Basketball-Bundesliga MHP Riesen zeigen zwei Gesichter

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Thomas Wimbush (links) und die MHP Riesen Ludwigsburg blühten in Bamberg erst in der zweiten Hälfte auf. ⇥ Foto: Eibner-Pressefoto/ eer via www.imago-images.de

Ludwigsburg verliert das Bundesliga-Verfolgerduell bei Brose Bamberg mit 68:75. Nach einer katastrophalen ersten Hälfte bläst das Überraschungsteam zur Aufholjagd.

Ausgerechnet im Topspiel des 13. Bundesliga-Spieltags präsentierten sich die MHP Riesen Ludwigsburg eine Hälfte lang alles andere als top. Am Ende verloren sie bei Brose Bamberg vor 6027 Zuschauern in der Brose-Arena mit 68:75 (24:43) und kassierten die zweite Auswärtspleite in Folge sowie ihre insgesamt dritte Saisonniederlage.

Im Verfolgerduell zwischen dem Vierten und dem Zweiten zeigten die Riesen zwei Gesichter. Nach einer desolaten ersten Hälfe steigerte sich das Überraschungsteam aus der Barockstadt beträchtlich und kam zwischenzeitlich noch mal auf fünf Zähler heran. Die erfolgreichsten Punktesammler der Partie trugen dann auch ein gelbes Riesen-Trikot: Topscorer Khadeen Carrington, der nach der Pause aufblühte, steuerte 21 Zähler bei, Marcos Knight deren 18.

Das erste Viertel gab einen Vorgeschmack auf fränkische Dominanz und schwäbische Unterlegenheit. Das Brose-Team legte mit einem 7:0-Lauf los, ehe Knight die ersten beiden Ludwigsburger Punkte produzierte (4.). Den größten Rückstand hatten die Riesen beim 25:8 – satte 17 Zähler (8.). Immerhin kämpften sich die Gäste bis zur ersten Pause noch etwas auf 12:25 heran. Überhaupt nicht in den Griff bekamen die Schwaben Bambergs Center Assem Marei. Der 27-jährige ägyptische Nationalspieler avancierte in der ersten Hälfte zum herausragenden Akteur und war letztlich mit 16 Punkten auch Bambergs Topscorer.

Im zweiten Durchgang ging die Demontage des Tabellenzweiten ungebremst weiter. Die Oberfranken blieben obenauf und in allen Belangen besser. Die Mannschaft des belgischen Trainers Roel Moors baute ihre Führung sukzessive sogar noch aus. Marei steigerte seine Ausbeute auf zwölf Zähler, seine Mitstreiter Kameron Taylor und Louis Olinde folgten mit jeweils sieben Punkten. So viele hatte bis dahin auch Knight als bester Ludwigsburger Scorer gesammelt. Zur Pause stand es bereits 43:24 für das Heimteam. Die 24 Zähler, die die Riesen in der Offensive in der ersten Hälfte zustande brachten, waren der mit Abstand schlechteste Wert im bisherigen Saisonverlauf – und eine große Hypothek für die zweiten 20 Minuten.

Die fingen aus Ludwigsburger Sicht vielversprechend an: Carrington, der sechs Tage zuvor gegen Bayreuth noch gänzlich ohne Punkt geblieben war, versenkte auf Anhieb seinen ersten Distanzwurf und verkürzte so auf 27:45. Zuvor hatte Marei mit einem Korbleger für die Oberfranken gepunktet. Carringtons Dreier war der Beginn einer furiosen Aufholjagd. Nun gestalteten die Riesen das Duell nicht nur ausgeglichen, sondern nahmen das Zepter in die Hand. Vor allem Carrington lief heiß. Plötzlich fanden auch die Fernwürfe ihr Ziel. Brose hatte nun alle Hände voll zu tun, um den Ludwigsburger Elan zu bremsen. Möglicherweise hatte der Champions- League-Teilnehmer die Partie schon etwas zu früh abgehakt und einen Gang zurückgeschaltet. Jedenfalls reduzierte Ludwigsburg den Abstand dank eines Dreiers von Jaleen Smith sogar noch auf zehn Punkte.

Ins Schlussviertel ging Brose so nur noch mit einer gar nicht mehr so komfortablen 57:47-Führung. Dort verkürzte Jonas Wohlfarth-Bottermann in der 35. Minute sogar auf 57:64. Nach zwei erfolgreichen Freiwürfen von Kapitän Konstantin Konga stand es 17 Sekunden vor Spielende nur noch 73:68 für Bamberg, doch dies reichte den Hausherren zum Sieg.

„Nach dem Loch, das wir uns in der ersten Halbzeit gegraben haben, hatten wir am Ende nicht mehr genug Energie übrig“, bilanzierte Riesen-Coach John Patrick. Sein Kollege Moors zeigte sich glücklich: „Wenn man eine so talentierte Mannschaft wie Ludwigsburg so beherrscht und bei 68 Punkten hält, dann ist es ein wirklich guter Sieg.“

 
 
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