Adventskonzert Bönnigheim Das Wesen der Musik: Freude bereiten

Von Susanne Yvette Walter
Ulrich Egerer leitet den Chor der Cyriakuskirche, der beim Adventskonzert in ebendieser auftrat. Foto: /Oliver Bürkle

Das Adventskonzert in der Cyriakuskirche in Bönnigheim bietet viel Kirchenmusik von verschiedenen Künstlern und Ensembles.

Alle Jahre wieder und doch jedes Mal neu und voller Leben: Unter dem Dach der evangelischen Cyriakuskirche Bönnigheim sind am vergangenen Sonntag, dem Zweiten Advent, Musiker aus dem Posaunenchor, Sänger aus dem Chor der Cyriakuskirche, Flötenspieler aus dem Kreis um Ulrike Steiner, Organist Louis Kneer und als Moderator Martin Kohnle, Pfarrer im Ruhestand, zusammengekommen, um ein Adventskonzert auf die Beine zu stellen Jedes Jahr findet ein Adventskonzert in der Cyriakuskirche statt und immer ist es anders.

Der Posaunenchor verbindet sich mit dem Chor der Cyriakuskirche

Sakrale Klänge des Posaunenchores tauchten das voll besetzte Kirchenschiff in genau die Atmosphäre, die Menschen in der Adventszeit so sehr lieben: Dieses spezielle festliche Flair breitet sich aus bei Chorälen, Kirchenliedern, Präludium, Fuge und Magnifikat, bei Auftritten des evangelischen Posaunenchores unter der Leitung von Lucia Wachter und in all den Instrumentalvorspielen, die Klangfarben zum Klingen bringen. Der Bläserapparat Posaunenchor verbindet sich zeitweise mit dem Chor der Cyriakuskirche. Er zeigt unter den Händen von Ulrich Egerer als künstlerischem Leiter, wie er musikalisch die Adventszeit auf seinen Schultern trägt. Egerer schwingt hier seit 2019 den Taktstock. Er dirigiert auch in Besigheim und in Ludwigsburg Chöre und versteht es, Kräfte zu bündeln.

Louis Kneer spielt das Bachsche Präludium in Es-Dur

In der Adventszeit gibt es kaum einen bedeutenderen Posten in der Kirchenmusik als den des Organisten. Louis Kneer ist als Musiker ein vielseitiger Aktivist. Er widmet sich ausgiebig als Organist der klassischen Kirchenmusik, ist mit Johann Sebastian Bach und Konsorten bestens vertraut, wie das Adventskonzert zeigte. Er greift aber auch gerne zum Saxofon oder in die Tasten seines Klaviers für poppige Sounds. Beim Adventskonzert holte er die Noten von Altvater Bach hervor und legte in bester Tradition das Präludium in Es-Dur auf. Bei den Parts mit dem Chor der Cyriakuskirche und der Orgel zeigte Magdalene Kohnle, wie versiert ihr Orgelspiel sich auf den Chor einstellt.

Einen wichtigen Teil des Konzerts übernahm der Flötenkreis um Ulrike Steiner. Dieser private Kreis, der vorwiegend aus Frauen besteht, liebt das Spiel auf großen tiefen Flöten genauso wie auf kleinen, feinen, hohen. Der Flötenkreis trägt viel dazu bei, dass die Musik gefeiert wird, die reich an Klangfarben ist. Der Kreis um Ulrike Steiner legte am Sonntag feurig-südeuropäische Tänze auf, beschwingt und leicht erklangen „Pavane“ und „Siciliano“ zusammen mit uralten Weihnachtsweisen.

Musikalisch geht es dann um den Morgenstern

Martin Kohnle, Pfarrer im Ruhestand, lässt es sich nicht nehmen, in Form einer kleinen Predigt zu den Zuhörern zu sprechen. Er greift das Geschehen in der Krippe von Bethlehem auf und lässt sich wie die drei Weisen aus dem Morgenland gerne leiten vom Stern, der den Weg zum Jesus-Kind in der Krippe weist.

Als es musikalisch um den Morgenstern geht, erklärt er dessen Bedeutung als Richtungsweiser gerne mit den Worten: „Der Morgenstern zeigt die kosmische Macht und Herrschaft Gottes in Form dieses markanten Gestirns.“

Und weil es im Wesen der Musik liege, Freude zu bereiten, verteilt Monika Binder, die Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Geschenke unter den Ausführenden, während der Beifall rauscht und jeder auf seine Weise tiefer in die Adventszeit eingetaucht ist.

 
 
- Anzeige -