24. Bönnigheimer Stromberglauf Alles läuft trotz Regen

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Beste Stimmung bei den Läufern trotz Regen: Start zu den Fünf- und Zehn-Kilometer-Läufen des 24. Bönnigheimer Stromberglaufs am Strombergkeller in der Cleebronner Straße. Foto: /: Richard Dannenmann

Beste Stimmung: Schmuddelwetter kann rund 1100 Starter beim Schülerlauf und den Fünf- und Zehn-Kilometer-Läufen nicht ausbremsen.

Auch wenn die Wolkendecke so dicht ist, dass kein Sonnenstrahl durchkommt und feiner Sprühregen das Weinlaub benetzt, liegt ein Leuchten in den Gesichtern vieler Teilnehmer am Bönnigheimer Stromberglauf vor dem Start und erst recht danach. Die 24. Ausgabe der sportlichen Begegnung bringt trotz des Schmuddelwetters auch eine landschaftliche Begegnung mit sich. Noch zeigt das Herbstlaub seine schönsten Farben. Die Weinberge am Stromberg erleben ihren Indian Summer.

Ein Drittel sind Schüler

Der historische Ortskern von Bönnigheim ist ab dem Köllesturm bis runter zum Stadionschen Schloss abgesperrt. Hier erwarten, wie immer, mit Rätschen und anderem Gerätschaften Zuschauer auf die Athleten und lachen dem Regen ins Gesicht. Nach der pandemiebedingten Laufpause gibt es einen nie gekannten Run auf den Run. Die Strecke ist über die Region hinaus bekannt dafür, dass sie keine steilen Anstiege hat und damit angenehm zu laufen ist. „Unter den rund 1100 Läufern sind über ein Drittel Schüler, weil die Walter-Amos-Stiftung die Startgebühren übernimmt. Deshalb haben sich viele Schulen dazu entschlossen, ihre Kinder zwischen acht und 14 Jahren zum Laufen zu schicken. Das finden wir sehr gut, nicht nur wegen der Teilnehmerzahl, sondern, weil Kinder sich sinnvoll bewegen. Ab zwölf können Kinder auch bei den fünf und zehn Kilometern mitlaufen“, betont Moderator Michael Joos.

„Das Wetter ist schlecht, die Stimmung ist super“, stellt der Bönnigheimer Bürgermeister Albrecht Dautel fest, der wie es die Tradition will, den Startschuss an der Strombergkellerei gibt. Noch dreißig Sekunden bis zum Start der Fünf-Kilometer-Läufer: Vor der Strombergkellerei geht es zu wie auf dem Rummelplatz. Es gibt Kuchen und Würstchen für die Gäste. „Haut rein, lasst es krachen“, feuert Michael Joos von der LG Neckar-Enz die Läufer an. Er moderiert auch den Silvesterlauf in Bietigheim-Bissingen und zählt rückwärts wie schon all die Jahre davor, bis es endlich knallt und man nur noch laufende Beine sieht. Joos: „Jeder kriegt exakt seine Zeit und hat keinen Nachteil, weil er hinten startet.“

Der Herbstklassiker unter den Volksläufen zieht sie alle auf die Strecken, die routinierten Triathleten wie Francesco Pfingsttag vom TV Zell am Neckar, der auf der Zehn-Kilometerstrecke allen anderen Läufern davonläuft, ebenso Vertreter der Sponsor-Firmen, Newcomer und Neugierige. Vor wenigen Jahren hat Francesco Pfingsttag das Fußballspielen an den Nagel gehängt. „Das kann ich auch, dachte ich mir als ich Läufer im Fernsehen sah“, erzählt der 37-Jährige. Ihm folgen auf der Zehn-Kilometer-Strecke Christian Muth vom SFC LBBW/BW-Bank und Enes Zulic aus Freiburg auf Platz drei.

Lokalmatadorin liegt vorne

Bei den Frauen liegt bei den zehn Kilometern eine Lokalmatadorin vorne, Tatjana Hoffmann von der Amann Group gefolgt von Pia Holzer von der LG Fildern und von Magdaline Chemjor, die aus Interesse mitgelaufen ist und gleich so gut abgeschnitten hat. Die Fünf-Kilometer bewältigten der Triathloner Philipp Mack von der SSV Ulm am besten gefolgt von Jens Haller vom Team Blau und Triathloner David Dulkies vom TV Bretten. Julian Wolss von den VfB Freunden Bönnigheim liegt auf Platz vier. Bei den Frauen im Fünf-Kilometer-Bereich gehen Platz eins und zwei an Läuferinnen von der LG Neckar-Enz, an Annika Metzger und Annelie Hummler. Lea Straub von der Triathlon-Abteilung des TV Bretten landet auf Platz drei. Die beste Lokalmatadorin ist Lina Flake vom Tri-Team Heuchelberg. Juana Martinez von der Sport Union Neckarsulm hüpft nach der Ziellinie wie ein Gummiball. Ihre Augen strahlen. Sie ist 1978 geboren, läuft noch nicht lange und freut sie wie Bolle über ihren neunten Platz.

Schülerlauf macht den Auftakt

Den Auftakt zum Stromberglauf machen wie immer die Kinder auf der Zwei-Kilometer-Strecke, die hinter der Strombergkellerei im Bogen verläuft. Wie die großen lassen sie direkt nach dem Lauf ihre Urkunde ausdrucken und tragen sie stolz vor sich her. „Ganz schön anstrengend“ findet Till Nickel, neun Jahre aus Bönnigheim. Mareike Nickel, seine Mama: „Till macht das seit Klasse eins. Die Schule wirbt für die Teilnahme am Lauf. Die Kinder trainieren dafür im Sportunterricht und darüber hinaus. Für Till gehört das jeden Herbst schon dazu.“

Mehr Fotos unter: www.bietigheimerzeitung.de

 
 
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