Durch ein Wechselbad der Gefühle gingen am Donnerstagabend die Fans der MHP Riesen. Nach einem völlig verpatzten Start gegen die Rostock Seawolves hechelte die Mannschaft von Carles Durán 39 Minuten einem Rückstand hinterher. Auch einen zwischenzeitlichen Rückschlag konnte Ludwigsburg gut verdauen und sicherte sich im Schlussspurt durch aggressive Verteidigung den Sieg im ersten Heimspiel der Saison.
Basketball Bundesliga Riesen erkämpfen sich den ersten Sieg
Dank einer irren Aufholjagd gewinnen die MHP Riesen Ludwigsburg ihr erstes Heimspiel gegen Rostock mit 81:78. Erst in der Schlussminute gingen die Schwaben das erste Mal in Führung.
In der Startformation vertraute Riesen-Trainer Carles Durán auf Justin Kier, Ish Leggett, Elijah Hughes, Patrick Cartier und Tommy Rutherford. Die Riesen taten sich sehr schwer in der Anfangsphase. Die ersten sieben Würfe aus dem Feld verfehlten allesamt ihr Ziel. Rostock erzielte dagegen die ersten sieben Zähler der Partie und setzte sich früh ab.
In der sechsten Spielminute erzielte Justin Kier die ersten Ludwigsburger Punkte überhaupt. Doch weiter bestimmten unnötige Ballverluste und viele zugelassene Offensivrebounds das Spiel der Gelb-Schwarzen. Rostock baute den Vorsprung durch Robin Amaize und Jonathan Stove weiter aus und fand immer wieder die passenden Antworten. Bezeichnend waren die Schlusssekunden des ersten Viertels. Elijah Hughes versenkte kurz vor Schluss einen Dreier zum 10:17. Doch mit Ertönen der Schlusssirene netzte Robin Amaize einen spektakulären Dreier aus der eigenen Hälfte ein.
Die Aufholjagd beginnt
Im zweiten Viertel fanden die Riesen offensiv endlich ihren Rhythmus. Hughes traf zwei weitere Distanzwürfe und mit einem offensiv auftrumpfenden Ish Leggett kämpften sich die Gelb-Schwarzen langsam zurück in die Partie. Den Rückstand von 14 Punkten (12:26) ließen die Barockstädter bis zur Halbzeit auf drei Zähler schrumpfen (41:44).
Den Schwung nahmen die Ludwigsburger auch nach dem Seitenwechsel mit. Nach einem Korbleger von Rutherford waren die Riesen wieder bis auf einen Zähler dran. Doch Rostock warf sich nun von jenseits der 6,75 Meter warm. Dass der bis dahin punktlose Todd Withers auch ein guter Distanzschütze sein kann, hatten die Riesen-Spieler wohl nicht auf der Rechnung. Der 30-jährige Amerikaner netzte drei Dreipunktewürfe hintereinander ein und verhalf den Seawolves somit zu einer erneuten zweistelligen Führung (50:60).
Angetrieben von ihren Fans starteten die Barockstädter eine erneute Aufholjagd. Doch mit einem Rückstand von sieben Punkten ging es in den Schlussabschnitt.
Intensive Verteidigung am Ende
Die Schwaben schalteten nun in der Verteidigung einen Gang hoch und forcierten etliche Fehler der Rostocker. Nach einem krachenden Dunk von Maxwell Dongmo Temoka und vier Zählern von Kier waren die Riesen wieder in Schlagdistanz (69:72). Man merkte nun den über drei Viertel relativ souverän agierenden Seawolves die Nervosität an. Zwei Freiwürfe von Kier sorgten für den Ausgleich eine Minute vor dem Ende. Die erste Riesen-Führung überhaupt ermöglichte Kapitän Yorman Polas Bartolo. Der 41-Jährige versenkte trotz Foul einen Korbleger zum umjubelten 77:75. Nach zwei weiteren Freiwürfen von Kier sahen die Riesen zwölf Sekunden vor Ende wie die sicheren Sieger aus. Spannend wurde es aber, weil Rostocks Copeland noch einen Dreier traf. Doch Ish Leggett sicherte den Riesen mit zwei versenkten Freiwürfen den 81:78-Sieg.
„Wir sind schlecht ins Spiel gestartet und haben offensiv viele Fehler gemacht“, sagte Carles Durán nach der Partie. „Der Unterschied zum Spiel gegen Ulm war, dass wir im Schlussviertel großartig verteidigt haben. Aber wir müssen uns insgesamt noch stark verbessern.“
Bereits am Samstag (20 Uhr) sind die Ludwigsburger zu Gast bei den Bamberg Baskets.
