Puppenstuben von 1900 bis heute sind von Sonntag, 30. November, an im Heimatmuseum Münchingen zu sehen. „Spiel-Räume | Spiel-Träume? Tür auf in die Ideale der Zeit – Puppenstuben von 1900 bis heute“ lautet der Titel der Ausstellung. Deutlich wird in der Schau, wie sich auch die Funktion der Puppenstube gewandelt hat: Vom Prestigeobjekt adeliger Haushalte über die Wertevermittlung der Pädagogik des 19. Jahrhunderts bis hin zum freien Entfaltungsspielzeug in der heutigen Zeit.
Ausstellung in Korntal-Münchingen Puppenstuben und Kaufmannsläden zeigen den Wandel der Zeit im Kleinen
Das Heimatmuseum Münchingen entführt die Besucher in Miniaturwelten. Sie verzaubert mit dem Charme detailgetreuer Spielfiguren und Spielzeug von einst.
Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum
Die Ausstellung veranschaulicht die Entstehungsgeschichte der Puppenstuben, zeigt ihre Entwicklung im Wandel des Zeitgeistes auf und blickt auf Ideale und Entwicklungen der Zeit seit 1900. Neben den Puppenstuben sind Kaufmannsläden und Puppenküchen zu sehen. Die Ausstellungsstücke wurden zum Teil dem Museum gestiftet. Die Schau wird am Sonntag, 30. November, um 11 Uhr eröffnet.
Puppenmöbel erzählen Geschichte
Die gezeigten Objekte haben alle ihre eigenen Geschichten, die zum Teil in der Ausstellung nachzulesen sind. Da gibt es etwa Puppenmöbel, die aus einem Haus in Heilbronn stammen, das 1944 bei einem Bombenangriff komplett zerstört wurde – bis auf den Dachboden, er blieb unversehrt. Die Puppenmöbel hatten einst der Ur-Ur-Großmutter gehört und sind aus der Zeit um 1900. Das Leben in der Zeit etwas vor 1900 vermitteln wiederum Puppen mit Porzellanköpfen und Echthaar in zeittypischer Kleidung. Eine der männlichen Puppen trägt eine Uniform aus der Zeit des deutschen Kaiserreichs. Die Puppenkinder hingegen haben besondere Kindermöbel. Sie haben zudem selbst noch kleinere Spielzeugpuppen.
Eine Apotheke aus einem Kaufladen um 1880 ist zu sehen, ein Puppenhaus aus der Zeit um 1900 mit funktionierenden Küchengeräten inklusive Ofen und Kaffeemühle, manch Puppenküche verfügte sogar über einen Wasseranschluss für das Waschbecken. So wie sich die Darstellung wandelte, veränderte sich auch das Material: Kriegsfiguren aus Elastolin, Toilettenhäuschen aus Blech, später dann aus Plastik, günstig, austauschbar, bestellbar aus dem Versandkatalog. Die Ausstellung im Heimatmuseum, Kirchgasse 1, wird bis September 2026 zu sehen sein. Nach der Eröffnung ist sie sonntags von 11 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, sowie dienstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.
