Nach einem Sieg der Barock Volleys Ludwigsburg im Dezember gegen Friedrichshafen musste Tim Köpfli Wettschulden einlösen. Denn vor der Saison wettete der Schweizer Nationalspieler mit seinen Teamkollegen, dass falls die Ludwigsburger in der Saison gegen die Recycling Volleys Berlin, Lüneburg oder Friedrichshafen gewinnen sollten, er sich seinen Bart abrasieren lässt. Am Sonntagabend rasieren die Schwaben nicht den Bart, sondern die SWD Powervolleys Düren überraschend mit 3:0. Gegen den Tabellendritten der Volleyball-Bundesliga überragen Jan Huber, Libero und MVP Jeffrey Klok und auch Köpfli, der nach dem Spiel verrät: „Die Wettschulden wurden offiziell gegen Friedrichshafen eingelöst und abgefertigt.“ Eine neue Wette gab es nicht.
Barock Volleys Ludwigsburg Die Rundsporthalle bleibt uneinnehmbar
Mit einem emotionalen Tim Köpfli, einem überragenden Libero Jeffrey Klok und dem gewohnt dominanten Jan Huber schlagen die Barock Volleys den Tabellendritten.
Emotionaler Köpfli findet Trost
Während des Spiels ist der Schweizer doch nicht nur vom Siegeswillen angetrieben. Nach dem letzten Punkt ist der Außenangreifer sichtlich emotional und den Tränen nah. „Es gibt persönliche Gründe“, erklärt er, will es aber verständlicherweise nicht ausführen. Seine Mitspieler stehen dem 29-Jährigen noch lange nach Spielende bei. „Das ist ein großer Teil so einer Mannschaft“, weiß der Schweizer zu schätzen.
Vom Start weg ist das Duell hart umkämpft, wenngleich die Barockstädter den besseren Start erwischen. Huber markiert direkt das 2:0 und sorgt für vier der ersten sieben Ludwigsburger Punkte. Früh sorgt das auch für die erste Auszeit der Gäste, die in der Folge besser ins Spiel finden. Doch die Blockarbeit des MTV sitzt weiterhin und sorgt nach einem überragenden Ballwechsel zum 13:7.
Doch geben sich die Powervolleys nicht auf, verkürzen auf 13:15 und es scheint, als würden den Schwaben etwas die Luft ausgehen. Beim 21:21 gleichen die Dürener erstmals seit dem 0:0 wieder aus, vorbeiziehen können sie allerdings nicht. Denn beim Stand von 24:23 verwertet Tim Köpfli prompt den ersten Satzball zum 1:0.
Netzfehler zum 2:0
Mit dem ausgeglichenen Spielverlauf geht es auch im zweiten Abschnitt weiter. Beide Seiten schenken sich kein bisschen, wenig verwunderlich, dass es hier also mit 4:4, 6:6, 8:8, 10:10 und 12:12 im Gleichschritt geht. Erst in der Crunchtime gelingt es dem MTV, sich etwas Luft zu verschaffen. Beim 18:16 aus Sicht der Ludwigsburger werden die Gäste zur nächsten Auszeit gezwungen und SWD-Coach Christophe Achten legt beim 20:17 gleich das nächste Time-Out hinterher. Doch die hilft auch nicht mehr schnell genug. Schon wieder beim Stand von 24:23 sind die Schwaben hellwach und forcieren eine Netzberührung. Auch nach dem Videobeweis bleibt das 2:0 bestehen.
Düren scheint nun endgültig geschlagen zu sein. Als zum Start des dritten Abschnitts zu allem Überfluss auch noch Mittelblocker Siebe Korenblek verletzt vom Parkett muss, gehen die Köpfe der Gäste noch weiter herunter. Denn auf der Gegenseite scheint nun wirklich alles zu gelingen. Blockarbeit und die Angriffe kommen wie aus einem Guss. Den Powervolleys unterläuft ein seltener Stellungsfehler, als sie sich zu früh vor dem Aufschlag bewegen. Nyeroho Omene schmettert derweil einen Aufschlag als Ass genau ins Gäste-Eck und erzielt damit das 7:3.
Partylaune in der Rundsporthalle
Die Highlights finden in dieser Phase kein Ende: Libero Jeffrey Klok krallt sich im Vollsprint und ohne Rücksicht auf Verluste noch einen Blockball, den Omene schließlich mustergültig verwertet. Dürens Coach Achten greift erneut zur Auszeit. Auch wenn die Partie zu dem Zeitpunkt noch nicht entschieden ist, die 724 Zuschauer in der Rundsporthalle – in der der MTV seit zwei Jahren nicht mehr verloren hat – sind bereits in Feierlaune. Beim 21:16 wird es dann aber klar: Die Barock Volleys lassen sich diesen 3:0-Sieg nicht mehr nehmen. Und so kommt es am Ende auch, eine weitere Auszeit als letzter Versuch der Gäste kommt zu spät. Die Annahme bei Darius Diefenbachers Aufschlag zum erstem Matchball landet an der Decke. „Das war eine Riesenleistung von uns“, resümiert Köpfli.
