Daniel Groß, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariterbundes (ASB), Landesrettungsdienstleiter und Regionalgeschäftsführer, freut sich: Am 22. Januar waren 2,4 Millionen Euro auf dem Konto des ASB – Geld für die 2025 eingeweihte neue Rettungswache in Walheim. 3,4 Millionen Euro kostete der Neubau. Eigentlich, so Groß, war zu befürchten, dass die Vorfinanzierung des ASB durch Kredite noch länger bestehen bleibt. Denn: Die Finanzierung sei kompliziert, sagt Groß.
ASB Walheim Das Geld für die Wache ist schon da
2,4 Millionen Euro bekam der Rettungsdienst nun, um einen Großteil der Kosten des Neubaus zu bezahlen.
Man befürchtete, acht bis zehn Jahre auf das Geld zu warten
Das Land Baden-Württemberg ist durch das Rettungsdienstgesetz verpflichtet, 90 Prozent der Kosten einer neuen Rettungswache zu bezahlen, falls diese nötig wird, was im Fall des ASB für die Region im nördlichen Landkreis so war. Die alte Rettungswache in Besigheim wurde 1979 bezogen, trotz Anbauten war sie viel zu klein, hatte zu wenig Platz für 20 Mitarbeiter sowie für die Fahrzeuge. Ein Neubau war dringend notwendig.
70 Millionen Euro Bedarf an Kosten für neue Rettungswachen hatte das Land, aber nur zwölf Millionen Euro waren im Topf. „Wir dachten, wir müssen acht bis zehn Jahre auf unser Geld warten, da wir eigentlich mit Walheim nicht im Fördertopf für 2026 drin waren“, so Groß. Das Land verteilt dann das Geld jahresweise an die Rettungsdienste, die neue Wachen bauen mussten. In der Finanzierungs-Warteschlange standen schon Wachen, die vor Jahren gebaut wurden. Dann aber beschloss der Bund, mehr Geld in die zivile Verteidigung, wozu Rettungswachen gehören, zu stecken. 80 Millionen Euro bekam das Land, und so konnte auch der ASB für die neue Rettungswache in Walheim Geld bekommen. „Darüber sind wir froh, auch wenn es keine 90 Prozent der Baukosten sind“, sagt Groß. Der bestehende Förderstau wurde aufgelöst.
Der ASB betreibt im Landkreis Ludwigsburg Rettungswachen in Walheim, Oberstenfeld, Ditzingen und zwei in Ludwigsburg. In Walheim muss die Rettungswache nun mindestens 40 Jahre betrieben werden, so das Rettungsschutzgesetz.
„Jetzt sind wir erst mal froh, dass wir hier mehr Platz und bessere Möglichkeiten haben“, sagt Henning Umbach, der Leiter der Wache in Walheim. 600 Quadratmeter stehen hier zur Verfügung. Es konnte ein zweites Rettungsfahrzeug angeschafft werden, damit wachsen die Einsätze von 2500 pro Jahr noch in Besigheim auf 3500 in Walheim. Drei Fahrzeuge stehen für Krankentransporte parat. Die Mitarbeiterzahl wurde von 20 auf 30 aufgestockt. Auch, weil nun mehr Platz beispielsweise für Ruheräume und getrennte Duschen und Umkleidekabinen da ist. Zudem gibt es einen großen Aufenthaltsraum mit moderner Küche und einer Außenterrasse mit Aussicht auf die Weinberge für die Mitarbeiter, die teilweise 24-Stunden-Dienste schieben. „Die neue Wache ist ein Quantensprung“, so Umbach.
Schneller an den Einsatzorten
Die Fahrzeughallen sind groß, sodass die Türen der Einsatzwagen offen stehen bleiben können und „man dennoch drumrum laufen kann“, so Umbach. So können die Rettungssanitäter noch schneller einsatzbereit sein, auch die Reinigung der Fahrzeuge ist einfacher. Die Rettungswache hat außerdem eine stationäre eigene Notstromversorgung und ist damit für den Notfall des Stromausfalls gerüstet. „Mit der neuen Wache und der höheren Einsatzbereitschaft können wir den nördlichen Landkreis deutlich stärken und sind schneller an den Einsatzorten“, so Groß.
