15. Schleppertreff in Hohenhaslach Knatternde Oldies stehen im Mittelpunkt

Von Michaela Glemser
Zum 15. Mal organisierten die Schlepperfreunde das Treffen. Rund 20 Stammhelfer fangen am Montag vor dem Festwochenende mit dem Aufbau an und sind eine Woche lang bis zum Abbau im Einsatz. Foto: /Werner Kuhnle

Besucher bewundern 150 bis 200 historische Schlepper und betagte Landmaschinen.

Stolz blickte Werner Danner aus Tamm auf seinen schmucken Köpfli-Traktor mit dem Baujahr 1953, von denen insgesamt nur 40 Trecker gebaut wurden. „Joseph Köpfli war ein Bergbauernsohn aus der Schweiz und gelernter Fahrrad- sowie Automechaniker. Er hat diese Traktoren mit ihrem ungewöhnlichen Radeinschlag an der Vorderachse entwickelt. Mit 65 PS ist dieser Köpfli-Traktor das größte Modell, das gebaut wurde“, erklärte der 83-jährige, leidenschaftliche Sammler von historischen Treckermodellen, die Danner jetzt nach der langen Pandemiepause auch endlich wieder auf unterschiedlichen Treffen in der Umgebung zur Schau stellen kann.

Vom Vater die Leidenschaft

übernommen

„Beim Schleppertreffen in Hohenhaslach wird immer das größte Angebot gezeigt. Heute sind 150 bis 200 Traktoren zu sehen, wobei in den vergangenen Jahren immer mehr neuere Modelle präsentiert werden. Die wirklich historischen, restaurierten Modelle sind eher zur Rarität geworden“, schilderte Danner, der gemeinsam mit seinem Sohn Alexander noch einen weiteren Traktor auf das 15. Schleppertreffen der Schlepperfreunde Hohenhaslach mitgebracht hatte. „Bei diesem Hanomag R 460 S mit einer Zugkraft von 40 Tonnen, der früher vor allem als Schausteller-Zugmaschine zum Einsatz kam, wiegt ein Hinterrad stolze 380 Kilogramm“, erläuterte Alexander Danner, der von seinem Vater die Leidenschaft für historische Trecker, aber auch alte Landmaschinen und Motorräder übernommen hat. Vielen jungen Menschen bleibt aber heute für so ein zeitintensives Hobby kaum noch Zeit. Das weiß auch Dieter Mollenkopf, der Erste Vorsitzende der Hohenhaslacher Schlepperfreunde. „Früher bist du nach der Arbeit in die Garage gegangen und hast am Traktor herumgeschraubt. Dafür ist heute immer weniger Zeit. Dies merken wir auch in unserem Verein. Unsere rund 20 Stammhelfer fangen am Montag vor dem Festwochenende mit dem Aufbau an und sind eine Woche lang bis zum Abbau im Einsatz. Das ist toll“, lobte Mollenkopf, der sich vor allem am Samstagabend über einen so großen Besucheransturm freuen konnte, dass sogar in der Bar die Getränke ausgingen.

Nicht nur Schlepper, auch andere Landmaschinen

Mollenkopf zeigte auf dem Festgelände unter anderem seinen modernen Schlüter-Traktor mit stolzen 160 PS, der speziell für den Ackerbau hergestellt wurde. „Wir wollen den Besuchern aber nicht nur Traktoren vorführen, sondern auch Mähdrescher, Traubenvollernter oder eine historische Transmission. Kinder können zusehen, wie Apfelsaft mit Obstmühle, Presse und alter Wasserpumpe hergestellt wird. Auch alte und neue Motorsägen können in Aktion bestaunt werden“, erzählte Mollenkopf, der immer wieder den zahlreichen Besuchern die verschiedenen Landmaschinen mit seinem Vorstandskollegen Marcus Weiberle und Sigurd Eder näherbrachte. Bei Eders Sohn Thomas wurde es besonders laut, denn er zersägte mit einer alten Motorsäge aus dem Jahr 1960 einen dicken Baumstamm, dass die Holzspähne nach allen Seiten flogen. „Ich bin Landmaschinenmechaniker von Beruf und habe so meine Leidenschaft für Motorsägen entdeckt. Inzwischen habe ich eine Sammlung mit einer Anzahl an Sägen im dreistelligen Bereich. Dieses Modell hier ist ein besonders schweres Gerät im Vergleich zu den heutigen Motorsägen“, machte Eder deutlich.

Auch für das leibliche Wohl ihrer Gäste hatten die rund 90 Mitglieder der Schlepperfreunde Hohenhaslach von Kuchenleckereien bis zum Grillspezialitäten bestens gesorgt. Zudem gab es diverse Verkaufsstände, an denen die kleinen Besucher auch ein Treckermodell für zuhause erstehen konnten, denn früh übt sich, wer ein begeisterter Traktorenfreund werden will.  

Michaela Glemser

 
 
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