98:83-Sieg gegen Heidelberg Riesen sichern sich den Heimvorteil

Von Andreas Eberle
Jonah Radebaugh (rechts) stellte gegen Heidelberg mit 30 Punkten eine persönliche Karriere-Bestleistung auf. Foto: Avanti/Ralf Poller

Ludwigsburg gewinnt das letzte BBL-Hauptrundenduell gegen Heidelberg mit 98:83 und geht als Tabellenvierter ins Playoff-Viertelfinale. Dort ist ab Samstag Erzrivale Ulm der Gegner. Von Andreas Eberle

Die MHP Riesen Ludwigsburg und ihre Fans kommen zurzeit gar nicht mehr aus dem Feiern heraus. Beim Final Four der Champions League heimsten sie am Wochenende in Bilbao Platz drei ein – der bisher größte Erfolg des Klubs auf internationalem Parkett. Dann wurde Justin Simon vor der letzten BBL-Hauptrundenpartie am Mittwochabend gegen die MLP Academics Heidelberg von der Liga offiziell als bester Defensivspieler der Saison ausgezeichnet – was der Hallensprecher zum Anlass nahm, ihm gleich einen neuen Spitznamen zu verpassen: „Verteidigungsminister“. Und in den folgenden 40 Minuten erfüllten die Riesen letztlich souverän ihre Pflicht und bezwangen die „Akademiker“ aus Heidelberg mit 98:83 (46:41). Mit dem 23. Sieg im 34. Saisonduell sicherte sich das Team aus der Barockstadt endgültig den vierten Rang und zugleich den Heimvorteil im Playoff-Viertelfinale.

Dort wartet nun der Tabellenfünfte Ratiopharm Ulm als Gegner. Die Best-of-Five-Serie gegen den schwäbischen Erzrivalen beginnt mit einem Ludwigsburger Heimspiel-Doppelpack am Samstag (20.30 Uhr) und Dienstag (19 Uhr). „Ich bin froh, dass wir das Heimrecht haben. Das ist jetzt ein Derby, aber bisher habe ich wenig an Ulm gedacht. Jede Playoffserie ist wie eine neue Saison, die bei 0:0 anfängt“, sagte Riesen-Trainer John Patrick.

Radebaugh mit Bestleistung

Mit einer persönlichen Bestleistung von 30 Punkten war Jonah Radebaugh in der Nachholpartie der Mann des Abends. Der 24-jährige Spielmacher verbuchte zudem sieben Rebounds, vier Assists und zwei Ballgewinne. Pünktlich zu den Playoffs scheint Radebaugh in der Form seines Lebens zu sein. „Wie Jonah in der zweiten Halbzeit gespielt hat, war vorbildlich“, lobte auch Patrick.

Andere Riesen wussten aber ebenfalls zu gefallen. Etwa Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann, der mit acht Zählern im ersten Viertel grandios loslegte. Oder James Woodard, der 18 Zähler sammelte und wie Radebaugh vier Dreier traf. Oder Tremmell Darden, der nach seiner Verletzung ein Traum-Comeback feierte und mit 13 Punkten zum drittbesten Ludwigsburger Scorer avancierte.

Der Aufsteiger aus Heidelberg war bei seiner Abschlussvorstellung allerdings keineswegs gewillt, sich vom Champions-League-Dritten abschießen zu lassen  – so wie beim vorletzten Gastauftritt am 1. Mai, als die Nordbadener bei Alba Berlin mit 70:110 untergingen. Gerade im Auftaktviertel überraschte die Mannschaft des scheidenden Trainers Branislav „Frenki“ Ignjatovic die Riesen und lag vor den 2548 Zuschauern in der MHP-Arena mit 24:17 vorne.

Die Hausherren schienen von ihrem Spanien-Trip noch etwas mitgenommen. Ab dem zweiten Durchgang zeigten sie aber wieder ihre Klasse – und dem Gegner die Grenzen auf. Ein 24:3-Lauf bescherte Ludwigsburg eine komfortable 41:27-Führung (17.). Spätestens jetzt war angesichts der Dominanz und der Spielfreude der Riesen klar, dass hier nichts mehr anbrennen würde. In dem von beiden Seiten offensiv geführten Baden-Württemberg-Duell kamen die Fans bis zur letzten Sekunde voll auf ihre Kosten. Und natürlich wurde am Schluss auch wieder gefeiert. Mit einer zünftigen „Humba“. 

 
 
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