08 Bissingen schlägt Lörrach-Brombach mit 1:0 Denis Latifovic erlöst schwache Nullachter

Von
Feine Technik, gutes Auge: Mit diesem Schuss erzielte der eingewechselte Denis Latifovic gegen Lörrach-Brombach in der 48. Minute das 1:0 für 08 Bissingen. Zuvor hat der Ex-Freiberger den Gästekapitän Benedikt Nickel (rechts) mit einem Haken ins Leere laufen lassen. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Der Mittelfeldspieler schießt 130 Sekunden nach seiner Einwechslung das Bissinger 1:0-Siegtor gegen den FV Lörrach-Brombach. Die Garcia-Elf klettert auf Rang zwei.

Die Situation ist paradox: Am Samstag übernahm der FSV 08 Bissingen kurzzeitig die Tabellenführung in der Oberliga und steht nach fünf Spieltagen auf Platz zwei. Doch wie ein Topteam präsentierten sich die Bruchwald-Kicker bei ihrem 1:0-Heimsieg gegen den weiter punktlosen Aufsteiger FV Lörrach-Brombach keineswegs. Vielmehr war vor den 372 Zuschauern kein Leistungsunterschied zwischen den in der Spitzengruppe weilenden Bissingern und dem Schlusslicht aus Südbaden zu erkennen.

Entsprechend selbstkritisch fielen nach der schwachen Partie die Äußerungen aus dem 08-Lager aus. „Das einzig Positive heute war, dass wir gewonnen haben. Wir waren läuferisch jenseits von Gut und Böse. Mir hat die Bereitschaft gefehlt, sich zu quälen“, monierte Trainer Alfonso Garcia. „Vielleicht waren wir auch mit dem Kopf gar nicht da.“

Kunstschuss führt zum Siegtor

Der eingewechselte Denis Latifovic brauchte in der zweiten Hälfte nur 130 Sekunden, um das Tor des Tages zu erzielen – und sein bereits vierter Saisontreffer hatte es wieder einmal in sich: Nach einem weiten Pass von Nick Hellmann legte Konstantinos Markopoulos dem Ex-Freiberger den Ball per Kopf vor. Latifovic ließ Gästekapitän Benedikt Nickel mit einem flinken Haken ins Leere laufen und schickte die Kugel dann mit dem rechten Fuß ins rechte untere Toreck (48.).

Dieses 1:0 war allerdings einer der wenigen lichten Momente im Bissinger Offensivspiel. Die Bruchwald-Elf wirkte seltsam träge und vermied bei den sommerlichen Temperaturen allzu viel Laufarbeit, nach dem Motto: Gegen den Tabellenletzten wird es auch mit Halbgas gehen. Oliver Dense traf mit seinem Kommentar den Nagel auf den Kopf. „Die spielen den Ball hin und her wie die Uwe-Seeler-Gedächtnismannschaft“, stellte der Sportliche Leiter spöttisch fest.

Lörrach-Brombach leistete im Gegensatz zu den beiden Auswärtspleiten in Rielasingen (2:6) und Pforzheim (1:6) diesmal wesentlich mehr Widerstand. Die Gäste waren dem Führungstor sogar einen Tick näher als der Favorit, auch wenn ihre gefährlichste Szene eher zufällig zustande kam: Wissam Kassem schoss Vincent Kittel an, und von dessen Fußspitze flog der Ball an den Bissinger Innenpfosten (20.). Zuvor hatte Stoßstürmer Pascal Hemmerich auf der Gegenseite aus drei Metern den Ball verstolpert (12.), und eine Direktabnahme von Anil Sarak nach einer Ecke landete am Außennetz (23.). Das waren auch schon die Höhepunkte einer zähen ersten Hälfte.

Garcia, der sich nach seiner Roten Karte aus dem Derby gegen Freiberg an der Mittellinie aufhielt und seinen Assistenten Fabrizio D’Amario und Oronzo Vitale das Coaching überließ, machte sich im „Exil“ fleißig Notizen – und dann in einer lauten Kabinenansprache deutlich, was er von der Leistung seines Teams hielt, nämlich nichts.

Drei Wechsel zur zweiten Hälfte

Zur Pause nahmen die Nullachter in allen drei Mannschaftsteilen einen Wechsel vor. Niklas Mahler, Pero Mamic und Hemmerich mussten raus, Hellmann, Latifovic und Kapitän Marius Kunde kamen. „Du kannst ja nicht zehn Spieler tauschen. Ich hätte würfeln können, wen ich vom Platz holen soll“, sagte Garcia, der nur Schlussmann Henning Bortel von seiner Kritik ausnahm.

Viel besser wurde die Bissinger Darbietung durch die Personalrochaden aber nicht. Abgesehen von Latifovics Kunstschuss war nur noch eine wirklich hochkarätige Chance zu notieren: Nach einem langen Pass war die Abseitsfalle von Lörrach-Brombach ausgehebelt, Markopoulos eilte allein aufs FV-Gehäuse zu, scheiterte aber an Keeper Dominik Lüchinger, der per Fußabwehr klärte (75.). Letztlich mussten die Hausherren bis zum Abpfiff um den Dreier bangen. Ihr Glück war, dass sich der Neuling im Angriff ziemlich unbeholfen anstellte.

Am Mittwoch (19 Uhr) werden sich die Bissinger bei den Stuttgarter Kickers erheblich steigern müssen, wollen sie kein blaues Wunder erleben. „Ich bin davon überzeugt, dass wir da nicht so eine schwache Leistung bringen werden. So gut kenne ich meine Mannschaft“, sagte Garcia.

 
 
- Anzeige -