Ballett im Forum in Ludwigsburg Profis musizieren und Schüler tanzen

Von Sandra Bildmann
Die Schüler zeigten auf der Bühne des Forum eine beeindruckende Performance.⇥ Foto: Oliver Bürkle

Die Aufführungen im Forum Ludwigsburg markierten einen Höhepunkt des Musikvermittlungsprojekts „BachBewegt!Tanz!“.

Durch das Ludwigsburger Forum am Schlosspark wuselten viele Menschen. Vor der Veranstaltung wirkten sie erwartungsfroh gespannt. Die zahlreichen Familien sind stolz auf ihre Kinder. Nach der Aufführung wurde auf die Schulter geklopft, einander umarmt. Bei zwei Aufführungen brachten rund 40 Schüler auf die Bühne, was sie im Rahmen des Musikvermittlungsprojekts „BachBewegt!Tanz!“ in den zurückliegenden Monaten entwickelt und geprobt hatten. Zur von der Gaechinger Cantorey live im Orchestergraben dargebotenen Musik tanzten sie zu Kompositionen von Johann Sebastian Bach.

Musik körperlich erlebbar

Schüler unterschiedlichen Alters sollen bei der jährlich stattfindenden Initiative der Internationalen Bachakademie Stuttgart die Musik barocker Komponisten kennenlernen und erleben.  Seit beinahe zehn Jahren lässt die Tänzerin und Initiatorin des Projekts, Friederike Rademann, bei „BachBewegt!Tanz!“ die Musik körperlich erlebbar werden. Waren es in der Vergangenheit bereits Vivaldis „Jahreszeiten“, Mozarts „Requiem“ oder Bachsche Passionen, standen dieses Mal Kantaten und eine Motette von Johann Sebastian Bach auf dem Programm.

Als Teil des Education-Projekts stand am Wochenende nun der Höhepunkt für die rund 40 beteiligten Schüler an: Zwei Aufführungen im Ludwigsburger Forum am Schlosspark, mit dem die Bachakademie seit Jahren kooperiert. Die Profi-Musiker unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann eröffneten den Abend zunächst mit der anrührenden Motette „Komm, Jesu, komm, mein Leib ist müde“. Es folgten die beiden Kantaten „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ und „Erfreut euch, ihr Herzen“.

Bei diesen Kompositionen war Bach damals selbst nicht viel älter als die Schüler, die sich nun damit auseinandersetzten. Die jugendlichen Tänzer kamen von Schulen in Stuttgart, Pforzheim, Nagold und Minden zusammen auf die Bühne. Nicht nur die individuelle Ausdrucksstärke der Tänzer war beeindruckend, sondern auch ihre Synchronität in den Formationen sowie die Leichtigkeit, die ihre Bewegungen zu haben schienen. Das Programm stand unter dem Titel „Zweifelmut“, ein barocker Begriff, der nach Angaben der Bachakademie für die Gleichzeitigkeit gegensätzlicher Empfindungen wie Hoffnung und Furcht steht – ein Zwiespalt, der angesichts der aktuellen politischen Umstände beklemmend greifbar wurde.

Neben der in der Gaechinger Cantorey singenden Sopran-Solistin Mirjam Striegel war die Sängerriege mit Wiebke Lehmkuhl (Alt), Benedikt Kristjánsson (Tenor) und Matthias Winckhler (Bass) prominent besetzt. Die Gaechinger Cantorey sang als Kollektiv äußerst ausgewogen und präzise in einem Ausdruck von Perfektion, die in den Schlussakkorden magisch wurde.

Die von Friederike Rademann entwickelten Choreografien wirkten, als gehörten sie selbstverständlich zur Musik dazu; es war ein Gesamtkunstwerk entstanden, bei dem Musik und Tanz gleichberechtigt zum Ausdruck kamen. Das Publikum zeigte seine Anerkennung mit stehenden Ovationen.

 
 
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