Anlieferung auch für Erligheimer und Freudentaler Planungen für Häckselplatz gehen weiter

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Die Planungen für die Sanierung und die Erweiterung des Bönnigheimer Häckselplatzes laufen. Künftig sollen auch Freudentaler und Erligheimer Bürger ihn nützen.⇥ Foto: Martin Kalb

Der Technische Ausschuss beschäftigte sich mit den AVL-Vorgaben für den Häckselplatz. Vergrößerung geplant, damit Freudentaler und Erligheimer anliefern können.

Der Häckselplatz soll erhalten bleiben. Daher beschloss der Technische Ausschuss des Gemeinderats einstimmig, die Planung für den bisherigen Platz entsprechend den Vorgaben der Abfal­lverwertungs­gesellschaft des Landkreises (AVL) fortzusetzen. Er soll auch so groß ausgebaut werden, dass Häckselgut aus Freudental und Erligheim angeliefert werden kann.

Seit 1991 betreibt die Stadt den Häckselplatz im Gewann Krappenberg. Ursprünglich mit 1300 Quadratmetern genehmigt, hat er aktuell eine Fläche von 2100 Quadratmetern. Daher braucht es eine Änderungsgenehmigung. Bei der Bearbeitung der notwendigen Voraussetzungen hatte eine Besichtigung mit Vertretern des Landratsamts, der AVL und der Stadt stattgefunden. Ergebnis war, dass die geschotterte Oberflächenbefestigung in einem sehr schlechten Zustand oder gar nicht mehr vorhanden ist. Das entspreche nicht mehr dem Stand der Technik, stellten die Teilnehmer fest. Weiter stellte sich heraus, dass nie eine Waldumwandlungsgenehmigung erteilt worden war, obwohl der Platz mitten im Wald liegt.

Asphalt statt Schotter

Die Stadt beauftragte daraufhin das Ingenieurbüro Frank aus Backnang mit einer Vorentwurfsplanung und einer Kostenschätzung. Bauamtsleiter Peter Knoll erläuterte, dass die derzeitige Schotterbefestigung durch eine Asphalttragschicht ersetzt und das anfallende Abwasser über eine Retentionsfläche zurückgehalten werden soll. Zusätzlich sollen Plätze für Grasschnittcontainer und Laub geschaffen werden, so dass die Anlage den aktuellen Vorgaben der AVL entsprechen würde. So könnte man die notwendige Baugenehmigung und die ebenfalls erforderliche Waldumwandlungsgenehmigung beantragen und erhalten.

Stadtrat Frank Müller (FWV/CDU) wunderte sich über diese Genehmigungserfordernis: „Die Fläche war doch vorher ein Steinbruch“, wandte er ein. Bauamtsleiter Knoll entgegnete, dass vor dem Steinbruch dort auch Wald gewesen ist und deshalb die Genehmigung notwendig ist. „Ohne diese Genehmigung wird die Abteilung Forst im Landratsamt nie dem Vorhaben zustimmen. Damit wäre alles erledigt“, prognostizierte Bürgermeister Albrecht Dautel weiter.

Über die Ausgestaltung des Platzes machte sich das Gremium auch Gedanken: „Die Laubcontainer sollen vertieft stehen, damit die Leute das leichter einwerfen können“, schlug Frank Sartorius (FWV/CDU) vor. Michael Gerdes (UWG) wünschte, dass die Container von allen Seiten anfahrbar sind.

Baukosten: 170 000 Euro

„Von den aufgeführten Kosten bin ich überrascht“, stellte er weiter fest. Bürgermeister Dautel erklärte, dass viele Erdbewegungen notwendig werden, so dass der ursprüngliche Ansatz von 100 000 Euro jetzt aktuell bei brutto 170 000 Euro liege. Dorothea Bechtle-Rüster (SPD) kritisierte, dass der Platz asphaltiert werden soll, obwohl er mitten im Wald liegt: „Das kostet uns eine unvorstellbar hohe Summe.“ Bauamtsleiter Knoll entgegnete, dass die beim Häckseln entstehenden Säfte in ein neues Sickerbecken mit einer belebten Bodenschicht eingeleitet werden müssen. „Die technischen Anforderungen sind einfach so“, stellte Bürgermeister Dautel fest.

„Wenn wir das nicht machen, kommt die AVL nicht mehr zum Häckseln“, betonte der Bönnigheimer Rathauschef. Er verwies auf eine mögliche interkommunale Zusammenarbeit: „Wenn künftig auch Häckselgut aus Freudental und Erligheim angeliefert werden kann, kommt die AVL sogar häufiger zum Häckseln.“ Der Technische Ausschuss beauftragte ihn, darüber und über eine mögliche Kostenbeteiligung an den Baukosten und der späteren Unterhaltung mit den beiden Gemeinden zu verhandeln. Im Übrigen nahm das Gremium die Vorentwurfsplanung einstimmig zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung die Pläne mit Landratsamt und AVL weiter abzustimmen.

 
 
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