A-Team der TSG Bietigheim tanzt auf Platz eins Mit neuer Choreografie hoch hinaus

Von Andreas Eberle
TSG-Kapitänin Jana Novotny und Partner Dominik Streb zeigen die Schlusspose der Choreografie „Dance is Life“. Bei der Premiere feierte das Bietigheimer Lateinteam auf Anhieb einen Sieg. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Das Lateinformation der TSG Bietigheim feiert mit dem Sieg beim Zweitliga-Auftaktturnier in Ludwigsburg den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Von Andreas Eberle

Furioses Comeback nach zwei Jahren Corona-Pause: Die Tanzsportgemeinschaft Bietigheim (TSGB) hat in der Zweiten Bundesliga Latein das bisher beste Ergebnis ihrer Vereinsgeschichte eingefahren. Vor 450 begeisterten Zuschauern in der Rundsporthalle feierte das A-Team zum Saisonauftakt einen Überraschungssieg – und verwies den Topfavoriten FG Hofheim/Rüsselsheim/Fischbach sowie den gastgebenden Lokalrivalen 1. TC Ludwigsburg auf die Ränge zwei und drei.

„Wir freuen uns ein Loch in den Bauch, dass wir so gut aus der Pandemie gekommen sind und nach dem vielen Trockentraining endlich wieder vor Publikum auftreten dürfen“, sagt Stefan Cramer, Trainer und Vorsitzender in Personalunion. Seine Mannschaft hat nun beste Aussichten, auch bei den vier weiteren Wettkämpfen vorne zu landen und sich fürs Aufstiegsturnier am 21. Mai in Nienburg zu qualifizieren. Dort kämpfen jeweils die beiden Erstplatzierten aus den Zweiten Ligen Nord, West und Süd um den Sprung nach oben. Und um ein Ticket für die DM im November.

Doch das alles ist noch Zukunftsmusik. Nach den Plätzen drei, sechs und fünf in den Jahren zuvor vermeidet man bei der TSGB allzu kesse Sprüche, auch wenn Cramer zufrieden feststellt: „Wir haben einen Riesensprung gemacht und uns tänzerisch enorm verbessert – aber wir machen uns intern keinen Druck.“

A-Formation geht ins Risiko

Der 45-jährige Trainer war mit seiner A-Formation „voll ins Risiko gegangen“, wie er selbst sagt. Denn seit Beginn der Pandemie im Frühling 2020 stellten er und seine neun Paare eine völlig neue Choreografie auf die Beine: „Dance is Life“. Die Musik dazu wurde in einem Münchner Tonstudio aufgenommen, das schon für Kultsänger Falco Songs produziert hatte. Stücke wie „Higher Love“ (Whitney Houston), „Somebody Dance With Me (DJ Bobo)“ oder „Push it“ spielte das Orchester für die fetzige Komposition ein. Der Ohrwurm von „Salt ’n’ Pepa“ dient der TSGB als Motto und Einmarschlied gleichermaßen. Auch bei den Kostümen haben Cramer und Co. Mut bewiesen. So bricht das Männer-Outfit aus dem klassischen Schwarz aus. Ein farbenfrohes Blumenmuster ziert das Oberteil.

Erschwert wurde die Vorbereitung durch Corona. Als Leistungssportler durften die Bundesliga-Tänzer zwar auch während des Lockdowns üben. Zeitweise war aber nur Training in Kleingruppen möglich. „Uns haben die Leute gesagt, dass ihnen die Decke zu Hause auf den Kopf fällt. Darum wollten wir auch unter schwierigen Bedingungen ein Training anbieten“, sagt Cramer und berichtet von strikten Sicherheitsmaßnahmen, einem ausgeklügelten Testkonzept sowie einer inzwischen komplett durchgeboosterten Mannschaft. 

Die Hälfte der Tänzer ist neu im A-Team. Sechs Talente sind aus der B-Formation aufgerückt, darunter die 15-jährigen Nesthäkchen Deborah Tripi und Mirko Batinic. Den Abgang von Vanessa Werner, die es im September 2021 studienbedingt nach Gießen zog, kompensierte Sabrina Lenz, die auch noch das B-Team coacht. Mit Marina Trommer aus Tuttlingen und Armin Schäfer aus Backnang gab’s zudem zwei externe Verstärkungen.

Ob und wie „Dance is Life“ beim Publikum und den Wertungsrichtern ankommen würde, war die große Frage vor der Premiere. „Wir hatten ja keine Referenz, keine Turniere, keine Auftritte, keinen Vergleich mit der Konkurrenz und kein Feedback der Zuschauer“, sagt Cramer. Vier Einserwertungen und eine Dreierwertung sowie viel Beifall sprachen in Ludwigsburg Bände. Nadine Chifari verpasste den großen Triumph allerdings – die Co-Trainerin erwartet ihr zweites Kind und blieb hochschwanger daheim.

B-Team gewinnt kleines Finale

Die zweite Bietigheimer Garde hat beim Rundenstart ebenfalls geglänzt: Die Schützlinge der Trainer Lenz, Jean-Pierre Brucker und Cramer ließen die A-Teams der Mitaufsteiger Schwarz-Silber Frankfurt und FG TC Inn-Casino Wasserburg/Grün-Gold-Club München im kleinen Finale hinter sich und belegten letztlich Platz sechs. „Das Abschneiden unserer Nachwuchses ist sensationell gut. Mit etwas Glück ist in dieser Saison der Klassenerhalt drin“, sagt Cramer, der sich nun auf das Heimturnier am 22. Januar in der Sporthalle am Viadukt freut: „Wir sind heiß darauf, unser Ergebnis vor eigenem Publikum zu bestätigen.“

 
 
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