Apotheke Bietigheim-Bissingen Am Terminal Medizin bestellen

Von Petra Neset-Ruppert
Andreas Bühler bei dem Terminal im Kaufland Foto: /Martin Kalb

Apotheker Andreas Bühler bietet einen neuen Service an und will damit den Onlinehandel vor Ort stärken. 

„Mit den Terminals können wir Zugang zu Arzneimitteln bieten, wo es keine Apotheke gibt“, erklärt Andreas Bühler, Inhaber der Bühler-Apotheken. Seit einigen Wochen stehen an fünf Standorten von Kaufland Terminals, an denen Kunden Medikamente bestellen und sie sich nach Hause liefern lassen können. Sowohl das Terminal als auch die Medikamente kommen von Apotheker Andreas Bühler.

Vor rund einem Jahr kam ihm die Idee dazu, nachdem er das Lager in seiner Apotheke im Kaufland am Standort Bietigheim erweitert und umgebaut hatte (die BZ berichtete). Die Terminals konzipierte Bühler gemeinsam mit einem IT-Entwickler und wandte sich dann an Kaufland als Partner, um Standorte zu finden. An den Standorten Leonberg und Backnang sowie in Sinsheim und Schwetzingen gebe es nämlich keine Apotheke. Dort könne man nun an den Terminals die Medikamente bestellen und sie sich nach Hause liefern lassen. In Bietigheim kann man das Terminal während der Öffnungszeiten des Kauflands ebenfalls nutzen.

„Damit können wir in Zukunft Versorgungslücken schließen, denn gerade im ländlichen Bereich gibt es nicht überall eine Apotheke“, sagt Bühler. Wer einkaufen gehe, könne über das Terminal nebenbei auch noch den Gang zur Apotheke erledigen. So kann man an dem von Bühler entwickelten Terminal auch gleich überprüfen, ob das E-Rezept auch auf der Karte ist. „Wenn das Rezept nicht da ist, erfahren sie das sonst erst vom Apotheker an der Theke“, sagt Bühler.

Konkurrenz für große Onlineanbieter

Mit den Terminals will er mehr Flexibilität anbieten und so auch eine größere Kundschaft ansprechen. „Die rezeptfreien Medikamente bieten wir hier zu Preisen von großen Onlineapotheken an.“ Es soll ein Konzept sein, mit dem man dem Onlinehandel Konkurrenz mache und gleichzeitig den Erhalt der Apotheken vor Ort sichere.

Denn: „Die Rentabilität der Apotheken vor Ort ist massiv gesunken“, sagt Bühler. „Die Umsatzrendite einer durchschnittlichen Apotheke ist auf ein neues Tief gesunken. Sieben Prozent aller Apotheken machten im Jahr 2025 sogar Verluste“, heißt es in einer Mitteilung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Zwar sieht der Entwurf eines Beitragsstabilisierungsgesetzes für die gesetzliche Krankenversicherung eine Erhöhung des Apothekenabschlags von 1,77 auf 2,07 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament vor, dieser reiche aber nicht aus. „Seit 2013 haben wir jede fünfte Apotheke in Deutschland verloren – und das Apothekensterben geht weiter“, sagt Thomas Preis, Präsident der ABDA. Bühler hofft, dass sich in Zukunft auch andere Apotheken an dem Terminal-System beteiligen werden und so ein großes Netzwerk entstehen könne. „Die Digitalisierung im stationären Einzelhandel braucht gute Lösungen“, betont er. In diesen Zeiten käme es für Apotheken darauf an, wettbewerbsfähig zu bleiben. „Und so können wir ein Onlineangebot gegen die großen Händler aus dem Ausland machen.“

Mit einer Lagerfläche für 30.000 Medikamentenpackungen sei die Apotheke im Kaufland in Bietigheim gut aufgestellt und könne auch mit einer höheren Bestellungsrate umgehen. Eigens dafür hat Bühler eine Packstation aufgebaut. Verschickt werden die Medikamente mit DHL. „Zwischen ein und zwei Werktagen dauert der Versand.“ Für die Kunden in der näheren Umgebung seiner Apotheken nutze er den eigenen Botendienst.  Petra Neset-Ruppert

 
 
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