Ausbildungsmesse in Vaihingen Kontakte zu Unternehmen knüpfen

Von Michaela Glemser
Bei den Jugendlichen liegen kaufmännische Berufe laut Arbeitsagentur im Trend. Die Berufsberater empfehlen den Jugendlichen aber auch, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Foto: /Oliver Bürkle

Die Vaihinger Ausbildungsmesse mit Ständen von rund 42 Betrieben zieht zahlreiche Besucher an. Vor allem kaufmännische Berufe sind derzeit beliebt.

Interessiert lauschte Firuze Tetik den Gesprächen am Stand des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Die junge Frau, die gerade eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten im Vaisana Ärztehaus in Vaihingen macht, hat den großen Traum einer Berufskarriere bei der Polizei. „Ich könnte mir gut vorstellen, nach dem Abschluss meiner derzeitigen Ausbildung noch einmal eine Ausbildung bei der Polizei anzuhängen.“ Daher möchte sie sich jetzt schon einmal über ihre Möglichkeiten bei der Polizei informieren, erzählte Tetik. Auch ihre Freundin Martina Rosignuolo nutzte die Gelegenheit, um einige der rund 42 Ausbildungsbetriebe näher kennenzulernen, die sich am vergangenen Samstag in der Stadthalle den zahlreichen Besuchern bei der Vaihinger Ausbildungsmesse präsentierten.

Im Trend: Kaufmännische Berufe

„Ich mache in diesem Jahr meinen Schulabschluss und interessiere mich für eine Stelle im Büro“, sagt Rosignuolo. Begeistert sei sie vom Gespräch und den Informationen am Stand der Kreissparkasse Ludwigsburg gewesen. „Eine Ausbildung zur Bankkauffrau könnte ich mir sehr gut vorstellen“, sagt sie.

Dass kaufmännische Berufe derzeit im Trend bei den Jugendlichen liegen, wusste Karin Ruoß von der Geschäftsstelle Bietigheim-Bissingen der Agentur für Arbeit in Ludwigsburg, die vor allem an den Schulen in Vaihingen als Berufsberaterin tätig ist. „Die Messe ist wirklich sehr gut besucht und viele junge Menschen, die heute hier sind, sind von den Schulen in Vaihingen.“ Einige wüssten schon konkret, wo ihre berufliche Zukunft hingehen soll. „Ich vermittele ihnen nur Adressen von geeigneten Ausbildungsbetrieben“, sagt Ruoß. Andere junge Menschen wiederum seien noch völlig unschlüssig, betonte die Berufsberaterin, die in diesen Fällen immer wieder unterstrich, dass auch für dieses Jahr noch ausreichend Ausbildungsplätze auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Ludwigsburg vorhanden seien.

„Es ist etwas schade, dass die Berufe im Handwerk derzeit bei den Jugendlichen nicht so begehrt sind. Viele jungen Menschen denken, dass diese Berufssparten mit Schmutz und körperlich schwerer Arbeit verbunden sind. Dabei haben die Handwerksbetriebe die Pandemiekrise oftmals sehr gut überstanden“, sagt Ruoß.

Daher empfahl die Berufsberaterin den Besuchern an ihrem Stand immer wieder, auch über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, sich in unterschiedlichen Berufssparten auszuprobieren und über Praktika neue Erfahrungen zu sammeln. Dies war auch der Wunsch von Jasmin Hölle aus Oberriexingen, die zwar erst in die siebte Klasse geht, aber frühzeitig Kontakt zu möglichen Ausbildungsbetrieben in der Umgebung knüpfen möchte. Dafür sei die Messe eine tolle Gelegenheit. „Ich möchte eventuell einen Beruf im sozialen Bereich ergreifen, da ich den Kontakt mit Menschen sehr mag“, sagt das junge Mädchen.

Auch Azubis geben Infos

Neben den Ausbildungsleiterinnen und -leitern der unterschiedlichen Unternehmen, waren an den Ständen der Vaihinger Ausbildungsmesse auch Auszubildende anwesend, die von ihren Erfahrungen berichteten. Lena Hellings ist im ersten Ausbildungsjahr als Sozialversicherungsfachangestellte bei der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr beschäftigt. Die Arbeit sei sehr vielfältig und halte immer wieder neue Herausforderungen bereit, sagt sie: „Ich habe viel mit Rechtsgrundsätzen zu tun. Dies macht mir besonders Spaß“, sagt Hellings, die versuchte junge Menschen für ihren Ausbildungsberuf zu begeistern, denn in diesem Bereich bestehe ein großer Bedarf.

Dachdecker gesucht

Diesen verspürt auch Hartmut Berner vom Unternehmen Fink in Illingen, das für Dächer, Fassaden und Wärmedämmungen zuständig ist. „Natürlich suchen wir auch Auszubildende und wollen auf dieser Messe für unsere Branche ebenfalls Imagepflege betreiben“, sagt Berner. Der Beruf des Dachdeckers habe viel mit Energieeinsparung zu tun und sei dadurch modern und zukunftsorientiert, sagt Berner, der mit Julia Peetz in seinem Betrieb 2018 schon Deutschlands beste junge Dachdeckerin ausgebildet hat. Peetz habe es auch bei den Weltmeisterschaften im Dachdeckerhandwerk zu Siegeslorbeeren gebracht.

„Der Beruf des Dachdeckers ist für junge Frauen und Männer gleichermaßen geeignet“, sagt Berner. Und welche Voraussetzungen sollten künftige Dachdecker mitbringen? Eine gewisse Sportlichkeit und Schwindelfreiheit, sagt Berner, der ebenfalls mit dem Publikumsinteresse auf der Vaihinger Ausbildungsmesse rundum zufrieden war.

 
 
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