Absteiger Mainz 05 ist chancenlos 34:19 – SG BBM wirft sich aufs Final Four ein

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Julia Maidhof war beim Kantersieg in Mainz mit sieben Toren die treffsicherste Bietigheimer Spielerin. ⇥ Foto: Martin Kalb

Die Gaugisch-Sieben zeigt dem Absteiger Mainz 05 bei der Pokal-Generalprobe die Grenzen auf.

Mainz. Die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim haben eine gelungene Generalprobe für das Olymp Final Four am kommenden Wochenende um den DHB-Pokal hingelegt. Sie setzten sich am Samstagabend beim seit Wochen feststehenden Absteiger 1. FSV Mainz 05 mit 34:19 durch.

Dortmund ist vorzeitig Meister

Dennoch kann die Mannschaft um Kapitänin Kim Naidzinavicius den Erzrivalen Borussia Dortmund nun auch theoretisch nicht mehr von Platz eins verdrängen. Der BVB feierte bei noch drei ausstehenden Partien mit dem 39:22 beim SV Union Halle-Neustadt den 27. Sieg im 27. Saisonspiel und somit vorzeitig die erste deutsche Meisterschaft der Klubgeschichte im Frauenhandball. Für die SG BBM bleibt die große Titelchance im Pokal, auf den sich nun alle Konzentration richtet.

„Wir werden uns jetzt gut vorbereiten. Dazu haben wir eine Woche Zeit, das hatten wir in der ganzen Saison nicht allzu oft. Wir wollen die Titelchance unbedingt ergreifen. Da lechzen alle danach“, sagte Coach Markus Gaugisch. Ob in der Stuttgarter Porsche-Arena Luisa Schulze mitmischen kann, ist allerdings fraglich. Die 1,90 Meter große Kreisläuferin hatte sich im Training am Knie verletzt und fehlte darum in Mainz ebenso wie Emily Sando, Stine Jørgensen und Kim Braun.

Nur zu Beginn konnte der Tabellenvorletzte dem Favoriten Paroli bieten. Das 4:4 nach elf Minuten war ein Achtungserfolg für das „Meenzer Dynamites“ genannte Team, das in der laufenden Runde bisher erst zweimal gewonnen hat. Die Rheinländerinnen waren in ihrem vorerst letzten Erstliga-Heimspiel mit der Mission angetreten, nicht höher als mit 15 Toren Unterschied zu verlieren. Ein Unterfangen, das sie letztlich mit einer Punktlandung erreichten.

Gästetrainer Gaugisch verteilte wie schon in den vergangenen Duellen die Spielzeit auf alle seine Akteurinnen im Kader und schonte mit Blick aufs Final Four einige Stammkräfte wie Naidzinavicius, Xenia Smits oder Karolina Kudlacz-Gloc. Letztere war bis zur Pause die auffälligste Bietigheimerin. Polens Rekordnationalspielerin belebte mit ihrer Dynamik den Rückraum und steuerte drei Treffer zur 16:9-Halbzeitführung bei, ehe sie sich im zweiten Durchgang ausruhen durfte. Das galt auch für Torfrau Valentyna Salamakha, die den Platz zwischen den Pfosten nach der Pause Rena Keller überließ. Die 17-jährige Jugendnationalspielerin fügte sich gleich mit drei Paraden und einem parierten Siebenmeter ein. Mit 37 Prozent gehaltenen Bällen stellte sie sogar die erfahrene Salamakha (22 Prozent) in den Schatten. Dass die Abwehr nach dem Seitenwechsel noch etwas besser stand als zuvor kam Keller dabei entgegen.

Vom rechten Flügel zeigte nun auch Amelie Berger ihre Vollstreckerqualitäten und schlug viermal zu. Julia Maidhof avancierte mit sieben Toren zu Bietigheims Topwerferin, gefolgt von Antje Lauenroth (5) und Naidzinavicius (5/2). „Wir haben heute gut agiert und dementsprechend deutlich gewonnen“, bilanzierte Gaugisch, der aber auch Verbesserungsbedarf anmeldete: „In der Offensive lassen wir wieder einige Bälle liegen, da fehlt uns die Coolness. Das müssen wir abstellen.“

 
 
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