Bäume brauchen viel Pflege vom Bauhof Stadträte kennen „ihre“ Bäume

Von Birgit Riecker
Wie Bauhofleiter Michael Ritter erklärte, setzen Raupen den Linden auf der Bleichwiese zu, zum anderen gäbe es zahlreiche Anfahrschäden durch Autos.⇥ Foto: Martin Kalb

Leiter Michael Ritter stellte dem Gemeinderat seinen „Baum- und Landschaftspflegeplan“ für Herbst und Winter vor.

Auf ein umfangreiches Grün-Wissen und großes Interesse bei den Stadträten stieß der Bönnigheimer Bauhofleiter Michael Ritter bei der Vorstellung seines „Baum- und Landschaftspflegeplan“ für Herbst und Winter.

Für Jochen Türk (Grüne) war es zunächst unverständlich, warum auf dem neuen Spielplatz schon nach vier Jahren ein Baum abgängig ist. „Die Jugend hat daran gearbeitet“, meinte der Bauhofleiter. „Das hat ihm das Genick gebrochen.“ Vandalismusschäden seien ein Riesenproblem. „Wir haben eine Linde, die ist regelrecht gerupft worden“, sagte er.

Warum an etlichen Bäumen Kronenteile abgestorben seien, wollte Stadträtin Dorothea Bechtle-Rüster (SPD) wissen. Das habe verschiedene Gründe, so Ritter: Zum einen setzten Raupen den Linden zu, zum anderen gäbe es zahlreiche Anfahrschäden in der Bleichwiese. Und natürlich seien da auch noch „Altlasten“ wie in der Hohensteiner Kastanienallee. Jens Hofäcker (UWG) war betroffen, dass einige Bäume gefällt werden müssen. „Kann man sie nicht besser schützen? Wäre eine intensivere Pflege nicht günstiger als Nachpflanzungen?“, wollte er wissen. Nein, neue Bäume zu pflanzen sei günstiger, sagte Ritter. Und auf die Nachfrage, warum es auf dem Hofener Kinderspielplatz Obstbäume und somit eine Wespengefahr gebe, erklärte der Bauhofleiter, die Bäume seien schon vor dem Spielplatz dagewesen und der Gemeinderat habe entschieden, sie stehen zu lassen.

Linden auf der Bleichwiese

Für Dittmar Zäh (UWG) stellte sich die Frage, ob die Linden auf der Bleichwiese den richtigen Standort hätten. Ja, sagte Ritter. Sie litten vor allem an den Autos, die sie touchierten. Der Pilzbefall komme erst später. Christa Häusser (FWV/CDU) wies darauf hin, dass inzwischen klimaresistente Bäume angeboten werden. „Es gibt eine bundesweit geltende Straßenbaumliste“, erläuterte Ritter. Schon seit 15 Jahren pflanze der Bauhof beispielsweise Hopfenbuchen, die zuvor im Mittelmeerraum heimisch gewesen seien. Auf die heimischen Arten wolle er aber nicht verzichten. Der Ahorn sei dafür ein gutes Beispiel.

Christa Häusser setzte sich mit ihrem Vorschlag durch, die Thujahecke auf dem Friedhof erst einmal zu belassen. „Da sehe ich keinen Schaden und es hat noch Platz genug“, sagte sie. Stadtrat und Obstbauer Frank Sartorius (FWV/CDU) diskutierte mit Ritter intensiv über den Sortengarten, seine Pilzproblematik, die Wühlmäuse und die Pflege. Letztere werde ein „sportliches Geschäft“, resümierte der Bauhofleiter. Schließlich fragte Dittmar Zäh, ob die abgängigen Nelkenkirschen am Sportplatz nicht wieder mit Birken bepflanzt werden könnten. Doch diese Flachwurzler wollte Ritter nicht erneut haben, weil sie sehr oft gegossen werden müssten. Zum Tod der Nelkenkirschen sagte er trocken: „Mit Urin kriegen sie jeden Baum tot.“

 
 
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