175. Geburtstag von Louis Leitz Eine Stele zu Ehren des berühmten Ingersheimers

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Bei der Enthüllung der Louis-Leitz-Gedenkstele und der Scheckübergabe waren dabei (von links): Bürgermeisterin Simone Lehnert, Gemeindearchivarin Brigitte Popper, Catherina Allen und Dr. Christian-Titus Klaiber vom Louis Leitz Family Office, Schulsozialarbeiterin Simone Pritchard sowie Annette Conrad, die Leiterin der Schillerschule.  Foto: Oliver Bürkle

Am Sonntag wurde die Gedenk-Stele für Louis Leitz in Ingersheim präsentiert – inklusive mehrerer Überraschungen der Nachfahren.

Bürgermeisterin Simone Lehnert enthüllte zum 175. Geburtstag von Louis Leitz am Sonntagmittag zusammen mit den Ururenkeln Dr. Christian Klaiber und seiner Cousine Catherina Allen die von den Pleidelsheimer Steinbildhauern Jörg und Till Failmezger entworfene Stele an ihrem Standort zwischen den beiden Rathäusern am Hindenburgplatz.

Bürgermeisterin Lehnert erinnerte in ihrer Rede daran, dass Louis Leitz genau vor 175 Jahren in Ingersheim geboren wurde. Bis zu seinem 14. Lebensjahr lebte er im Ort und ging hier zur Schule. Seine berufliche Laufbahn, die Gründung einer eigenen Firma vor 150 Jahren und schließlich vor 125 Jahren die Erfindung des Leitz-Ordners mit „Hebel-Mechanik“, sei „Motivation und Inspiration auch heute für junge Leute“, so die Bürgermeisterin.

Starker Familienzusammenhalt

Ebenso unterstrich Gemeindearchivarin Brigitte Popper in ihrem Vortrag über das Leben und Wirken von Louis Leitz, dass die Gemeinde „sehr stolz auf ihren berühmten Sohn“ sei. Außerdem wies sie auf den damals begründeten starken Familienzusammenhalt hin, der den großen, weltweiten Erfolg des Erfinders der Leitz-Ordner erst ermöglicht hat. Dieser Familienzusammenhalt setze sich jetzt in der fünften Generation fort, wie Christian Klaiber in seiner Rede bestätigte. Er selbst kannte Ingersheim nicht. „Ich war letztes Jahr das erste Mal hier“, so der Ururenkel von Louis Leitz. So entstand in der Begegnung mit Bürgermeisterin Lehnert der Gedanke, zum Jubiläumsjahr eine bleibende Erinnerung an den Vorfahren zu schaffen.

Replik des Originals

Zusammen mit seiner Cousine sorgte Klaiber dann für die erste Überraschung: Beide überreichten Simone Lehnert zu ihrem einjährigen Jubiläum als Ingersheimer Bürgermeisterin die Replik eines von Leitz entworfenen Lochers von 1908, „voll funktionsfähig“. Die Nachfahren betonten, dass sie als Familie sehr stolz darauf seien, was ihr Urahn geleistet habe. Vor allem der Qualitätsgedanke sei Louis Leitz wichtig gewesen: „Er hatte die Fähigkeit, etwas immer besser machen zu wollen“.

Nach dem Verkauf des Familienunternehmens beschloss die Familie, mit der Gründung der gemeinnützigen Louis-Leitz-Stiftung benachteiligten, in Not geratenen Menschen zu helfen. Da auch Louis Leitz als Jugendlicher ein schweres Schicksal hatte, wollte die Familie Leitz einen Sozialfonds ausloben, der von der Schulsozialarbeit in Kooperation mit der Schillerschule und der Verwaltung für bedürftige, in Not geratene Familien zur Verfügung stehen soll.

Die Scheckübergabe überraschte erneut: Familie Leitz hatte die ursprüngliche Summe von 5000 Euro auf 10 000 Euro verdoppelt. „Das haben wir spontan beschlossen“, so Catherina Allen, „weil wir die Idee so gut fanden, einen Sozialfonds in Kooperation mit der Schillerschule einzurichten für Kinder, die plötzlich in Not geraten sind.“ Schulleiterin Annette Conrad war überwältigt. Schulsozialarbeiterin Simone Pritchard freute sich darüber, dass nun „unbürokratisch und schnell“ geholfen werden könne. Auch Bürgermeisterin Lehnert bedankte sich: „Ich bin wirklich ganz gerührt.“

Info Im Herbst ist eine Ausstellung zu Louis Leitz im Rathaus der Gemeinde geplant. Dabei soll die Entwicklung der Firma Leitz sowie der familiäre Hintergrund beleuchtet werden, mit Leihgaben aus Museen, Archiven und auch aus Privatbesitz.

 
 
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