3B-Tourismus Übernachtungen gehen zurück

Von Uwe Mollenkopf
Eine Hotelangestellte beim Bettenmachen. Die Übernachtungen in der Region waren 2024 rückläufig. Foto: /Oleksandr Latkun

In Bietigheim-Bissingen und Bönnigheim wurde der Bericht des Tourismusteams für 2024 vorgestellt. Es wurden weniger Übernachtungen gezählt.

Schlechte Nachrichten bezüglich der Übernachtungszahlen hatte Eric Reiter, der Chef des 3B-Tourismusverbands, am Dienstagabend in die Ausschüsse nach Bietigheim-Bissingen und Bönnigheim (siehe auch Infokasten) mitgebracht: Die 3B-Städte, der Landkreis Ludwigsburg und auch die Region Kraichgau-Stromberg gehörten im vergangenen Jahr zu den Verlierern. Während Bönnigheim und Besigheim dabei mit gut einem Prozent nur knapp unter den Zahlen von 2023 geblieben sind, war der Ausschlag in Bietigheim-Bissingen heftiger. Um ganze 13 Prozent nahmen die Übernachtungen hier im Vergleich zum Vorjahr ab.

Dabei spielten allerdings auch Sondereinflüsse eine Rolle, so Anette Hochmuth, die Sprecherin der Stadt, gegenüber der BZ. Ein Hotel stellte im Sommer 2024 den Betrieb ein, das anderes baute um und war daher ab Oktober geschlossen. Daher gab es schlicht weniger Unterbringungsmöglichkeiten in Bietigheim-Bissingen, so Hochmuth. In Zahlen ausgedrückt: Die Anzahl der Hotels ging zum Jahresende von elf auf neun zurück, die Zahl der Betten von 443 auf 387.

Weiter positiv sieht es hingegen laut dem Bericht von Reiter auf den Wohnmobilstellplätzen aus. Gerade in Bietigheim-Bissingen seien 2024 auf dem städtischen Stellplatz so viele Wohnmobile wie noch nie gezählt worden. Nach 1638 Übernachtungen dort im Jahr 2023 stieg die Zahl nun noch einmal auf 1649 an. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 zählte man noch 712 Übernachtungen von Wohnmobilfahrern. Auch in Bönnigheim ging es bei den Wohnmobilen stark nach oben, während in Besigheim, wo man Probleme mit einem zeitweise defekten Parkscheinautomaten hatte, ein Rückgang eintrat.

Besigheim bei Führungen vorne

Die Anzahl der Führungen durch die Altstädte ist laut Reiter unter dem Strich relativ stabil geblieben. Demnach sind die Teilnehmerzahlen bei Stadtführungen in Bönnigheim und in Besigheim leicht gestiegen, während in Bietigheim-Bissingen ein Rückgang um sieben Prozent festzustellen war. Insgesamt waren in Bietigheim-Bissingen 4763 Personen in 285 Gruppen mit einem Stadtführer unterwegs, um die Stadt zu erkunden. Im Jahr 2023 waren es noch 5125 Personen und 294 Gruppen gewesen. Mit 5329 Personen und 305 Gruppen war Besigheim Spitzenreiter bei den Stadtführungen, während man in Bönnigheim 3318 Teilnehmer in 179 Gruppen verzeichnete.

In seinem Bericht kommt Eric Reiter insgesamt zu dem Schluss, dass sich der Tourismus nach den schwierigen Jahren der Pandemie erholt habe und Reisen wieder normaler geworden sei. Dennoch gebe es Risiken, vor allem durch die wirtschaftliche Lage und die finanzielle Situation der Reisenden, die das Reisejahr 2025 und die kommenden Jahre beeinflussen könnten. Die Befürchtungen aus dem letzten Jahr hätten sich aber zum Glück nicht bestätigt: „Preissteigerungen, unsichere Entwicklungen aufgrund zahlreicher Konflikte in der Welt, Umweltkrisen et cetera haben nicht zu einem Nachfrageeinbruch bei den Urlaubsreisen geführt. Urlaubsreisen genießen nach wie vor einen hohen Stellenwert.“

Weinkanzel in Bietigheim geplant

Um etwas für den Weintourismus zu tun, ist in Bietigheim-Bissingen von den Freien Wählern der Bau einer Weinkanzel in den Steillagen in Bietigheim beantragt worden, was im Verwaltungsausschuss zu einer Nachfrage zum aktuellen Stand führte. Nach Aussage von Anette Hochmuth hat die Stadt, welche die Kanzel bauen will, inzwischen ein Grundstück gefunden. Die Planungen liefen. Es gehe jetzt noch um Zuschüsse und Ausstattung. Auch die Einrichtung eines „Premiumspazierwegs“ in dem Gebiet werde überlegt, noch müsse aber einiges dazu geprüft werden, so Hochmuth, vor allem, weil dieser über Privatgrundstücke führen würde.

Von den Kosten für den 3B-Tourismus trägt Bietigheim-Bissingen mit 75.668 Euro Mitgliedsbeitrag und 98.374 Euro Kostenanteil den Großteil. Der Bericht wurde im Ausschuss einstimmig zur Kenntnis genommen.

 
 
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