Kreis Ludwigsburg Die Weihnachtsmärkte in der Region

Von Bigna Fink
Gut besucht war der Weihnachtsmarkt in Besigheim vergangenes Jahr am Abend des 7. Dezembers. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden in dieser Kommune 2025 nicht erhöht. Foto: /Martin Kalb

Im Kreis öffnen die ersten Adventsmärkte, große bis kleine. Ein Blick auf das Angebot in den Städten und Dörfern – und auf die Sicherheitsvorkehrungen.

Wegen zu hoher Sicherheitsauflagen gab es dieses Jahr bundesweit vereinzelt Absagen oder Ortsverlegungen von kleinen Weihnachtsmärkten. Nach den tödlichen Anschlägen auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche 2016 und auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt 2024 mit Fahrzeugen, haben viele Marktveranstalter ihre Sicherheitskonzepte verschärft. In der Region ist das Angebot an größeren und kleinen Weihnachtsmärkten reichlich und unverändert. Manche Veranstalter haben die Sicherheitsvorkehrungen etwas verstärkt.

Der in der Region größte Weihnachtsmarkt, der Barock-Weihnachtsmarkt Ludwigsburg, mit rund einer Million Besucher jährlich, hat vom 25. November bis 22. Dezember geöffnet. Seitens der Behörden gebe es auf dem Barock-Weihnachtsmarkt keine höheren Sicherheitsauflagen, „aber ein hohes Eigeninteresse unserseits“, sagt Mario Kreh, Geschäftsführer der Agentur Tourismus & Event Ludwigsburg, die den Weihnachtsmarkt organisiert.

Neu in Ludwigsburg und Bietigheim: Anti-Terror-Sperren

„Im Vergleich zum Vorjahr haben wir nun erstmals Herner-Truck-Sperren (HTS) im Einsatz, die bei fast gleichen Kosten eine deutliche Erhöhung der Sicherheit bieten,“ so Kreh. Die rot-weißen Anti-Terror-Sperren sind rollfähige Fahrzeugbarrieren, die auch Lastwagen stoppen. Sicherheitsmitarbeiter können die modular aufgebauten Sperren nach Bedarf öffnen und schließen. Ansonsten greife das „seit vielen Jahren erprobte und immer weiter verfeinerte Sicherheitskonzept“, so Kreh. Außerdem wurde die Straßen-Beleuchtung etwas angepasst und Richtung Bahnhof erweitert.

Diesmal belebt er zum 30. Mal weihnachtlich die Altstadt: Der Bietigheimer Sternlesmarkt, nach dem Ludwigsburger einer der größten Weihnachtsmärkte im Umkreis, beginnt am 27. November um 17 Uhr und endet am 21. Dezember. Der Markt von der Pfarrstraße bis zum Unteren Tor ist an allen vier Adventswochenenden, von Donnerstag bis Sonntag, geöffnet. Das Marktamt beim Ordnungsamt organisiert den Sternlesmarkt. Rund 50 000 Besucher werden jedes Wochenende erwartet.

Im Haushaltsplan von Bietigheim-Bissingen stehen laut Stadtsprecherin Annette Hochmuth für das adventliche Vergnügen 90.000 Euro bereit. Die Sicherheitsvorkehrungen kosten etwa 35.000 Euro. Die erhöhten Ausgaben seien eine große Belastung für die Stadt, betont sie. „Die Kostenansätze lagen in den vergangenen Jahren ähnlich hoch, wurden aber nicht immer voll benötigt und nun verstärkt auf die Sicherheit umgelegt, was daher rund 12.000 Euro mehr kostet“, so Hochmuth. Dieses Jahr neu zum Schutz der Menschen sind die Fahrzeugsperren (teilweise mobil und mit Sicherheitspersonal besetzt, teilweise fest), die die Zufahrtsbereiche zum Sternlesmarktes sichern. Die festen Sperren sind Beton-Poller des Bauhofs und die mobilen Sperren – wie in Ludwigsburg – HTS-Sperren.

Es gibt laut Hochmuth außerdem eine Nachtwache und zu den Öffnungszeiten Streifengänge durch die Polizei und den Gemeindevollzugsdienst. Zudem gilt bei Veranstaltungen, also auch dem Sternlesmarkt, „ein gesetzliches Messer- und Waffenverbot“. Die Stadt reagiert damit auf die „allgemein erhöhten Sicherheitsanforderungen bei Weihnachtsmärkten“, so Pressesprecherin Hochmuth.

Verstärkte Sicherheitsbarrieren im sonst „ liebgewonnenen Turnus“

Auch in diesem Jahr organisieren die fünf Sachsenheimer Stadtteile wieder eigene Weihnachtsmärkte. Sie werden dabei je nach Stadtteil von verschiedenen Gruppen organisiert – von der Verwaltung, Privatpersonen oder Vereinen. Alles bleibe im „liebgewonnenen Turnus, lediglich die Sicherheitsbarrieren sind verstärkt worden“, so Sprecher Arved Oestringer. „In diesem Jahr rechnen wir für die städtischen Beteiligungen mit circa 10.000 Euro“, sagt Oestringer zu den gesamten Weihnachtsmarktkosten. Wie bei mittlerweile fast allen größeren Veranstaltungen, werde ein Sicherheitsdienst eingesetzt. Neu sei die feste Zufahrtsblockade zum Verhindern der Einfahrt in das Marktgeschehen. „Die Zufahrtssperre kostet in der Miete rund 1300 Euro, so der Sprecher.

