Ausstellung Skulpturen vonJörg Failmezger in Ingersheim Kleinod hinter dem Rathaus

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Bürgermeisterin Simone Haist mit der Skulptur "Yin und Yang". Foto: Martin Kalb

Auf dem ehemaligen Friedhof stehen 17 Skulpturen des Pleidelsheimer Bildhauers Jörg Failmezger. In Corona-Zeiten ohne Kultur wirbt Bürgermeisterin Simone Haist für einen Besuch.

Corona hat auch in Ingersheim das kulturelle Leben zum Erliegen gebracht. Neben den vielfältigen Angeboten der örtlichen Vereine fanden  im Rathaus regelmäßig Konzerte, Vorträge  und Ausstellungen statt.  Ideale Veranstaltungen für Bürgermeisterin Simone Haist, die  die Kommunikation mit der Bürgerschaft als eine vordringliche Aufgabe sieht, die aber derzeit nicht in dem Maße wie vor Corona möglich sind. Seit ihrem Amtsantritt im Mai habe sie kaum Schönes erlebt, richtig schlimm werde es, wenn wegen Corona das kulturelle Leben in Ingersheim noch längere Zeit brach liegen würde.

Trotzdem muss man auf kulturelle Elemente im Ort nicht verzichten. Hinter dem Rathaus ist ein Skulpturenpark mit 17 Werken des Pleidelsheimer Bildhauers Jörg Failmezger entstanden. Die Arbeiten werden zunächst für drei Jahre zu sehen sein, so Bürgermeisterin Simone Haist, die im Park selbst des öfteren anzuteffen ist, „wenn es zeitlich die Möglichkeit dazu gibt“.

Besonders gefällt ihr die Skulptur „Stein in Flammen“, die Failmezger aus einem Granit herausgearbeitet hat. Der Stein ist vom Feuer vor 100 Millionen Jahren gekennzeichnet, die Flammen werden als Scheiben mit roten Rändern dargestellt.

Beim Gang über den ehemaligen Friedhof, der nach Ablauf der Ruhezeiten der letzten Gräber im Jahr 2011 zu einem Park der Erinnerung umgewandelt werden sollte, wird die Erinnerung allein an der Rückseite der Martinskirche mit einer Galerie von über 40 Grabsteinen aufrecht erhalten. Zum Teil waren diese schon vor Jahren abgetragen worden und standen in Gärten, Weinbergen, in   Scheunen und Schuppen. Zu sehen ist auch der Grabstein des früheren Bürgermeisters Karl Braun, der von 1945 bis  1964 Bürgermeister in Großingersheim war.

Gleichwohl dominieren die Skulpturen das abfallenden Gelände, auf dem Bürgermeisterin Haist eine weitere Figur hervorhebt. Bei der Skulptur „Mors permutat Vitam“, der Tod verändert das Leben, wird das Leben mit einem Berg von Brüsten symbolisiert, getrennt vom Tod, dargestellt als Fratze und der Krone als Souverän. „Die Figur hat etwas, man denkt viel zu wenig über den Tod nach“, sagt die Ingersheimer Bürgermeisterin bei der Betrachtung der Skulptur.

So zeigt sich der Skulpturenpark als ein Ort der Ruhe und der Nachdenklichkeit, den Simone Haist den Bürgern ans Herz legen will. Fällt die Sonne auf das Gelände, bilden die Schatten der hohen Bäume durchaus eine Verbindung mit den Skulpturen. Das Gelände ist mit breiten Wegen durchzogen, die hinab ins Neckartal und den nahen Karl-Ehmer-Stift führen. Auch ein Rundgang ist möglich, der vom Rathaus aus, hinter der Kirche entlang, vorbei an der Kelter über den Hindenburgplatz wieder bis zum Rathaus führt.

Dort liegt ein Katalog mit den Abbildungen aller Skulpturen inklusive der Erklärungen des Künstlers Jörg Failmezger aus. Der Katalog werde immer wieder ausgeliehen, was das Interesse an dem Park zeige, so Bürgermeisterin Simone Haist, die schon Kultur-Ideen für die Zeit nach Corona hat.

 
 
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