Alfred-Amann-Gymnasium Bönnigheim Schülerschaft erkämpft sich den Toilettenzugang

Von Birgit Riecker
Schülersprecher Raahim Khurshid zeigt die Stelle, an der der Zugang zu den Toiletten eingefügt werden soll, für den sich die Schüler Foto: /Oliver Bürkle

Der Außenzugang wird vermieden, er wird in Bau I des Bönnigheimer Schulzentrums verlegt. Die Baumaßnahme soll bereits in den Sommerferien erfolgen.

Der erste Durchbruch ist bereits geschafft: Mit Unterstützung des Rektors des Alfred-Amann-Gymnasiums (AAG) in Bönnigheim, Achim Salomon, hat die Schülerschaft erreicht, dass der Zugang zur Toilette in Bau I des Schulzentrums ins Gebäude verlegt wird. So soll der derzeitige Außenzugang über den Winter vermieden werden. Die Umsetzung der notwendigen Baumaßnahme soll bereits in den Sommerferien erfolgen.

Zuerst hatte die Schulleitung den Antrag nicht mitgetragen

„In der Sache hat es eine aktuelle Stellungnahme der Schulleitung des AAG gegeben“, sagt Bürgermeister Albrecht Dautel auf Nachfrage. Die Schulleitung habe den Antrag der SMV im Februar zunächst nicht mitgetragen. Man sei davon ausgegangen, dass der Aufenthaltsraum in Bau I ab September 2026 wieder zur Verfügung stehe und die Toiletten damit wieder regulär über den Innenbereich erreichbar sein würden. Doch diese Annahme habe sich als unzutreffend erwiesen.

Denn die Bücherei, die während der Renovierung und Erweiterung von Bau II den Zugang blockiere, könne nicht rechtzeitig umziehen. „Bereits aufgrund allgemeiner Bauverzögerungen hatte sich die Fertigstellung zwischenzeitlich auf jetzt frühestens April 2027 verschoben“, so Rektor Salomon. Hinzu komme nun, dass der erforderliche Nachtrag des beauftragten Trockenbauunternehmens im Gemeinderat noch nicht abschließend beschlossen worden sei. Und damit verschiebe sich die Fertigstellung voraussichtlich weiter nach hinten. „Damit entfällt die zentrale Voraussetzung, auf der die bisherige ablehnende Haltung der Schulleitung beruhte, endgültig. Ich revidiere meine Position entsprechend und unterstütze den Antrag der SMV nunmehr ausdrücklich“, so Salomon.

Im Winter Glätte, Kälte und Dunkelheit auf Außenweg

Der Schulleiter nennt als weitere Gründe für den notwendigen innen liegenden Zugang, dass die Verzögerung bedeute, dass die Schülerschaft einen weiteren Winter mit Glätte, Kälte und Dunkelheit auf dem Außenweg zurücklegen müsse. Das erhöhe das Verletzungsrisiko (Ausrutschen, Stürze) und damit auch das Haftungs- und Aufsichtsrisiko der Schule. Je länger Schülerinnen und Schüler witterungsbedingten Gefahren auf dem Außenweg ausgesetzt seien, desto schwerer lasse sich die bisherige Regelung mit der schulischen Aufsichtspflicht vereinbaren.

Ein weiterer Aspekt sei die Frage der Barrierefreiheit. Schülerinnen und Schüler mit Bewegungseinschränkungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien von einem witterungsabhängigen Außenweg besonders stark betroffen. „Ein innen liegender Zugang ist auch inklusionspolitisch geboten“, betont Salomon. Er gibt weiter zu bedenken, dass sich Schülerinnen und Schüler selbst schaden könnten, indem sie weniger trinken oder ihre Körperhygiene vernachlässigen wegen des weiten Wegs. Die beantragte Demontage einer Glas-Trennscheibe sei eine bauliche Maßnahme mit vergleichsweise geringem Aufwand und geringen Kosten, der ein hoher und andauernder praktischer Nutzen gegenübersteht. „Ein Festhalten an der alten Position ohne Anpassung an die neue Sachlage wäre gegenüber der Schülerschaft nicht nachvollziehbar zu vermitteln“, meint Salomon und verweist erneut auf die fehlende Terminverbindlichkeit für die Fertigstellung von Bau II.

Ein innerer Zugang soll nun, so Bürgermeister Albrecht Dautel, in den Sommerferien geschaffen werden. In einer Schätzung vom Frühjahr 2026 ging die Bauverwaltung von Kosten in Höhe von gut 5000 Euro aus. „Die Umsetzung ist bereits veranlasst“, betont Dautel.

 
 
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