51 Geräte für Bietigheimer Schulen und Kitas Filter können kommen – wann ist unklar

Von Uwe Mollenkopf 
Das Land Baden-Württemberg fördert den Einsatz von mobilen Luftfiltern.⇥Foto: Sven Hoppe/dpa Foto: dpa/Sven Hoppe

Der Gemeinderat hat entschieden, 51 Geräte für Schulen und Kitas in der Stadt zu beschaffen. Doch es gibt auch Skeptiker.

Richtig überzeugt vom Nutzen mobiler Luftfilter zeigte sich Oberbürgermeister Jürgen Kessing auch nicht. Er lasse es jetzt einmal dahingestellt, ob die Geräte sinnvoll seien oder nicht, sagte er einleitend bei der Beratung des Themas am Dienstagabend in der Sitzung des Gemeinderats im Kronenzentrum. Doch: „Wir müssen was tun“, so Kessing mit Blick auf eine Begehung, die ergeben hatte, dass 13 Räume in Schulen und 38 in Kitas nur eingeschränkte Lüftungsmöglichkeiten besitzen. Die Mehrheit im Gremium folgte ihm darin: Mit vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen beschloss der Gemeinderat, 51 Geräte für zusammen 255 000 Euro zu beschaffen. Es wird erwartet, dass das Land davon die Hälfte trägt.

Basis der Entscheidung bildet das vom Land im August aufgelegte Förderprogramm. Ziel ist es, durch den Einsatz mobiler Filter den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten, indem die Luftqualität und das Raumklima verbessert, die Corona-Infektionsgefahr verringert werden. Die Stadt hat die gewünschten Geräte beim Land bereits zur Förderung angemeldet, die Reservierungsbestätigungen sind schon eingegangen. Allerdings sind damit laut Stadtverwaltung noch keine Aussagen über Zeitpunkt und Höhe des Zuschusses verbunden.

Stadtrat Günter Krähling (SPD), dessen Fraktion sich in einem Antrag im Juli für das Thema stark gemacht hatte, zeigte sich mit dem Ergebnis insofern zufrieden, als es von der Antragstellung bis zum Beschluss ziemlich zügig gegangen sei. Doch einsetzen werde man die Geräte wohl erst im Winter 2022/23 können. Er wolle sich aber in zwei Jahren nicht vorhalten lassen, nicht genug getan zu haben – ob es etwas helfe, wisse man später.

Trügerische Sicherheit?

Ebenfalls Zustimmung signalisierte die GAL. Die mobilen Luftfilter seien einer von verschiedenen Bausteinen in der Pandemie, sagte Fraktionschefin Traute Theurer.

Keinen Sinn in der Anschaffung sieht man hingegen in der FDP. Inwieweit die Geräte nützlich seien, sei nicht „evidenzbasiert“ erwiesen, sagte Dr. Arno Steilner. Er empfahl, mit einer Entscheidung bis zum Frühjahr zu warten. Dann verfüge man vielleicht über bessere Erkenntnisse und es gebe Impfstoffe für Kinder. Er warnte, durch den Einsatz der Filter entstehe eine „trügerische Sicherheit“ in den Räumen.

Auch Andreas Unkel (Freie Wähler), dessen Fraktion in der Frage nicht an einem Strang zog, war gegen den Kauf der Filter, deren Wirksamkeit er als nicht bewiesen ansah. Ein regelmäßiger Luftaustausch sei die richtige Lösung.

Vehement für den Filtereinsatz und gegen die Einwände der Skeptiker argumentiere Claus Stöckle, CDU-Rat und Realschulrektor im Aurain. Es stimme auch nicht, dass das Umweltbundesamt gegen die Geräte in schlecht belüftbaren Räumen sei. Es gehe darum, zu verhindern, dass die Kinder wieder nach Hause geschickt werden müssten. Stöckle: „Abwarten ist die allerschlechteste Alternative.“

 
 
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