Dass wir unser Theater verlieren, ist seit fünf Jahren klar. Es schwebte wie das Schwert des Damokles über unseren Köpfen, dass das Gebäude verkauft werden soll. Im November letzten Jahres haben wir nun die Kündigung erhalten“, sagen Brigitte Bregler, Theo Eisele und Ilse Riedl im Gespräch mit der BZ. Die drei sind Teil des vierköpfigen Vorstands des Theatervereins Schwaben-Bühne, der seine feste Spielstätte in der Königstraße 22 in Asperg hat. Jedoch nur noch bis Mai dieses Jahres. Am 22. März findet die letzte Vorstellung statt (siehe Infobox), danach folgt der Auszug.
Asperg Die Schwaben-Bühne hat bald kein Theater mehr
Der Mietvertrag des Theatervereins aus Asperg wurde gekündigt. Das Ende der Spielstätte soll aber nicht das Ende der Schwaben-Bühne bedeuten. Ein Gespräch mit dem Vorstand.
Es soll für den Verein weitergehen
„So ein Kleinod wird sich nirgends mehr finden. Wir haben keine Hoffnung, wieder eine feste Heimat zu bekommen“, sagt Ilse Riedl. Den Kopf hängen lassen will der Verein jedoch nicht, es soll weitergehen, nur eben anders. Vielleicht sei das auch eine Chance für neue Wege. Die feste Miete jeden Monat sei eine enorme Belastung gewesen, denn auch für die spielfreien Wochen im Sommer mussten die Fixkosten erwirtschaftet werden – eine Herausforderung für den Theaterverein, der ausschließlich aus Ehrenamtlichen besteht. Dafür waren etwa 70 Vorstellungen jährlich nötig. Aktuell hat der Verein 64 Mitglieder, mit rund 30 Aktiven, die auf der Bühne, hinter der Theke, in der Technik oder wo eine helfende Hand benötigt wird, mitwirken.
„Wir suchen jetzt einen neuen Probenraum, im Idealfall einen festen und das in Asperg oder der näheren Umgebung“, so der Vorstand. Natürlich auch Spielstätten, die seien aber sicherlich einfacher zu finden als ein Probenraum. Der Verein sei gut vernetzt im Umkreis, man habe ihm schon Unterstützung angeboten – auch vonseiten der Stadt. „Aspergs Bürgermeister steht hinter uns“, berichtet Riedl. Die Kassen seien aber leer, daher habe die Stadt ihr Vorkaufsrecht am Gebäudeerwerb nicht genutzt. Bürgermeister Christian Eiberger habe dem Verein das Angebot gemacht, kostenfrei das Haus der Vereine zu nutzen, vor allem als Lager für Requisiten und Ähnliches sei das wichtig. Er sei auch bei Besichtungen neuer Räume dabei gewesen. „Die Schwaben-Bühne ist seit Jahrzehnten eine Institution in Asperg. Wir setzen alles daran, dass die Schwaben-Bühne ihrem Vereinsleben weiterhin nachgehen kann“, so Eiberger gegenüber der BZ.
Die Schwaben-Bühne wurde als Verein 1974 in Stuttgart gegründet. Das Ensemble fand 1991 im ehemaligen „Hirsch“ in Asperg ein Zuhause. Zwei Jahre der Renovierung in Eigenleistung folgten, bis 1993 mit dem Theaterspielen begonnen werden konnte. Das an das Gebäude anschließende ehemalige Kino „Gloria“, später ein Getränkemarkt, wird als Theaterraum genutzt.
Es sollen Wohnungen entstehen
„Es sollen hier zwölf Wohnungen entstehen, aktuell gibt es bereits einige Wohnungen im Obergeschoss des Theaters“, sagt Brigitte Bregler. Das ehemalige Kino soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, der 17 Wohneinheiten schaffen soll. Der Käufer sei ein Investor aus dem Kreis Böblingen. Zwar begrüße die Stadt, dass Wohnraum entstehe. Die Schwaben-Bühne hätte Bürgermeister Eiberger jedoch gerne an ihrer derzeitigen Stelle erhalten.
Böses Blut gebe es zwischen Verein und Vermieter nicht, juristisch sei alles korrekt abgelaufen, es sei eben nur sehr traurig, sagt der Vereinsvorstand. „Es ist emotional schwer für uns“, so Riedl. Fest steht für den Verein allerdings: „Wir wollen im Herbst 2026 wieder auf der Bühne stehen. Das ist wichtig, damit die Marke ‚Schwaben-Bühne’ erhalten bleibt und wir nicht in Vergessenheit geraten.“
