08 Bietigheim-Bissingen verliert Oberliga-Auftaktduell gegen Villingen Bittere Lektion in Sachen Effektivität

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Mauro Chiurazzi (links) versucht hier mit einer Grätsche Bietigheim-Bissingens Moritz Haile zu stoppen. Der Villinger Innenverteidiger erzielte in der 76. Minute das Tor zum 3:1-Endstand. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Der FSV 08 Bietigheim-Bissingen vergibt bei seiner Oberliga-Saisonpremiere zu viele Chancen und verliert gegen Villingen mit 1:3. Das erste Punktspiel bleibt für Trainer Markus Lang wie verhext.

Premieren sind wahrlich nicht die Spezialität von Markus Lang. Als Landesliga-Trainer der TSG Backnang verlor er einst sein erstes Punktspiel gegen Schluchtern glatt mit 0:5. Als U19-Coach der SG Sonnenhof Großaspach lief’s nur wenig besser, gab es ein 1:5 in Rutesheim. Und am Mittwochabend ging auch das Oberliga-Debüt im Dienst des FSV 08 Bietigheim-Bissingen daneben. 1:3 hieß es nach 94 packenden und hart umkämpften Minuten gegen den FC 08 Villingen.  „Das ist immerhin eine Steigerung“, kommentierte Lang seine dritte misslungene Premiere mit Galgenhumor.

Das Nachholspiel vom ersten Spieltag, das Stadionsprecher Daniel Hess als „Topspiel zwischen zwei Topteams“ angekündigt hatte, hätte freilich auch andersherum ausgehen können. „Ich denke nicht, dass wir die schlechtere Mannschaft waren. Man muss aber anerkennen, dass der Gegner in ein, zwei Momenten einfach cleverer war“, stellte Lang fest und haderte mit den vielen Möglichkeiten, die seine Elf vergeben hatte: „Wir ärgern uns, weil wir uns dadurch selbst geschlagen haben.“

Dem Widersacher aus dem Schwarzwald war der Kraftakt beim DFB-Pokal-Spiel drei Tage zuvor gegen Zweitligist Schalke 04 (1:4) nicht anzumerken. Im Gegenteil: Die Gäste, die zum erweiterten Favoritenkreis zählen, wirkten sogar eine Spur spritziger, griffiger und präsenter als der FSV 08. Vielleicht lag’s ja auch am frühen Weckruf von Marcel Yahyaijan. „Das Spiel hat begonnen. Passt mal auf!“, brüllte Villingens Coach aufs Feld, nachdem Loris Hoffmann nach einer kurz aufgeführten Ecke der Bietigheim-Bissinger mit einem Kullerschuss um ein Haar das 1:0 erzielt hatte – FC-Schlussmann Andrea Hoxha fischte den Ball gerade noch aus dem Eck.

Allerdings pennte kurz darauf auch die Abwehr der heimischen Nullachter: Bei einem Diagonalball hatte Marius Kunde seinen Gegenspieler Mokhtar Boulachab für einen Moment aus den Augen verloren, und der weit aufgerückte Villinger Rechtsverteidiger knallte die Kugel zum 0:1 unter die Latte (8.).  Die Bruchwald-Elf geriet kurz aus dem Tritt, aber dank eines verwandelten Handelfmeters nicht ins Stolpern – Torjäger Konstantinos Markopoulos ließ sich nicht zweimal bitten und traf zum 1:1 (23.).

Vielleicht wäre die Begegnung anders gelaufen, wenn der zur Pause eingewechselte Filimon Gerezgiher 70 Sekunden nach Wiederanpfiff nach einem gewonnenen Sprintduell zugeschlagen hätte, doch auch er scheiterte allein vor dem Villinger Kasten am perfekt reagierenden Hoxha. Durchschlagskräftiger zeigten sich die Südbadener aus der Doppelstadt Villingen-Schwenningen. Nach einem weiteren langen Ball traf ihr überragendes Offensiv-Ass Nedzad Plavci aus spitzem Winkel zum 1:2, wobei es freiich stark nach Abseits roch (55.). Auch die zweite Chance der Gäste in Hälfte zwei saß: Die Bissinger Abwehr brachte nach einer Ecke die Kugel nicht weg, und Mauro Chiurazzi schaufelt diese dann über Keeper Henning Bortel hinweg zum 1:3-Endstand ins Netz (76.).

„Man muss jetzt nicht alles schlecht reden. Wir wissen, dass wir nicht gut gespielt haben und vorne effektiver sein müssen. Dann werden auch wieder Ergebnisse kommen“, relativierte Lang den Fehlstart. Die nächste Chance, es besser zu machen, haben seine Schützlinge am Samstag (15.30 Uhr) beim SV Linx.

 
 
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