1971 wurden die Weichen zur Gesamtstadt gestellt. Sachsenheim soll die neue Stadt heißen

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Viele Zuhörer verfolgten diese denkwürdige Gemeinderatssitzung im September 1971 in Großsachsenheim. ⇥ Foto: BZ-Archiv/ad

Gemeinderäte stimmten vor 50 Jahren der Eingliederungs-Vereinbarung zu.

Es war zweifelsohne ein historisches Ereignis in der Geschichte der Stadt Sachsenheim. Am 21. September 1971 haben sich die Gemeinderäte von Kleinsachsenheim und Großsachsenheim zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen.

Einziger Tagesordnungspunkt war der „Zusammenschluss von Groß- und Kleinsachsenheim“. Karl-Heinz Lüth leitete die Sitzung. Ein Novum, Lüth war damals seit fünf Jahren Bürgermeister von Kleinsachsenheim und zugleich seit Februar 1971 auch Bürgermeister von Großsachsenheim. Bei der Bürgerbefragung im Juli 1970 stimmten 90,7 Prozent der Großsachsenheimer für einen Zusammenschluss, die Bürger von Kleinsachsenheim stimmten jedoch mit 59 Prozent dagegen.

Eine zunächst verfahrene Situation. Karl-Heinz Lüth ließ sich von der ablehnenden Haltung der Kleinsachsenheimer nicht entmutigen. Er rechnete nach eigenem Bekunden sogar mit einer noch höheren Ablehnung. Vor 50 Jahren diskutierten die Gemeinderäte, auf welcher Basis eine Eingliederung möglich wäre und erörterten den Entwurf einer Vereinbarung über die Eingliederung.

Gegner umgestimmt

Sachsenheim sollte die neue Stadt heißen, die althergebrachten Namen Großsachsenheim und Kleinsachsenheim wollte man beibehalten. Der Kleinsachsenheimer Gemeinderat Adolf Pfeiffer, einst Gegner des Zusammenschlusses, kam nun zu dem Schluss, dass man bei der bevorstehenden Abstimmung in Kleinsachsenheim keine Bedenken haben müsse, dass es in Zukunft kein Sachsenheim gebe. Schließlich stimmten beide Gremien einstimmig der Vereinbarung zu.

88 Prozent waren dafür

Nach einer Bürgerversammlung Anfang Oktober 1971, bei der die Argumente für und gegen einen Zusammenschluss nochmals erörtert wurden, stimmten die Kleinsachsenheimer am 17. Oktober diesmal mit 88,2 Prozent für einen Zusammenschluss. Damit war der Weg zur gemeinsamen Stadt Sachsenheim frei.Am 28. Oktober unterzeichneten die Gemeinderäte beider Stadtteile die Vereinbarung über den Zusammenschluss. Am 1. Dezember 1971 trat diese Vereinbarung in Kraft – die neue Gesamtstadt Sachsenheim wurde damit sozusagen aus der Taufe gehoben.

Im Februar 1972 stimmten die Kirbachtalgemeinden Hohenhaslach, Ochsenbach, Spielberg und Häfnerhaslach für die Eingliederung nach Sachsenheim und unterzeichneten am 22. März 1972 den Eingliederungsvertrag – damit war die heutige Gesamtstadt Sachsenheim komplett. ⇥

 
 
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