Anonymer Gönner bürgt Steelers stellen Lizenzantrag für möglichen DEL-Aufstieg

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Die Bietigheimer EgeTrans-Arena gilt als DEL-tauglich, das Publikum auch. Mit dem Lizenzantrag für die DEL haben die Steelers eine weitere Weiche in Richtung Erstliga-Eishockey gestellt. ⇥ Foto: Martin Kalb

Ein anonymer Gönner sorgt für die Bürgschaft in Höhe von 816 000 Euro. Auch Frankfurt und Kassel bewerben sich um einen Platz in der Eliteklasse.

Am Montagvormittag bekamen die Bietigheim Steelers hohen Besuch: Die Deutsche Eishockey-Liga und deren TV-Produktionsgesellschaft nahmen die EgeTrans-Arena unter die Lupe und klopften sie auf ihre DEL-Tauglichkeit ab. Übertragungskapazitäten, Kabelwege, Medienarbeitsplätze, Kamera- und Interviewpositionen – insgesamt 19 Seiten habe der Fragebogen umfasst, der abgearbeitet werden musste, berichtet Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch. An dem Ortstermin nahmen auch die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen als Betreiber der Halle teil.

Die Stippvisite der DEL hatte einen guten Grund. Denn der Klub aus dem Ellental ist einer von drei Zweitliga-Vereinen, der am Ende der neuen Saison für den Aufstieg in die Eliteklasse in Frage kommt und am Lizenzierungsverfahren 2021 teilnehmen könnte – die sportliche Qualifikation als DEL2-Meister vorausgesetzt. Erstmals seit 2005/06 ist nach der Spielzeit 2020/21 überhaupt wieder ein Austausch zwischen den beiden höchsten deutschen Profiligen auf sportlichem Weg vorgesehen. Neben den Steelers haben auch noch die Löwen Frankfurt und die Kassel Huskies den Hut in den Ring geworfen und sich um einen Platz im Oberhaus beworben. Dieses Trio hat am vergangenen Mittwoch die nötigen Unterlagen fristgerecht eingereicht, wie die Liga am Montag bekannt gab. Als einziger Zweitligist haben sich die Frankfurter obendrein als Nachrücker bereits für die kommende DEL-Runde in Stellung gebracht.

Eine Grundvoraussetzung für eine DEL-Lizenz ist die Bürgschaft einer deutschen Großbank in Höhe von 816 000 Euro. „Nach vielen Gesprächen hat ein überzeugter Unterstützer die Bürgschaft für uns gelegt“, sagt Schoch, ohne allerdings den Namen des Gönners preisgeben zu wollen. Letztlich müssen alle Bewerber für die DEL einen strengen 8000-Punkte-Plan erfüllen.

Mit Blick auf die Corona-Krise hatte sich der eine oder andere Erstliga-Vertreter in den vergangenen Wochen noch für eine Aussetzung des geplanten sportlichen Auf- und Abstiegs ausgesprochen. Schoch ist froh, dass an der Vereinbarung zwischen den beiden Ligen aber nicht mehr gerüttelt wurde. „Die Steelers haben sich bezüglich der Verzahnung zwischen DEL und DEL2 immer klar für den sportlichen Aufstieg positioniert, und da sind wir uns treu geblieben“, stellt der Geschäftsführer fest. Der Fokus liege nun weiter darauf, auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten eine konkurrenzfähige Mannschaft zu formen, die um den sportlichen Aufstieg mitspielen könne.

„Wir wissen um die Erwartungen im Umfeld, und wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, so Schoch. „Jetzt sind aber auch alle gefordert, denn die Zeiten von Ausreden, die Steelers nicht zu unterstützen, sind vorbei – es geht nach 14 Jahren nicht mehr um die goldene Ananas, sondern um den sportlichen Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse.“ Eine Aussage, die sich vor allem an aktuelle und potenzielle Sponsoren richten dürfte.

Dresdner Eislöwen verzichten

Die infrastrukturellen Voraussetzungen hätten neben Bietigheim, Frankfurt und Kassel eigentlich auch die Dresdner Eislöwen erfüllt, doch diese winkten ab. „Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten und unserem obersten Prinzip, eine solide wirtschaftliche Grundbasis zu gewährleisten, haben wir nach intensiven Gesprächen von einer Einreichung der DEL-Lizenzunterlagen inklusive der Bürgschaft in Höhe von 816 000 Euro in diesem Jahr abgesehen“, sagt Maik Walsdorf, Geschäftsführer der Sachsen. „Wir halten an unserem Ziel, in die DEL aufzusteigen, weiter fest, aber in diesem Jahr gab es aufgrund der aktuellen Situation und anderen wirtschaftlichen Einflüssen zu viele Fragezeichen.“

 
 
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