Das Lazarett der SG BBM Bietigheim wächst weiter. Nachdem Max Prantner ohnehin mit Kniebeschwerden fehlt, fehlen beim Heimspiel am 26. Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga gegen den TV Hüttenberg zudem noch Moritz Strosack und Juan de la Pena im Kader. Letzterer ist nach einer Ellenbogenluxation für die restliche Saison außer Gefecht gesetzt. Zudem sind mehrere Spieler im Kader von Iker Romero nicht auf 100 Prozent. Deshalb muss der Iberer kreativ werden und beruft für die Partie am Ostersonntag gleich zwei A-Jugendliche ins Aufgebot. Zu dem im Stammaufgebot bekannten Alen Hadzimuhamedovic gesellen sich Jan Kägler (Jahrgang 2006) und Max Zoller (2007).
2. Handball-Bundesliga SG BBM Bietigheim trotzt der Verletzungswelle
Gegen Hüttenberg dürfen zwei Youngster aus der eigenen Jugend ran.
Beim 33:24-Sieg kommen die beiden Youngster zum Einstand für die letzten vier Minuten auf die Platte, wobei Zoller nur als Halbverteidiger mitwirkt. Kägler hingegen darf sich im Angriff auf Rechtsaußen beweisen. „Die letzten Tage hatten wir echt Pech mit den Verletzungen. Aber die beiden haben diese Woche trainiert, haben es gut gemacht und bekommen die Spielpraxis, die sie sich im Training verdient haben“, lobt Romero die beiden nach dem Spiel.
Claus bleibt ein weiteres Jahr
Für die SG-Fans gibt nicht nur die wichtigen zwei Punkte zu bejubeln, die sie weiterhin an der Tabellenspitze halten. Vor dem Anpfiff wird die Vertragsverlängerung von Dominik Claus verkündet, der auch in der Saison 2026/27 für die Ellentäler im Rückraum wirbeln wird. Davon scheinbar beflügelt spielt der Linkshänder in der Anfangsphase einen auf. Eigenhändig stellt er von 0:2 auf 2:2 mit zwei schnellen Treffern. „Ich hab es die ersten fünf Minuten gemacht, die anderen das gesamte Spiel. Geile Teamleistung heute“, resümiert der 30-Jährige.
Auch die Defensive funktioniert und das ohne Abwehrchef Nikola Vlahovic, der mit einer Gehirnerschütterung zu den angeschlagenen Akteuren gehört und 60 Minuten auf der Bank sitzt. Leicht machen die Mittelhessen es den Gastgebern aber nicht. Erst nach zwölfeinhalb Minuten kann Tom Wolf eine Zwei-Tore-Führung für die SG herausspielen und versenkt zum 7:5.
Mehr als das ist in den ersten 30 Minuten aber lange nicht drin. Immer wieder kommt Hüttenberg auf Unentschieden heran, immer wieder setzt sich Bietigheim auf zwei Tore ab. Eine TV-Führung oder ein kleines SG-Polster gibt es aber erst einmal nicht. Das liegt auch daran, dass Yahav Shamir – wie schon im Hinspiel, als er 20 Paraden sammelte – immer mehr zum Faktor wird. Der Israeli krallt sich in Durchgang eins sechs Bälle, darunter gleich zwei Konter von Jonathan Fischer oder freie Würfe von Außen.
Nicolaus mit Gewalt
Doch unmittelbar vor dem Seitenwechsel nutzen die Ellentäler eine kurze Schwächephase eiskalt aus, Fynn Nicolaus schickt seine Farben dank eines Buzzerbeaters aus dem Rückraum mit 16:11 in die Kabine. Aus dieser kommen die Mittelhessen zunächst stärker, verkürzen auf 13:16 (33.) und schnuppern wieder am Comeback. Das wird jedoch zügig wieder im Keim erstickt. Weiterhin ohne Vlahovic steht die Abwehr wieder und auch vorne drücken Maxim Orlov – mit neun Toren bester SG-Werfer –, Fischer, Wolf und Co. den Gästen ihren Stempel auf. So ist TVH-Coach Stefan Kneer schon nach 36 Minuten beim 13:20 aus Sicht seiner Mannschaft zur Auszeit gezwungen.
Besser wird es jedoch nur bedingt. Weil die Hausherren teilweise zu überhastet abschließen, können sie sich selbst nicht weiter absetzen, jedoch auf die gewohnt kompromisslose Deckung bauen. So kommen die Hüttenberger bis zur 45. Minute lediglich zu drei weiteren Treffern, die Ellentäler führen zu diesem Zeitpunkt mit 24:16. Auch der Torwartwechsel bei den Hessen vom blassgebliebenen Shamir auf Simon Böhne fruchtet nicht. So sorgt Nico Bacani mit dem 26:18 von Außen 13 Minuten vor Schluss bereits für die Vorentscheidung. Denn die Gäste stemmen sich nicht mehr merklich dagegen. Den komfortablen Vorsprung bringt die Romero-Sieben am Ende locker mit 33:24 über die Zeit.
