6:4 gegen Kaufbeuren trotz vieler Ausfälle Hauner schießt Steelers-Rumpfteam zum Sieg

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Steelers-Youngster Fabjon Kuqi (rechts) hat abgezogen, Kaufbeurens Verteidiger Julian Eichinger versucht vergeblich, den Puck mit seinem Schläger abzuwehren. Doch letztlich ist ESVK-Torhüter Maximilian Maier in dieser Szene zur Stelle. ⇥ Foto: Avanti

Der Stürmer trifft beim 6:4 gegen Kaufbeuren dreimal für die personell dezimierte Bietigheimer Mannschaft. Topscorer Matt McKnight muss verletzt vom Eis.

Je weniger Spieler auf dem Eis, desto unberechenbarer das Team: Trotz des Ausfalls von fünf Leistungsträgern kämpften die Bietigheim Steelers am Freitagabend den ESV Kaufbeuren nach einem 1:3-Rückstand noch mit 6:4 nieder. In der Endphase verletzte sich allerdings auch noch der kanadische Topscorer Matt McKnight. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft unbedingt gewinnen wollte“, bilanzierte Coach Danny Naud. In der DEL2-Tabelle machten die Steelers einen Platz gut und stehen nun auf Rang vier. Am Sonntag (17 Uhr) geht es für den SCB beim EC Bad Nauheim weiter.

Die personellen Voraussetzungen waren gegen den Drittletzten aus Kaufbeuren so schlecht gewesen wie bisher noch nie in der laufenden Hauptrunde: Die Steelers mussten auf die verletzten Verteidiger Nikolai Goc, Max Renner, Benjamin Hüfner und Eric Stephan sowie den vor kurzem in Markgröningen operierten Stürmer Benjamin Zientek verzichten. Nur 14 Feldspieler standen deshalb im Aufgebot, darunter mit Max Prommersberger, Tim Schüle und dem Ex-Kaufbeurer Fabian Ribnitzky gerade mal drei gelernte Verteidiger. So war von Naud viel Improvisationskunst gefordert, gerade in der Abwehr – und von dem verbleibenden Häuflein SCB-Profis mindestens genauso viel Kampfgeist, um die vielen Ausfälle zu kompensieren. Allrounder René Schoofs, der schon in früheren Zeiten immer wieder hinten eingesprungen war, rückte in die Hintermannschaft, ebenso Angreifer Calvin Pokorny als fünfter Verteidiger.

Auch im Tor gab es einen Wechsel: Der seit dem 0:6 in Weißwasser im Dezember verletzt fehlende Cody Brenner kehrte zu seinem ersten Einsatz im Jahr 2021 zwischen die Pfosten zurück – Jimmy Hertel und Youngster Leon Doubrawa saßen draußen. Bei Kaufbeuren fehlten mit Stammkeeper Stefan Vajs und dem finnischen Top-Torjäger Sami Blomqvist ebenfalls zwei lädierte Asse.

Sheen-Tor als böses Omen

Die personellen Handicaps waren den Steelers zu Beginn nicht anzumerken. Bietigheim legte los wie die Feuerwehr. Der Offensivwirbel mündete bereits in der dritten Minute in die 1:0-Führung – Riley Sheen traf mit einem eleganten Rückhandschuss aus kurzer Distanz. Allerdings war das kein gutes Omen. Denn schon bei den beiden Niederlagen zuletzt in Heilbronn (2:6) und Ravensburg (1:4) hatte der 26-jährige Kanadier den SCB in der Anfangsphase in Front geschossen – das (dicke) Ende ist bekannt.

Auch diesmal war ein Sheen- Treffer für den Gegner das Wecksignal. Der ESVK erwachte aus seiner Lethargie und schlug nach fünf Minuten zurück: Branden Gracel war mit einem Schuss aus dem Handgelenk erfolgreich. In der 17. Minute wurde ein Ex-Bietigheimer zum Spielverderber: Max Lukes’ Kunstschuss vom Bully weg schlug zum 2:1 für Kaufbeuren unter der Latte ein. Zuvor hatte es einen anderen ehemaligen Steelers-Stürmer böse erwischt: Daniel Oppolzer verletzte sich nach einem Pokorny-Check an der Schulter und musste ins Krankenhaus.

Als dann kurz nach der ersten Drittelpause auch noch Tyler Spurgeon ein starkes Forechecking der Allgäuer mit dem 3:1 krönte, hatte der eine oder andere Bietigheim-Fan am Bildschirm die Hausherren wohl schon abgeschrieben. Doch die Naud-Schützlinge zeigten Moral und machten nun erst recht Dampf. Schüle überraschte ESVK-Nachwuchsgoalie Maximilian Meier mit seinem Schuss zum 2:3 (31.), das 3:3 besorgte Norman Hauner im Spiel vier gegen vier (37.). Hinzu kamen ein Pfostentreffer von Schüle und ein Lattenknaller von Preibisch. Längst hatte sich der SCB den Ausgleich redlich verdient – und hätte eigentlich sogar vorne liegen müssen.

SCB steckt Nackenschläge weg

Die Führung war dann nach nur 36 absolvierten Sekunden im Schlussdrittel fällig: Bei angezeigter Strafe gegen Kaufbeuren gelang Hauner das 4:3. Der just von der U20-WM in Kanada zurückgekehrte Markus Schweiger glich per Abstauber noch ein letztes Mal zum 4:4 (45.), ehe die Steelers mit Biegen und Brechen noch den Sieg erzwangen. Die Endphase begann für den Aufstiegsanwärter allerdings mit einer Hiobsbotschaft: McKnight verletzte sich bei einer Kaufbeurer Abwehraktion und humpelte verletzt in die Kabine, wenig später erwischte es kurzzeitig auch C.J. Stretch. Doch auch diese Nackenschläge steckte die Bietigheimer Rumpftruppe weg. Hauner mit seinem dritten Treffer an diesem Abend (57.) und Sheen mit einem Empty-Net-Tor machten den 6:4-Heimerfolg perfekt.

 
 
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