Ein Blick auf alle Sachsenheimer Weihnachtsmärkte: Vereine, Institutionen, Bürgerladen am Samstag, 29. November, zum Ochsenbacher Adventsmarkt rund um die Pfarrscheuer ein. Ebenfalls an diesem ersten Adventssamstag organisieren die Weingüter Ott und Weiberle den Wengerter Advent am Panoramaweg in Hohenhaslach. Am zweiten Adventssonntag, 7. Dezember, findet wieder der Weihnachtsmarkt im Äußeren Schlosshof in Großsachsenheim statt. Den Abschluss des vorweihnachtlichen Reigens in Sachsenheim bieten am 13. Dezember der Kleinsachsenheimer Weihnachtsmarkt und der Häfnerhaslacher Adventssamstag.

Am ersten Adventswochenende vom Samstag, 29., bis Sonntag, 30. November, veranstaltet der Verbund Vaihinger Fachgeschäfte (VVF) den 46. Vaihinger Weihnachtsmarkt rund um das Bezirksrathaus. Mit über 100 Ständen zählt er zu den größten, ehrenamtlich organisierten Märkte der Region.

Das sogenannte Advents-Hüttle in Oberriexingen, veranstaltet die Stadt in Zusammenarbeit mit Vereinen, der Freiwilligen Feuerwehr, sowie Elternbeiräten an allen Adventsfreitagen rund um die Kelter. Das Event wird zum fünften Mal ausgerichtet, jeden Freitag übernimmt ein Verein oder eine Einrichtung die Bewirtung.

Traditionell am ersten Adventswochenende, vom 29. bis 30. November, lädt der Bönnigheimer Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerkermarkt zwischen Köllesturm und Schloss zum Bummeln und Genießen ein. Die Interessengemeinschaft der Selbstständigen Bönnigheim (IGS) veranstaltet und finanziert das Geschehen. Es gebe nicht mehr Sicherheitsvorkehrungen als im Vorjahr, sagt Martin Queisser, Geschäftsführer der IGS, der zu den Kosten keine Angaben machen möchte.

Der Besigheimer Weihnachtsmarkt findet am zweiten Adventswochenende, vom 6. bis 7. Dezember, in der gesamten Altstadt samt großem Kunsthandwerkermarkt in der Alten Kelter statt. Der Verein Marketing Concept Besigheim (MCB) organisiert in Kooperation mit der Stadt den Markt. Die Sicherheitsvorkehrungen mit unter anderem mobilen Fahrzeugsperren seien gleich geblieben wie im letzten Jahr laut MCB.

Bis 6. Januar wärmende Hütten und eine Weihnachtsbahn

Neu in diesem Jahr ist das sogenannte Weihnachtswunderland vom 6. Dezember bis 6. Januar auf dem Besigheimer Marktplatz. Aktuell werden die vier Hütten aufgebaut, in denen es für Kinder und Erwachsene etwas zu kaufen, Kleinigkeiten zu essen und Wärmendes zu trinken gibt. In dieser Zeit soll eine weihnachtlich geschmückte Bahn alle halbe Stunde vom Marktplatz zum Bahnhof und zurück fahren.

Kommenden Samstag und Sonntag, 29. und 30. November findet der 45. Asperger Weihnachtsmarkt, am Fuße des Hohenaspergs auf dem festlich beleuchteten Platz vor der Michaelskirche statt.

Am 6. und 7. Dezember, öffnet der Tammer Weihnachtsmarkt seine Pforten im Bürgersaal und auf dem Rathausplatz. „Dieses Jahr mit einem noch vielfältigeren Angebot an Ständen, Essens- und Getränkeangeboten und einem schönen Kinderprogramm“, wirbt die Kommune. Sie betont das Waffen- und Cannabisverbot auf dem Weihnachtsmarkt.

Adventliche Buden gibt es auch an einzelnen Tagen in den Dörfen der Region

Rund um das Rathaus findet am zweiten Adventssonntag, 7. Dezember und zum 25. Mal der Ingersheimer Adventsmarkt statt.

Der Kulturring Pleidelsheim veranstaltet dieses Jahr zum 39. Mal den Pleidelsheimer Weihnachtsmarkt, am 30. November bei der Evangelischen Kirche.

Einen kleinen Weihnachtsmarkt im Weindorf Mundelsheim veranstalten der CVJM und die Evangelische Kirchengemeinde vor der Nikolauskirche am 6. Dezember.

Der VfL Gemmrigheim lädt zum dritten Mal zu einem kleinen Weihnachtsmarkt auf dem Wasen am 29. November ein.

Zum Löchgauer Winterzauber die Gemeinde am Samstag, 29. November rund um das Rathaus ein. mit Kinderprogramm und musikalischen Auftritten.

Einen feinen Weihnachtsmarkt in Freudental verspricht die Gemeinde am Sonntag, 30. November, rund um das Rathaus mit unter anderem einer Märchenerzählerin und dem Posaunenchor. bfi

 
 
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