richtig erwischt hatte (44.). Göppingens Heißsporn hätte in der Nachspielzeit fast erneut zugeschlagen, doch diesmal rettete 08-Schlussmann Henning Bortel mit einem Reflex.

Der zweite Durchgang bot den 350 Zuschauern deutlich weniger Spektakel. Der FSV 08 agierte im Abschluss wie gehabt zu hektisch und inkonsequent, und auch die vielen Ecken und Freistöße verpufften. Dabei hatte Lang im Abschlusstraining gerade Standards noch mal üben lassen. Die Stauferstädter, die im Angriff nur noch sporadisch gefährlich waren, verteidigten mit Hängen und Würgen das Remis. „In der zweiten Halbzeit hatte ich den Eindruck, dass Göppingen platt war“, sagte Lang, der sich mit dem Punkt nur schwer anfreunden konnte: „Ich bin nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis, aber mit dem Engagement der Mannschaft auf alle Fälle.“

 
 
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