Insgesamt über ein Dutzend Spieler fehlen beim Duell zwischen dem TV Großwallstadt und der SG BBM Bietigheim auf beiden Seiten. Bei den Schwaben können mit dem am Freitag operierten Jonathan Fischer, Juan de la Peña, Max Prantner, Alen Hadzimuhamedovic, Nico Bacani und Djibril M’Bengue sechs Akteure am Sonntagnachmittag nicht mitwirken, die Hausherren müssen am 29. Spieltag neben den Keepern Jan Minerva und Stefan Hanemann auf die Rückraumspieler Yessine Meddeb, Tobias Buck und Finn Wullenweber sowie Kreisläufer Patrick Gempp verzichten.
2. Handball Bundesliga SG BBM besteht im Lazarett-Duell
Maxim Orlov brilliert mit zwölf Toren beim ersatzgeschwächten Auswärtsspiel in Großwallstadt.
Die Personalnot tangiert die Ellentäler beim Gastspiel am Untermain aber weniger. Bietigheim entscheidet das Duell mit 38:29 für sich, hält damit Platz eins weiter inne und macht den nächsten Schritt in Richtung Wiederaufstieg. Dabei startet die Partie enorm zerfahren. Während der TVG Probleme mit der Technik und dem Stream hat, haben die Gäste anfangs große Probleme im Angriff. Der Spitzenreiter ist offensiv zu unsauber, schmeißt die Bälle weg und schießt TV-Keeper Anel Durmic warm. So pariert der in den ersten zehn Minuten allein vier Würfe, davon einen Siebenmeter.
Chancenwucher für Romero ein Dorn im Auge
Einzig dessen Gegenüber Martin Tomovski verhindert, dass die SG in der Anfangsphase gleich noch deutlicher zurückliegt. Beim Stand von 2:6 hat SG-Coach Iker Romero dann aber genug gesehen und zitiert seine Männer früh zu sich. „Männer, wir haben fünf klare Chancen liegengelassen. Dann steht es hier nicht 2:6, sondern 7:6.“ Ohne den etatmäßigen Siebenmeterschützen Hadzimuhamedovic läuft es aber auch dort ganz und gar nicht für Bietigheim, gleich zwei Strafwürfe von Tom Wolf bleiben in der Anfangsphase ungenutzt.
Doch nach einer Viertelstunde legt die Romero-Sieben den Schalter um. Die Abwehr steht nun kompakt und weist kaum Lücken auf, auch vorne ist die Chancenverwertung nun deutlich besser. Till Hermann stellt sieben Minuten vor der Pause beim 12:11 die erste Führung der Schwaben her. Da die Emotionen auf beiden Seiten nach harten Fouls der Großwallstädter und einigen kleineren Rudelbildungen immer höher kochen, kommt die Halbzeitsirene ganz recht, um den Kopf wieder frisch zu bekommen.
Nach dem Seitenwechsel haben sich die Nerven wieder etwas beruhigt. Dennoch ist einiges an Tempo geboten, beide Teams drücken auf die Tube und schenken sich wenig. Daher ist Bietigheim nun mehr mit dem Kopf bei der Sache. Maxim Orlov und Dominik Claus dominieren nun den Rückraum der SG, Zweiterer wirft seine Faben eine Viertelstunde vor Schluss erstmals mit fünf Toren in Front (26:21), was eine Auszeit der Gastgeber zur Folge hat.
Zeitstrafen brechen Großwallstadt das Genick
Die Hausherren halten anschließend zwar offensiv gut mit, doch defensiv findet Bietigheim immer wieder Lücken und profitiert davon, dass es Großwallstadt nicht gelingt, diszipliniert genug zu spielen. Am Ende holen sich die Franken acht Zeitstrafen ab (Bietigheim nur eine). Axel Skaarnaes kassiert nach seiner dritten Zeitstrafe im Spiel elf Minuten vor Spielende dadurch sogar die Rote Karte.
Dennoch läuft nicht alles in dieser Phase für die SG glatt. Kurios: Moritz Strosack vergibt in Überzahl einen Konter auf das leere Tor und setzt seinen Wurf an den Pfosten. Dennoch ist das am Ende nicht mehr ausschlaggebend. Auch dank des starken Jan Hrdlicka, der in der Schlussphase im Bietigheimer Kasten steht, fahren die Ellentäler den Auswärtssieg am Ende einigermaßen ungefährdet ein. Orlov macht bereits sieben Minuten vor Schluss den Deckel drauf und erhöht mit seinem zehnten Tor des Spiels auf 34:26. Am Ende ist der Rückraumspieler mit zwölf Toren bester Werfer der Partie, stellt einen persönlichen Saisonrekord auf und erhält in den Schlussminuten sogar Sprechchöre der mitgereisten SG-Fans. Die haben nach Spielende und dem 38:29-Erfolg Grund zu feiern.
