Bauen in Erligheim Weg frei für Mehrfamilienhäuser im Wohngebiet „Im Flürle“

Von Oliver Gerst
Entlang der Südstraße im Wohngebiet „Im Flürle“ sollen 46 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen und das bestehende Wohngebiet vervollständigen. Foto: /Martin Kalb

Gemeinderat beschließt Bebauungsplanentwurf für den westlichen Teil im Quartier „Im Flürle“ und macht damit den Weg frei für Mehrfamilienhäuser.

Ganz anders als beim Beschluss zur Bebauungsplanänderung 2020 für den östlichen Teil des Quartiers „Im Flürle“ in Erligheim winkte der Gemeinderat am vergangenen Donnerstagabend die Planänderung für den westlichen Teil ohne Gegenstimmen durch.

Damals war Stein des Anstoßes vor allem die Ausfahrt der zugehörigen Tiefgarage des Bauprojekts, das Immobilien Layher als Bauträger erst nach der vierten Planänderung umsetzen konnte. Danach entstanden entlang der Südstraße 46 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern. Gegenüber an der Ringstraße sieht ein neuer Bebauungsplan jetzt ebenfalls die Möglichkeit vor, Mehrfamilienhäuser zu errichten.

Die Änderung geht auf den Wunsch eines privaten Immobilienbesitzers zurück, der hier konkrete Bauabsichten hat. Das war laut Bürgermeister Rainer Schäuffele der Anlass, für den kompletten westlichen „Im Flürle“-Teil eine Bebauungsplanänderung zu entwerfen. Für die Eigentümer der übrigen bewohnten Häuser biete sich damit die Option, ihre Grundstücke irgendwann mit entsprechenden Gebäuden zu bebauen.

Homogenes Quartier

Für Mike Geer vom Architektur- und Ingenieurbüro KMB aus Bietigheim-Bissingen, der das Projekt vorstellte, ist das die Chance, um aus dem Quartier eine homogene Einheit zu machen und um „dringend benötigten Wohnraum“ zu schaffen. Die notwendigen Änderungs-Zulassungen würden größtenteils vom östlichen „Im Flürle“-Teil übernommen. Für die mögliche Mehrfamilienhaus-Bebauung wurden die Baufenster deutlich erweitert mit einem Mindestabstand zu den Grenzen von nur 2,50 Metern. Die Gebäude dürfen maximal 20 Meter lang sein und zwei Vollgeschosse plus ein Staffelgeschoss haben. Erlaubt sind neben Sattel- jetzt auch Flachdächer mit Begrünung. Pro Wohneinheit sieht der Entwurfsplan 1,5 Stellplätze vor. Die unbebauten Flächen sollen mit Bäumen und Sträuchern gärtnerisch gestaltet werden.

Laut Verwaltung wird durch den Bebauungsplan als Maßnahme der Innenentwicklung schonend mit neuem Flächenverbrauch in freier Landschaft umgegangen. Dazu komme, dass problemlos an vorhandene Versorgungs- und Erschließungseinrichtungen angebunden werden könne.

Beschleunigtes Verfahren

Nach der Zustimmung des Gemeinderats wird der Bebauungsplanentwurf öffentlich ausgelegt, Behörden und Träger öffentlicher Belange werden beteiligt. Die Aufstellung des Bebauungsplans erfolgt im beschleunigten Verfahren (BauGB), das von einer Umweltprüfung mit Umweltbericht absieht. Gleichwohl will das Landratsamt laut Schäuffele „verwilderte Gärten“ im Innenbereich der Grundstücke bezüglich Artenschutz prüfen. Was „beschleunigt“ dann im Endeffekt zeitlich bedeute, werde sich zeigen, so Bürgermeister Rainer Schäuffele gegenüber der BZ.

 
 
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