Basketball-Nationalmannschaft DBB-Frauen verlieren Test gegen Spanien

Von Niklas Braiger
Deutschland um Alexandra Wilke (am Ball) hat immer wieder Probleme gegen die spanische Defense. Foto: Britsch/Baumann

Zum Auftakt der Vorbereitung auf die Heim-WM macht Deutschland noch zu viele Fehler.

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Frauen zeigt sich beim Testspiel in der Ludwigsburger MHP-Arena gegen Spanien in Vorbereitung auf die ab September startende Heim-WM defensiv schon einmal in guter Verfassung. 20 forcierte Turnover, elf Steals und 24 defensive Rebounds lesen sich sehr ordentlich, sind aber auch durch schwache Pässe der Spanierinnen bedingt. Dafür lässt die Offense zu wünschen übrig, das Team von Stefan Möller verbucht 23 Ballverluste und schenkt den Ball zu oft zu leicht her.

Am Ende reicht es daher nicht für einen Sieg gegen den vierfachen Europameister, mit 60:65 verlieren die Gastgeberinnen. Wobei dem DBB-Team mit den beiden Sabally-Schwestern Satou und Nyara, Frieda Bühner und Leonie Fiebich vier Spielerinnen aus der WNBA, der US-amerikanischen Basketball Liga, fehlen. Auch Trainer Olaf Lange, der durch Möller vertreten wird, ist noch in den Staaten. Für Co-Trainer Möller gilt: „Wir fokussieren uns auf die Leute, die vor Ort sind und auf die Dinge, die wir hier besser machen müssen.“

Die Kapitänin ist zurück

Vor Ort in der MHP-Arena sind dabei einige Rückkehrerinnen. Alexandra Wilke ist nach einer Handverletzung wieder im DBB-Trikot auf dem Court, auch Kapitänin Marie Gülich kann nach einem Kreuzbandriss in 2025 wieder mitwirken. „Marie konnte gleich voll eingreifen und konnte Akzente setzen nach einem Jahr Pause.“

Die Center-Spielerin steht auch sofort in der Starting-Five und sorgt dafür, dass ihr Team gut in die Partie reinkommt. Alexis Peterson-Smalls ist als Motor der Mannschaft umtriebig, steht am Ende über 26 Minuten auf dem Parkett und eröffnet die Punktejagd mit ihrem ersten Treffer nach 35 Sekunden. Defensiv steht Deutschland stabil, Spaniens erste Punkte aus dem Feld fallen erst nach sechs Minuten durch Irati Etxarri (3:6). Von da an kommen die Ibererinnen besser in die Partie, führen zwischenzeitlich mit 11:10, dank Peterson-Smalls Freiwürfen geht Deutschland aber mit 13:11 in die erste Viertelpause.

Auch im zweiten Abschnitt zeigt sich das gleiche Bild. Gülich und auch Luisa Geiselsöder brillieren mit ihrer Präsenz unter dem Korb, Peterson-Smalls diktiert das offensive Spielgeschehen, so ist beim 19:11 das erste kleine Polster geschaffen (12.). Doch wie in Abschnitt eins fängt sich Spanien, Iyana Martin, die mit 19 Punkten beste Werferin des Spiels wird, dreht beinahe eigenständig die Partie und bringt Spanien zur 29:27-Halbzeitführung.

Schwache Dreierquote

Nach der Pause ist es ein zähes Unterfangen. Die Partie besticht nicht durch Hochklassigkeit, dafür aber Spannung. Wilke versenkt nach 24 Minuten endlich einen Dreier und gleicht zum 34:34 aus. Es ist der erste deutsche Dreier aus 13 Versuchen – am Ende sind es zwei aus 18. Es entwickelt sich ein munteres Katz-und-Maus-Spiel, immer wieder sind die Gäste knapp in Front, immer wieder gleicht Deutschland aus. In den Schlussminuten der Partie fehlt den Hausherrinnen aber die nötige Abgezocktheit, da Martin in den letzten 60 Sekunden sämtliche Freiwürfe versenkt, kann die Möller-Fünf das Ruder nicht mehr herumreißen.

„Gegen Spanien ist es immer unangenehm zu spielen. Aber für den Teil in der Vorbereitung, müssen wir, besonders wenn wir müde werden, besser auf den Ball aufpassen“, macht Möller nach dem Spiel klar.

 
 
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