Um 8 Uhr am Freitagmorgen wurde aus dem Bönnigheimer Freibad ein Chlorgasaustritt gemeldet, was einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften auslöste. Auch Bönnigheims Bürgermeister Albrecht Dautel war sofort vor Ort, um sich über die Lage zu informieren.
Alarm am Freibad Bönnigheim Großeinsatz am Freibad mit glimpflichem Ausgang
Freitagmorgen löste im Bönnigheimer Bad ein Chlorgasaustritt einen Alarm aus. Durch ein undichtes Ventil trat beim Wechseln der Fässer Gas aus.
Ventil war undicht
Zwei Freibadmitarbeiter wollten noch vor Öffnung des Bades in einem dafür vorgesehenen Raum den Chlorgasbehälter wechseln. Beim Anschluss des frischen Fasses bemerkten sie, dass das Ventil undicht ist und Gas ausströmte. Sie lösten den Alarm aus und als erste Maßnahme aktivierten sie die Sprinkleranlage, um das Gas zu unterdrücken.
Innerhalb kürzester Zeit war die Bönnigheimer Feuerwehr vor Ort, deren Kommandant Mike Etzel die Einsatzleitung übernahm. „Zuerst musste geklärt werden, was und wie viel ausgetreten ist“, sagte Etzel im Gespräch mit der BZ. Aus Bietigheim-Bissingen kam die Wehr unter Leitung von Kommandant Frank Wallesch, der die Unterstützung der Führungsgruppe übernahm, also Funkverkehr, Einsatzbesprechungen und das Rufen weiterer Wehren übernahm. „Es geht darum, die Kräfte zu bündeln und den Einsatzleiter zu unterstützen“, sagte Wallesch. Auch der diensthabende stellvertretende Kreisbrandmeister Matthias Häußler war vor Ort. Unterstützung gaben die Feuerwehren aus Besigheim und Ludwigsburg. Aus Asperg und Vaihingen kamen die Gefahrgutzüge. 150 Rettungskräfte insgesamt waren vor Ort.
Deren Besatzung holte, in Schutzanzüge gekleidet, das Fass aus dem Lagerraum, übergoss es mit Wasser und transportierte es ab. Die anderen Feuerwehren sperrten die Einsatzstelle ab. Es wird dem Hersteller zurückgegeben, so Etzel. Vor Ort waren auch die Polizei, die den Einsatzort und das nebenliegende Wohngebiet abriegelte, sowie Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes und ein Notarzt.
Schulklasse wurde evakuiert
„Da der Unfall vor der Öffnungszeit des Freibades um 9 Uhr passierte, war zum Glück nur eine Schulklasse des Alfred-Amann-Gymnasiums im Bad, diese haben wir auf der anderen Seite des Tatorts durch einen Hinterausgang hinausbegleitet und evakuiert“, so Etzel.
Das ausgetretene Chlorgas, sagte der Bönnigheimer Feuerwehrkommandant, sei „nicht messbar“ gewesen. „Es bestand zu keiner Zeit Gefahr für Menschen oder das Bad“, sagte Bürgermeister Dautel. Nach einem mehrstündigen Einsatz konnte das Mineralfreibad gegen 13 Uhr für Badegäste wieder geöffnet werden.
Einzig betroffen von dem Großeinsatz war eine niederländische Familie, die auf dem neben dem Freibad liegenden Wohnmobilstellplatz übernachtet hatte und ihre Weiterfahrt nicht antreten konnte, weil genau vor der Einfahrt zum Platz der Gefahrengutzug parkte. „Was für ein Abenteuer wir im Urlaub erleben“, sagte Bart Faas. „Die Verzögerung macht uns gar nichts, wir haben vom Deutschen Roten Kreuz sogar einen Kaffee und eine Brezel bekommen.“ Die Ortsgruppe Bönnigheim des DRK sorgte für die Verpflegung der 150 Einsatzkräfte vor Ort. „Gott sei Dank ist nichts passiert und keiner war in Gefahr, aber wir haben gesehen, dass wir alle gut für so einen Ernstfall gerüstet sind“, sagte Mike Etzel.
