Basketball Bundesliga Riesen kassieren 121 Punkte in Vechta

Von Manuel Schust
Trotz einer Saisonbestleistung mit 38 Punkten von Spielmacher Stefan Smith (am Ball) blieben die ersatzgeschwächten MHP Riesen Ludwigsburg beim Gastspiel in Vechta völlig chancenlos. Foto: Robert Gertzen/Eibner-Pressefoto

Nach einem desaströsen Start in die zweite Halbzeit verlieren die Ludwigsburger das Auswärtsspiel bei Rasta Vechta klar mit 102:121.

Zwar gelang es den personell angeschlagenen MHP Riesen am Samstag zum dritten Mal in dieser Saison auswärts über einhundert Punkte zu erzielen. Doch in der Verteidigung offenbarten die Ludwigsburger beim Gastspiel in Vechta große Defizite und kassierten eine klare 102:121-Pleite.

Nach überstandener Verletzung stand Keeshawn Kellman wieder im Aufgebot der Barockstädter. Trotzdem fehlten den Riesen mit Yorman Polas Bartolo, Jonas Wohlfarth-Botterman, Johannes Patrick, Toms Skuja und Lukas Modic weiter fünf Akteure.

Auch wenn Rasta Vechta zunächst einen guten Start in die Partie erwischte und schnell mit 10:3 führte, zeigten sich die Gelb-Schwarzen nicht nervös. Im Gegenteil: Angeführt vom überragenden Spielmacher Stefan Smith übernahmen die Schwaben die Kontrolle über das Spiel und gingen nach einem 9:0-Lauf in Führung (16:15). Anigbata, Hughes und Smith sorgten mit ihren Punkten dafür, dass die Ludwigsburger nach dem ersten Viertel mit 29:23 verdient vorne lagen.

Duell zwischen Smith und Verge

In den zweiten zehn Minuten standen zwei Akteure im Zentrum der Aufmerksamkeit. Bei den Riesen übernahm Stefan Smith nun die Verantwortung und war vor allem bei den Distanzwürfen treffsicher. Rasta Vechta konnte auf Alonzo Verge setzen, der dafür sorgte, dass die Niedersachsen weiter dranblieben.

Nachdem Smith mit seinem dritten verwandelten Dreipunktewurf die Ludwigsburger Führung auf 43:31 ausgebaut hatte, nahm Vechtas Trainer Christian Held eine Auszeit, um sein Team neu einzustellen. Die Ansprache an seine Mannschaft fruchtete direkt und Rasta legte einen Schlussspurt in der ersten Hälfte hin. Ausgerechnet Ex-Riese Tommy Kuhse sollte im letzten Angriff von Durchgang eins die Niedersachsen mit einem Distanzwurf in Führung bringen (51:50).

Katastrophales drittes Viertel

Nach dem Seitenwechsel setzte sich der Lauf der Hausherren direkt fort. Die Riesen wirkten zu Beginn der zweiten Halbzeit völlig überfordert. Reihenweise schmissen die Ludwigsburger den Ball weg, agierten völlig planlos und mussten mit ansehen, wie Vechta das Spiel in allen Aspekten dominierte. Unter den Körben konnten Tibor Pleiß und Lars Thiemann nach Belieben agieren. Und aus der Distanz netzte Vechta mehrere Würfe eiskalt ein. Binnen sechs Minuten legte Rasta einen 23:4-Lauf hin.

Gerade als sich die Ludwigsburger wieder etwas gefangen zu haben schienen, setzten die Gastgeber nochmal einen drauf und sorgten durch Dreipunktewürfe von Verge und Kuhse dafür, dass es mit einem Rückstand von 20 Zählern für die Riesen in den Schlussabschnitt gehen sollte (70:90).

Auch in den letzten zehn Minuten gab Vechta weiter Vollgas. Vor allem von jenseits der 6,75 Meter netzte das Team von Trainer Christian Held weiter hochprozentig ein. Vier Minuten vor Ende sorgte Philipp Herkenhoffs Distanzwurf dafür, dass es dreistellig wurde (77:101). Im weiteren Verlauf punkteten beide Mannschaften munter weiter. Am Ende stand auf der Anzeigetafel ein 121:102 für Rasta Vechta, bei dem es zur Nebensache wurde, dass Ludwigsburgs Spielmacher Stefan Smith mit 38 Punkten eine persönliche Saisonbestleistung aufgestellt hatte.

Durch die elfte Saisonniederlage haben es die Riesen verpasst, ihre Position unter den besten zehn Mannschaften zu festigen. Dennoch bleiben die Barockstädter auf Rang neun, der für die Qualifikation der Play-In-Runde berechtigt.

„121 Gegenpunkte sind definitiv zu viele. Es lag bei uns an einer Kombination aus Ballverlusten, die Vechta ins Laufen gebracht und ihnen offene Würfe gegeben haben. Daraus haben sie Energie gezogen“, sagte Riesen-Trainer Mikko Riipinen nach Spielende. „Bei der Analyse des Spiels müssen wir ausgewogen urteilen. Einige Sachen, die wir heute machen wollten, haben richtig gut funktioniert. Und man darf nicht vergessen, dass wir vier Spieler aus unserem Farmteam dabei hatten. Sie machen einen hervorragenden Job, sammeln sehr viel Erfahrung.“

Am kommenden Freitag (20 Uhr) sind die Frankfurt Skyliners zu Gast in Ludwigsburg.

 
 
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