Batterie-Brand in Bietigheim-Bissingen Erschreckende Rauchentwicklung

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Ein Abrollbehälter „Hochvolt“ bei einem Einsatz im Juni im Landkreis Ludwigsburg. In diesem Fall wurde ein Hybridauto in dem Behälter „versenkt“. Foto: KS-Images.de / Andreas Rometsch

Der Brand eines Batterie-Prototyps bei Porsche Engineering in Bietigheim-Bissingen stellte die Feuerwehr vor neue Herausforderungen. Die hiesige Wehr hat noch keinen Hochvoltbehälter.

Die Elektroautobatterie, die am Montag auf dem Gelände von Porsche Engineering in Bietigheim-Bissingen gebrannt hat, bleibt jetzt erst einmal einige Zeit in dem Container, in den sie die Feuerwehr zum Abkühlen verfrachtet hat. Derweil hat der Einsatz aus Sicht von Frank Wallesch, dem Kommandanten der Bietigheim-Bissinger Feuerwehr, unterstrichen, dass ein solcher „Abrollbehälter Hochvolt“, wie er in der Feuerwehr-Fachsprache heißt, auch am hiesigen Standort nötig ist. Denn derjenige, der jetzt zum Einsatz kam, stammt von der Feuerwehr Kornwestheim.

Unter Atemschutz

Der Brand, der wie berichtet am Montag gegen 15.30 Uhr vermutlich aufgrund eines technischen Defekts ausgebrochen war, sei in dieser Ausdehnung bislang einmalig für die Freiwillige Feuerwehr Bietigheim-Bissingen gewesen, sagt Wallesch. Als das ers­te Lösch­fahr­zeug eintraf, stand der Li­thi­um-Io­nen-Akku in­ner­halb ei­ner Hal­le im Voll­brand, das Ge­bäu­de war stark ver­raucht. Die Ein­satz­kräf­te gin­gen un­ter Atem­schutz vor. Als günstig erwies es sich, dass der bren­nen­de Akku auf ei­nem beweglichen Montagewagen stand. Mit einem Haken habe er so ins Freie gezogen werden können, berichtet der Kommandant.

Erst im Au­ßen­be­reich sei dann mit der Brand­be­kämp­fung be­gon­nen worden, wodurch ein grö­ße­rer Ge­bäu­de­scha­den durch Lösch­was­ser ver­mie­den wer­den konnte. Die Feuerwehrleute löschten die Batterie dazu mit Wasser ab. Doch wie sich herausstellte, fing diese sofort wieder zu brennen an, sobald sie damit aufhörten. Es sei zu einer massiven Rauchentwicklung gekommen, so Wallesch, der von „hoffnungslosen Löschversuchen“ spricht. Das sei schon erschreckend gewesen.

Deshalb habe man sich auch entschlossen, aus Angst vor giftigen Stoffen die Bevölkerung im Wohngebiet Buch zu warnen, um Fens­ter und Tü­ren ge­schlos­sen zu hal­ten. Die weiße Rauchwolke habe sich in diese Richtung bewegt. „Eine Gefahr bestand wohl nicht“, meint Wallesch rückblickend. Doch auch schon der Geruch sei extrem unangenehm gewesen.

Vier Einsätze

Um die Prototyp-Hochvoltbatterie voll­stän­dig ab­zu­lö­schen und zu küh­len wur­de schließlich der für die­se Zwe­cke im Land­kreis Lud­wigs­burg vor­ge­hal­te­ne Ab­roll­be­häl­ter „Hoch­volt“ aus Kornwestheim an­ge­for­dert. Außerdem wurde aus Lud­wigs­burg ein Te­le­sko­p­la­der alar­miert. Dieser war nötig, um den einem Motorblock ähnelnden Akku unter Atemschutz in den Con­tai­ner zu hieven. 

Das Wechsellader-Konzept des Landkreises sieht mehrere solcher Abrollbehälter „Hochvolt“ vor. Die Kornwestheimer Feuerwehr hat ihren vor gut einem Jahr erhalten. Zusammen mit dem Brand in Bietigheim-Bissingen sei dieser bisher vier Mal zum Einsatz gekommen, berichtet Kommandant Matthias Häußler. In zwei Fällen mussten brennende Elektorautos darin gelöscht werden. Der Behälter ist am Verladebahnhof in Kornwestheim stationiert. Das Unternehmen Porsche, dessen Werk in Zuffenhausen sich in unmittelbarer Nähe befindet, hat ihn finanziert. Ein zweiter sei bereits bestellt, so Häußler.

Ein von Porsche bezahlter Behälter war auch für Bietigheim-Bissingen mit seinem Porsche-Standort vorgesehen. Am Montag sei die Notwendigkeit für eine solche Anschaffung nochmals deutlich geworden, folgert Wallesch aus dem Einsatzgeschehen. Schließlich dauere es eine halbe bis eine dreiviertel Stunde, bis der Behälter aus Kornwestheim da sei. Wie das Landratsamt Ludwigsburg am Dienstag auf BZ-Anfrage mitteilte, befinde sich der Abrollbehälter für den Standort Bietigheim-Bissingen in der Beschaffung.

Der entstandene Schaden wurde von der Polizei wie berichtet auf eine sechsstellige Zahl beziffert. Nähere Erkenntnisse zur Brandursache gibt es laut einem Porsche-Sprecher derzeit noch nicht, da der Akku noch unter Wasser im Container liegt. Bis die chemischen Reaktionen darin zum Stillstand gekommen sind, kann es dauern. Laut Kommandant Häußler sind für diese Fälle bis zu 14 Tage Kühlung im Container vorgesehen.

 
 
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