Auslosung EHF European League SG BBM trifft auf den Titelverteidiger

Von Sebastian Klaus
Die Bietigheimerinnen Xenia Smits (links) und Julia Maidhof wollen in der European League hoch hinaus.⇥ Foto: Marco Wolf

In der European League spielt der Bundesligist gegen Nantes, Lubin und Minaur Baia Mare aus Rumänien.

Satte 24 Minuten lang hatten sich die Verantwortlichen des Bundesligisten SG BBM Bietigheim am Donnerstagvormittag gedulden müssen, bis sie endlich die Namen ihrer kommenden Kontrahenten in der Gruppenphase der EHF European League erfuhren. Tatsächlich war der letzte im Wettbewerb verliebene der ursprünglich vier angetretenen deutschen Vertreter bei der Auslosung in der EHF-Zentrale in Wien als allerletztes gezogen worden. Während die anderen Trainer also bereits mit der Google-Suche nach den Gegnern begonnen hatten, hatten die SG BBM-Macher bei der live im Internet übertragenden Veranstaltung noch ein paar bange Momente vor sich.

SG BBM muss lange warten

Um 11.24 Uhr stand dann endlich fest, dass Gaugisch und seine Bietigheimerinnen in der Guppe B nicht nur auf den französischen Titelverteidiger Les Neptunes de Nantes treffen werden, der bis vor einem halben Jahr noch unter dem Namen Nantes Atlantique Handball antrat, sondern auch auf den rumänischen Vertreter CS Minaur Baia Mare sowie den polnischen Klub MKS Zagłębie Lubin.

Und auch wenn am Donnerstag bei der eher schmucklosen Veranstaltung in der österreichischen Hauptstadt ein Mann vom Format eines Peter Urban fehlte, der die Zuschauer vor dem Fernseher seit 1997 Jahr für Jahr beim Eurovision Song Contest über kulturelle Besonderheiten der teilnehmenden Nationen aufklärt, sind zumindest ein paar Fakten über die kommenden Gruppengegner der SG BBM bekannt.

Die schwerste Hürde in der Gruppe B ist sicherlich Titelverteidiger Nantes. Beim Klub von der Atlantikküste, bei dem bis 2018 die ehemalige Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft, Isabell Klein, unter Vertrag stand, trifft die SG BBM auf eine alte Bekannte. Seit dieser Saison  spielt die dänische Linksaußen Fie Woller beim Europapokalsieger, die zwischen 2016 und 2020 insgesamt vier Spielzeiten lang auch im Trikot der SG BBM auf der Platte gestanden hatte. „Im Land des Olympiasiegers zu spielen ist auf jeden Fall eine geile Sache“, sagt Trainer Markus Gaugisch zum ersten Gegner, gegen den sein Team am 8./9. Januar in Nantes antritt. Der Coach selbst hatte die Auslosung verpasst, weil für den Lehrer am Donnerstag Unterricht anstand.

Auch Baia Mare im Final Four

Ähnlich stark wie Nantes dürfte CS Minaur Baia Mare einzuordnen sein. Die Rumäninnen, die im Grenzland zwischen Ungarn und der Ukraine beheimatet sind, gewannen in der vergangenen Saison durch einen 33:31-Sieg über Herning das Spiel um Platz drei in der European League. „Ähnlich wie Lubin sind sie international erfahren“, warnt Gaugisch vor dem ihm ansonsten noch völlig unbekannten Gegner, von dem er sich über die EHF Videomitschnitte besorgen will. „In der Champions League war das in der letzten Saison leichter. Über deren Plattform konnte man sich alle Spiele ansehen“, sagt Gaugisch, dessen Team sich in der Qualifikation locker gegen den norwegischen Vertreter Tertnes Bergen durchsetzen konnte. Aber auch ohne vorherige Sichtung der Gegner freut sich der SG BBM-Trainer bereits über einen Umstand: „Nantes und Lubin sich beide ordentlich erreichbar.“

Die Gruppenspiele werden im Januar und Februar ausgetragen. Die ersten beiden Teams jeder der vier Gruppen qualifizieren sich fürs Viertelfinale, welches Ende März/Anfang April ausgespielt wird. Das Final-Four-Turnier findet Mitte Mai statt.

 

 
 
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