Die gesamten 60 Minuten über rennen der Dessau-Rosslauer HV und die SG BBM Bietigheim unermüdlich wie der Duracell-Hase über das Feld. Am 32. Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga wird den Zuschauern in der Anhalt-Arena Vollgas-Handball geboten. Die Angriffe dauern nur selten länger als 15 Sekunden. Trotz guter Torhüterleistungen und einiger technischer Fehler wird es zu einem absoluten Tor-Festival. So setzt sich Bietigheim am Ende mit 38:36 gegen die Biber durch, bleibt weiterhin Tabellenführer und hält die HBW Balingen-Weilstetten auf Abstand.
2. Handball-Bundesliga Highspeed-Handball inklusive: Bietigheim schlägt die Biber
Bei einem Spektakel am Freitagabend bietet der Dessau-Rosslauer HV 06 der SG lange Paroli. Doch die Ellentäler gewinnen am Ende knapp mit 38:36.
Die Keeper glänzen trotzdem
Vom Anpfiff drücken beide Teams ohne Ende auf die Tube. So hängt die Abwehr immer wieder hinten dran, vier der ersten sieben Treffer fallen in den ersten Minuten per Siebenmeter. Absetzen kann sich aber kein Team, sowohl Jan Hrdlicka bei den Gästen, als auch Yannick Patzwaldt im Kasten der Hausherren überzeugen mit starken Paraden, teilweise aus besten Wurfpositionen. Hrdlicka sammelt so in Halbzeit eins allein acht Paraden, sein Gegenüber verteilt sogar neun Fahrkarten. So dauert es bis zur 22. Minute, ehe Moritz Strosack per Konter zum 14:12 erstmals für eine Zwei-Tore-Führung in der Partie sorgen kann. Keine 60 Sekunden später ist dieser Vorsprung aber auch schon weg, der DRHV gleicht beim 14:14 wieder aus.
Durch das hohe Tempo schleichen sich in beide Offensiven nicht nur viele Fehlwürfe, sondern auch einige technische Fehler ein. Da hilft auch die kräftige Rotation von SG-Coach Iker Romero nicht wirklich weiter. Erfreulich zu sehen: In dieser Rotation kehrt Jonathan Fischer wieder auf die Platte zurück. Der Kreisläufer fehlte in den vergangenen Wochen verletzt und sammelt nun wieder erste Minuten im Saisonendspurt. Mit sieben Toren wird er auch prompt wieder Top-Torschütze der Partie und macht seinen Status als Torjäger Nummer eins des Spitzenreiters deutlich.
Hadzimuhamedovic mit Gefühl
Mit einem knappen 17:16 aus Sicht der Schwaben geht es daher in die Kabine. Aus dieser kommen beide Teams wieder gut gestärkt und es ist weiterhin weit und breit kein Pause-Knopf in Sicht. Neben der Angriffs-Schlacht sorgen beide Teams zudem für Highlights. So etwa Alen Hadzimuhamedovic, der seinen Siebenmeter zum 21:19 per elegantem Heber über Patzwaldt versenkt (36.). Da Bietigheim nun aber endlich mehr und mehr die Chancen nutzt, erhöht Alexander Pfeifer wenig später auf 25:20. Das erste kleine Polster der Ellentäler quittiert Dessaus Coach Vanja Radic mit einer Auszeit, in der er seinen Männern predigt: „Lasst uns weiter konsequent in der Abwehr spielen, dass sie schwere Würfe bekommen.“
Das gelingt den Gastgebern aber nicht wirklich, einzig und allein Patzwaldt verhindert Schlimmeres. So hat Bietigheim wenig Mühe, den Vorsprung weiterhin aufrechtzuerhalten. Doch der DRHV gibt sich nicht auf, auch er bleibt offensiv hungrig, findet die Lücken und sorgt für ein temporeiches und unterhaltsames Handballspiel. So kommen die Biber wieder auf 29:32 heran, Romero nimmt prompt die Auszeit. „Männer, wir limitieren bitte die technischen Fehler in der ersten und zweiten Welle“ moniert der Spanier dort. Doch dreieinhalb Minuten vor Schluss ist Dessau sogar wieder auf zwei Tore an den Ellentälern dran, wieder auf Kosten eines SG-Time-Outs.
Lob von Fischer an die Gastgeber
Und das wirkt. Nico Bacani trifft 100 Sekunden vor Schluss zum 36:33 für die SG und sorgt damit für die Vorentscheidung. Auch wenn Dessau noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert, ist das am Ende nicht genug. Die Schwaben gewinnen mit 38:36. „Es war für die Zuschauer ein gutes Spiel, temporeich. Wir können froh über die zwei Punkte sein. Aber Dessau hat ein gutes Spiel gemacht“, resümiert Fischer nach der Partie.
