Auf heimischem Terrain ist Julian Großkopf anscheinend unschlagbar. Nach seinem Erfolg beim Barocklauf 2024 und 2025 tritt der Oberriexinger, der für den LAZ Ludwigsburg an den Start geht, auch 2026 wieder beim Zehn-Kilometer-Hauptlauf durch die Innenstadt und das Blühende Barock an und steht erneut ganz oben auf dem Treppchen. Der Lokalmatador überquert bei 33 Grad am Freitagabend nach 33 Minuten und 33 Sekunden als erster die Ziellinie. Bei den Frauen kommt Tübingens Jule Vetter als erste ins Ziel. Nach 37:19 Minuten rennt sie als insgesamt neunte Person durch den Zielbogen, Sandra Burkhardt (LAZ Ludwigsburg) und Adeline Haisch (LG Region Karlsruhe) komplettieren dort das Treppchen.
Barocklauf Ludwigsburg Hattrick für Julian Großkopf
Der Triathlet gewinnt auch die dritte Ausgabe des Barocklaufs in Ludwigsburg.
Zwei Tage, zwei Mal Gold
„Es ist das Heimrennen. Ich kann von zuhause aus loslaufen, man kennt viele Leute, es macht einfach Spaß“. erklärt Großkopf nach dem Zieleinlauf. Obwohl er mehr als eineinhalb Minuten langsamer als im Vorjahr ist, kommt er 40 Sekunden vor Sven Heinle auf Rang zwei und eine Minute vor Lasse Friedrichs auf Platz drei über die Linie. Grund dafür ist, dass er den Barocklauf lediglich als Warm-Up für einen Triathlon am Schluchsee am Samstag nutzt: „Deswegen musste ich mich haushalten. Aber ich will die Leistung der anderen damit nicht schmälern, sie sind auch super fit, super schnell gelaufen.“ Für das Event der Triathlon-Bundesliga im Schwarzwald am Tag darauf scheint das Aufwärmen gut gewirkt zu haben. Über die dortigen zehn Kilometer auf der Laufstrecke ist er ebenfalls wieder der schnellste (dort sogar mit 31:10 Minuten) und holt auch in der Gesamtwertung Platz eins.
Das heiße Wetter in Ludwigsburg sieht Großkopf im Nachgang sogar als Vorteil für sich. Denn während andere Läuferinnen und Läufer mit den heißen Temperaturen und der anspruchsvollen Strecke inklusive einiger Höhenmetern zu Kämpfen haben, steckt der Triathlet diese Bedingungen besser weg. So ergeht es auch Teamkollege Magnus Eckenfels vom LAZ. „Grundsätzlich mag ich warmes Wetter. Das ist für mich als Läufer aber eher so 20 Grad. Jenseits der 30 fühlt sich kein normaler Läufer mehr wohl. Aber hey, die Bedingungen sind für alle gleich“, schildert er.
Kein Gedanke ans Aufhören
Der Ludwigsburger wird 15., in der Altersklasse – den Männern über 30 – immerhin Vierter. Für ihn ist es der erste Lauf in seiner neuen AK, am Freitag feiert er seinen 30. Geburtstag. „Der Lauf ist super schön, die Strecke ist schön. Aufgrund des Wetters war es mit 38 Minuten und 11 Sekunden nicht wie gewünscht. Aber wir schieben das mal auf neue AK mit 30“, witzelt er nach dem Rennen. Trotz des runden Geburtstags denkt er noch nicht ans Aufhören. „Ganz im Gegenteil“, macht Eckenfels klar: „Jetzt startet erst die Vorbereitung für den Berlin-Marathon Ende September, also jetzt wird richtig angegriffen.“
Ebenfalls nicht ans Aufhören denkt die Stadt Ludwigsburg. „Das ist eine geniale Sache für uns, es wertet die Stadt auf, der Lauf ist inzwischen richtig geil. Viele Menschen da, wir erwarten 8000 bis 10.000 Zuschauer, über 4000 Läuferinnen und Läufer, das ist einfach ein Wort“, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht. Der läuft aufgrund von Terminkonflikten nicht beim Hauptlauf mit. „Ich mache die Kulturehrung der Stadt Ludwigsburg“, erklärt der OB, der genau zum Renn-Start Ehrungen überreicht. Bei den kürzeren Läufen zuvor ist er aber als Zuschauer dabei. „Ich weiß, eine schlechte Ausrede. Aber nächstes Jahr will ich zumindest den Fünf-Kilometer-Lauf mitlaufen.“
