Aktion am Bahnhof Polizei kontrolliert Einhaltung der Maskenpflicht im ÖPNV

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Wer am Donnerstagnachmittag ohne Maske im Bietigheimer Bahnhof unterwegs war, wurde von der Polizei auf die Maskenpflicht hingewiesen. Meist hatten die Menschen sie schlicht vergessen oder wussten nicht, dass sie eine tragen müssen.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Im Rahmen einer Aktion hat die Polizei am Donnerstag kontrolliert, ob Fahrgäste am Bietigheimer Bahnhof einen Mund-Nasen-Schutz nutzen.

Die Kontrolle der Maskenpflicht in Bussen, Bahnen, an Haltestellen, Gleisen und Bahnhöfen stand am Donnerstagnachmittag bei der Polizei in Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen auf dem Programm. Dazu hatten sich Beamte des Ludwigsburger Polizeipräsidiums an neuralgischen Punkten positioniert. „Es geht darum, die Maskenpflicht an diesen Orten mehr ins Bewusstsein zu bringen“, sagte Polizeisprecher Jan Farger.

In letzter Zeit habe die Masken-Disziplin etwas nachgelassen und so sei vom Innenministerium angeordnet worden, dass die Polizeipräsidien an wichtigen Punkten Präsenz zeigen, an die Pflicht erinnern und notfalls auch eine Anzeige in die Wege leiten.

Am Bietigheimer Bahnhof hatten sich die Polizisten am Donnerstagnachmittag direkt hinter dem Eingang positioniert. Immer wieder kamen Menschen ohne Maske herein. „Oh, habe ich vergessen“ oder „Ich wusste nicht, dass man die auch im Bahnhof aufsetzen musste“, entgegneten die meisten ohne Maske den Beamten. „Auch aus der Erfahrung von heute Morgen, als wir schon in Böblingen unterwegs waren, kann ich sagen, dass der überwiegende Teil der Menschen ohne Maske ähnlich reagiert“, sagte Farger.

Die Ordnungshüter gaben bei der Kontrolle den klaren, aber freundlichen Ton vor. In der Regel wurde dann auch artig die zwar mitgeführte, aber nicht angezogene Maske aufgesetzt. Nur in einigen wenigen Fällen zeigten sich auch in Bietigheim manche Bahnfahrer wenig einsichtig.

Große Hinweisplakate im
Bietigheimer Bahnhof

Zumindest der Entschuldigungsversuch, man habe nicht gewusst, dass die Pflicht zur Maske ab dem Eingang gelte, wird künftig nicht mehr ziehen. Zufällig zeitgleich mit der Polizeiaktion ließ die Bahn nämlich am Donnerstag auf den Fußboden im Bahnhof große Hinweisplakate über die Maskenpflicht und die nötigen Abstandsregeln anbringen. „Das ist echt ein Zufall, aber das passt natürlich sehr gut“, freute sich Farger.

Wer sich auch über die Maskenpflicht und deren Durchsetzung freuen dürfte, ist wohl der Bahnhofskioskbetreiber. Wirtschaftlich clever kann man nämlich dort noch schnell eine Maske kaufen. Wie eine Verkäuferin erzählte, laufe das Geschäft sehr gut. Allein am Montag hätten wohl viele ihre Maske vergessen und sich dann vor dem Einstieg in die Bahn noch mit einer eingedeckt. Nur in ihrer Schicht habe sie so an dem Tag mindestens 50 Exemplare verkauft.

Auch am Busbahnhof kontrollierte die Polizei und sah sich da manchem überraschten Gesicht gegenüber. „Auch hier draußen, aber wir sind doch an der frischen Luft“, sagte ein Maskenloser verdattert. „Hintergrund ist einfach der, dass dort eine Maske getragen werden soll, wo sich viele Menschen zusammendrängen und das ist eben an Bushaltestellen so“, erläuterte Farger. Ein Thema bei den Kontrollen waren auch die Atteste, die manche präsentierten und die von der Maskenpflicht befreien sollen. Weil es Fälle von falschen Attesten gab, nehme man den Sachverhalt immer auf und übergebe ihn zur Prüfung an die Stadt, die dann entscheide, wie weiter verfahren werde, so der Polizeisprecher.

Ihrem Ruf als Freund und Helfer kamen die Beamten in Bietigheim übrigens auch nach, wer seine Maske vergessen hatte, erhielt von der Polizei einen Mund-Nasen-Schutz gestellt.

 
 
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