4:3 gegen die Düsseldorfer EG Steelers im Siegesrausch

Von Andreas Eberle
Die Steelers-Profis bejubeln den 2:2-Ausgleich, den Alexander Preibisch (Mitte) gegen seinen langjährigen Klub Düsseldorfer EG erzielte. Am Ende setzte sich Bietigheim mit 4:3 durch.  ⇥ Foto: Ralf Poller/Avanti

Der Aufsteiger holt gegen Düsseldorf den vierten Erfolg in Serie und hat nun neun Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Guillaume Naud feiert seine Torpremiere. Von Andreas Eberle

Kräfte schonen? Zurückhaltung üben? Tempo drosseln? Nicht mit den Bietigheim Steelers. Obwohl der Aufsteiger gleich zweimal innerhalb von 24 Stunden in der DEL antreten muss, gab er zum Auftakt des Hammerprogramms Vollgas – und wurde dafür mit dem vierten Sieg in Serie belohnt: Der SCB bezwang den Tabellennachbarn Düsseldorfer EG am Dienstagabend vor 2127 Zuschauern in der EgeTrans-Arena mit 4:3. Damit festigten die Schwaben ihren zehnten Platz, der nach der Hauptrunde zur Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigt. Der Vorsprung auf Abstiegsrang 15, den die Krefeld Pinguine belegen, beträgt wieder satte neun Zähler. Es müsste schon viel schieflaufen, wenn der SCB in den restlichen zehn Partien noch in die Bredouille kommen würde. Seit der Olympia-Pause haben die Schwaben 17 von 21 möglichen Punkten geholt. Bereits an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) können sie gegen Wolfsburg einen weiteren Schritt zum Klassenerhalt machen.

Stürmer Valentin Busch blieb gegen Düsseldorf draußen. Dafür feierten die wiedergenesenen Matt McKnight und Norman Hauner ihr Comeback. Für das erste Aha-Erlebnis sorgte aber wieder mal die Bietigheimer Paradereihe. Torjäger Riley Sheen bediente mit einem Pass in die Tiefe Evan Jasper, der tanzte DEG-Goalie Mirko Pantkowski aus und schob zum 1:0 ein. Gerade mal 62 Sekunden benötigten die Steelers für den Treffer.

Ex-Düsseldorfer Preibisch trifft

Erst nach einer Strafzeit gegen den SCB legten auch die ersatzgeschwächten Rheinländer los und zeigten, warum sie die vier vorherigen Duelle alle gewonnen hatten. Carter Proft gelang per Abstauber das 1:1 (14.). In der 19. Minute fuhren die Gäste in Unterzahl einen Konter, und Tobias Eder tunnelte Bietigheims Torhüter Tom McCollum zum mittlerweile durchaus verdienten 1:2 (19.).

Ein Ex-Düsseldorfer im Steelers-Dress besorgte im Mitteldrittel das 2:2. Nach einem Zuspiel von Kapitän Constantin Braun war Alexander Preibisch erfolgreich (25.). Der gebürtige Kölner hatte insgesamt sechs Jahre für die DEG gespielt. Ein Doppelschlag brachte die EgeTrans-Arena vor der zweiten Drittelpause zum Beben und sorgte für eine Bietigheimer Zweitoreführung. Erst staubte Daniel Weiß in Überzahl zum 3:2 ab, nachdem Pantkowski einen Schuss von Jalen Smereck abgewehrt hatte (38.). 13 Sekunden vor Drittelende legte Guillaume Naud aus dem Getümmel das 4:2 nach. Für den stets fleißigen und hart verteidigenden Sohn des Coaches war es der erste DEL-Treffer beim 29. Einsatz. „Ich freue mich sehr für ihn, als Trainer und als Vater. „Ich freue mich sehr für ihn, als Trainer und als Vater. Guillaume arbeitet wahnsinnig hart, so wie auch die anderen 20 Spieler in der Mannschaft. Alle sind gleich wichtig", meinte Daniel Naud, angesprochen auf die Torpremiere seines Sprösslings.

Trainer Naud lobt Goalie Tom McCollum

Im Schlussdrittel stand das Team aus dem Ellental unter Düsseldorfer Dauerdruck, aber Neuzugang McCollum und dessen Vorderleute hielten diesem stand. Der US-Amerikaner hielt wie schon in Iserlohn grandios. Kein Wunder also, dass ihn der Anhang mit Sprechchören feierte. Nachdem Ex-Nationalspieler Alexander Barta auf 3:4 verkürzt hatte (54.), war noch mal Zittern angesagt. Mit letztem Einsatz rettete der Aufsteiger den knappen Vorsprung über die Zeit. Ein Empty-Net-Goal von „Speedy“ Preibisch wurde nach Videobeweis zwar aberkannt – ein Schlittschuhtor, wie die Referees beim Studium der Videobilder feststellten. Aber 20 Sekunden später durften die Steelers und ihre Fans jubeln. „Düsseldorf hat sehr gut gespielt. Wenn unser Torhüter nicht eine so gute Leistung gezeigt hätte, hätte es auch anders ausgehen können“, sagt Trainer Daniel Naud.

Am Mittwoch gastiert Vizemeister Grizzlys Wolfsburg im Ellental

Bereits 24 Stunden nach dem Heimspiel gegen Düsseldorf sind die Bietigheim Steelers erneut in der EgeTrans-Arena gefordert. An diesem Mittwoch (19.30 Uhr) treffen sie dort auf den Vizemeister und aktuellen Tabellenzweiten Grizzlys Wolfsburg. Die Niedersachsen gehören neben den Fischtown Pinguins zu jenen zwei Klubs, gegen die der Aufsteiger in der laufenden DEL-Hauptrunde noch nicht gewonnen hat. Beim ersten Heimauftritt unterlag der SCB am zweiten Spieltag mit 0:4. Die beiden Auswärtsduelle verlor das Team aus dem Ellental mit 2:3 und 3:5. „Im ersten Spiel waren wir noch nicht die Mannschaft, die wir heute sind. Und in Wolfsburg haben uns jeweils einige Topspieler gefehlt. Deklassiert wurden wir trotzdem nicht“, sagt Steelers-Trainer Daniel Naud. Der Titelanwärter aus der VW-Stadt hat zuletzt dreimal in Folge gewonnen. „Wolfsburg spielt ein sehr aggressives Forechecking und sehr körperbetont. Und mit Dustin Strahlmeier haben die Grizzlys einen der besten Torhüter der Liga“, so Naud. Zu Beginn seiner Karriere stand der 29-jährige Goalie auch schon mal in Bietigheim-Bissingen unter Vertrag – in der Zweitliga-Spielzeit 2011/12.

 
 
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