Aufsteiger verliert 2:6 gegen Straubing Platte Steelers gehen erneut leer aus

Von Andreas Eberle
Riley Sheen (links) kämpft gegen den Straubinger Stephan Daschner um die Scheibe. Der kanadische Steelers-Torjäger schoss den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich für Bietigheim. ⇥ Foto: Ralf Poller/Avanti

Das dezimierte Bietigheimer Team verliert auch das zweite Duell am Wochenende. Nach dem 2:6 gegen Straubing fällt der DEL-Neuling auf den vorletzten Platz zurück. Von Andreas Eberle

Ich gucke mit zusammengekniffenen Augen nach oben, aber mit weit aufgerissenen Augen nach unten.“ Mit diesem Bonmot hatte Volker Schoch den zwischenzeitlichen Höhenflug der Bietigheim Steelers in der DEL mit fünf Siegen am Stück kommentiert. Damit bewies der Geschäftsführer viel Realitätssinn und Weitblick. Denn seitdem hat sich die Lage für den Aufsteiger im Tabellenkeller wieder verdüstert. Der 1:3-Niederlage am Freitag bei den Augsburger Panthern folgten am Sonntagabend eine 2:6-Heimpleite gegen die Straubing Tigers und der Sturz auf den vorletzten Rang. 

Trainer zeigt sich kämpferisch

Der Doppelspieltag am Wochenende fand allerdings unter ungleichen Voraussetzungen statt. Während beim SCB fast das halbe Team pandemie- und verletzungsbedingt fehlte, liefen die beiden Widersacher aus Bayern fast in Bestbesetzung auf. „Wir hatten einen Lauf und in letzter Zeit sehr gut gespielt. Corona hat uns gestoppt und nicht der Gegner. Das ist schon frustrierend“, sagte Trainer Daniel Naud und zeigte sich zugleich kämpferisch: „Wir müssen den Kopf oben behalten. Wenn es hart auf hart kommt, werden wir bereit sein.“

Acht Corona-Fälle im Aufgebot bestätigte Naud bei der Pressekonferenz. 13 Feldspieler, einen mehr als am Freitag, hatte er gegen Straubing zur Verfügung. Dank Robert Kneislers Rückkehr bekamen die Schwaben immerhin drei komplette Sturmreihen zusammen. Wie gehabt war die Abwehr mit vier Verteidigern, darunter Youngster Jimmy Martinovic, ausgesprochen dünn besetzt. Die Folge: Max Renner steckten am Ende gut 36 Spielminuten in den Knochen, deren knapp 35 waren es bereits am Freitag in Augsburg gewesen. 

Wieder zogen sich die Steelers mit ihrem Minikader achtbar aus der Affäre. Wieder ging das Rumpfteam aus dem Ellental sogar in Führung: Nach einem Konter hatte Brendan Ranford mit dem ersten Bietigheimer Torschuss Erfolg (3.). Doch wie schon die Augsburger Panther bissen auch die Tigers mit einem Doppelschlag zurück: Marcel Brandt (10.) und Kael Mouillierat (11.) schossen den Tabellensiebten aus Niederbayern innerhalb von 67 Sekunden in Front. Mit den vielen Strafzeiten, die sie kassierten, machten es sich die Hausherren zusätzlich selbst schwer.

Furios startete der Neuling in den zweiten Durchgang. Mit seinem 29. Saisontreffer gelang Riley Sheen der verdiente 2:2-Ausgleich (23.). Ein weiterer Straubinger Doppelpack brach dem Underdog aber das Genick: Im vierten Powerplay der Gäste traf Travis St. Denis (33.) zum 3:2, Ian Scheid ließ mit einem Penalty das vierte Tigers-Tor folgen (35.).

Drittes DEL-Spiel für Doubrawa

Bietigheims finnischer Goalie Sami Aittokallio, der eben erst zum zweiten Mal Vater geworden war und in den Nächten zuvor kaum geschlafen hatte, räumte jetzt den Platz zwischen den Pfosten. Für ihn kam Leon Doubrawa zu seinem dritten DEL-Einsatz. Der 20-jährige Aufstiegsheld machte seinen Job richtig gut, auch wenn er zweimal hinter sich greifen musste. Jason Akeson (47.) und Benedikt Kohl (60.) machten das halbe Dutzend voll und das Straubinger Sechs-Punkte-Wochenende perfekt – gegen ein Steelers-Team, das einfach platt und ausgelaugt war.

„Ich verstehe zu 100 Prozent, dass wir am Ende mehr Fehler machen und mehr Strafen nehmen. Trotzdem müssen wir lernen, die ganze Zeit fokussiert zu bleiben und alles zu tun, um ein Spiel zu gewinnen – auch in so einer schwierigen Situation“, sagte Naud. Der Coach hofft nun auf personelle Verstärkung aus dem Krankenlager zum nächsten Spiel. Dieses findet bereits am Mittwoch (20.30 Uhr) beim Vizemeister Grizzlys Wolfsburg statt.

 
 
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