Barrierefreies Bieitgheim-Bissingen Behinderte Bürger haben kaum Kritik

Von Gabriele Szczegulski
Margarete Schmid und Ingrid Sämann (von links) sind mit den Bemühungen der Stadt um Barrierefreiheit zufrieden. ⇥ Foto: Oliver Bürkle

Im Enzpavillon in Bietigheim-Bissingen trefen sich 30 Menschen, um über die Situation für Behinderte in der Stadt zu sprechen. Oberbürgermeister Jürgen Kessing konnte von einigen Fortschritten berichten.

Lob bekam die Verwaltung der Stadt Bietigheim-Bissingen vom Vorsitzenden des Vereins Barrierefreie Stadt, Hans-Joachim Sämann. „Sie nehmen unsere Vorschläge auf und versuchen sie umzusetzen“, sagte Säman. Es sei einmalig in der Region, dass die Stadtverwaltung für alle Veranstaltungen mitteilt, ob der Veranstaltungsort barrierefrei zugänglich sei oder nicht. „Da ist die Stadt fast schon ein Vorreiter“, sagte Sämann.

Lange Liste an Maßnahmen

Oberbürgermeister Jürgen Kessing hatte seit 2019 zum ersten Mal wieder in den Enzpavillon zum Gespräch „Barrierefreies Bietigheim-Bissingen“ geladen. 30 Vertreter und Vertreterinnen aus Vereinen wie der Behinderten- und Reha-Sportgemeinschaft, dem VdK, der Ambulanten Pflege, der Schule Gröninger Weg, den Aktiven Senioren, der Insel waren gekommen.

Die Stadt sei sehr daran interessiert, die Stadt barrierefrei zu machen. „Nur leider dürfen wir in einem historisches Gebäude wie dem Hornmoldhaus keinen Aufzug einbauen, da hat das Denkmalschutzamt Einwände“, so der OB. Er verspreche aber, auch für solche Gebäude weiter nach Lösungen zu suchen.

Kessings Liste der baulichen Maßnahmen war lang: 25 Bushaltestellen seien schon barrierefrei, bis 2022 seien 110 fertiggestellt. In Zusammenarbeit mit dem Verein Barrierefreie Stadt seien sämtliche öffentlichen Treppen aufgenommen worden, um sie mit Markierungsstreifen zu versehen, man sei nur noch auf der Suche nach einer geeigneten Farbe. Wo Schäden bei der Besichtigung offenbar wurden, seien diese beseitigt worden. Von 66 Kreuzungen seien bisher an 22 Blinden-Signalanlagen installiert worden.

Auf Anregung der Stadt habe die Firma Spillmann in neuen Linienbussen darauf geachtet, dass größere Mehrzweckflächen für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen zur Verfügung stehen. Hier kam aber Kritik: Oft hielten die Busse in einem großen Abstand von der Bordsteinkante, da sei es schwer, mit einem Rollator einzusteigen. Zudem, so sagte eine Teilnehmerin, fahren die Busse auch „mit einem ganz schönen Zacken“. Mit Mühe könne sich da ein Behinderter oder alter Mensch festhalten. Kessing versprach, mit der Firma Spillmann zu reden, räumte aber auch ein, dass „die Fahrer ganz schön unter Zeitdruck stehen“.

Mehr Aufzüge am Bahnhof

Die kommunale Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung im Landkreis Ludwigsburg, Claudia Lycharz, wünschte sich, dass auch regionale Medien wie die Bietigheimer Zeitung als wichtige Informationsquelle künftig barrierefrei werden sollten.

Auf die Frage an die Stadt, was mit einer barrierefreien Toilette und weiteren Aufzügen am Bahnhof sei, antwortete Oberbürgermeister Jügen Kessing, auch hier sei die Verwaltung in Gesprächen mit der Bahn. „Die Stadt ist hier auch bereit, sich finanziell zu beteiligen“, sagte Kessing.

 
 
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