Bebauungsplan Erschließung im Sommer möglich

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Die planerischen Voraussetzung für das künftige Wohngebiet „Alleenfeld“ im südostlichen Ortsrand wurden vom Freudentaler Gemeinderat auf den Weg gebracht.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Nach Anregungen von Bürgern und Behörden werden die Planungen fürs neue Freudentaler Wohngebiet „Alleenfeld“ konkreter.

Wir wollen die Grundversorgung mit dem Lebensmittelmarkt herstellen und der Nachfrage nach Wohnraum Abhilfe schaffen“, erklärte Bürgermeister Alexander Fleig auf der Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch. Die Erschließungsgemeinschaft aus Landsiedlung und Gemeinde Freudental hat die Planungen für das Wohngebiet „Alleenfeld“ angepasst, nachdem aus der Bürgerschaft und von den Behörden Stellungnahmen kamen.

Besonders kritisch sei von der Polizei der einzige Weg vom Kreisverkehr zur Ringstraße gesehen worden, der bei einem Notfall das Wohngebiet abgeschnitten hätte, machte Fleig im Gemeinderat deutlich. Aus diesem Grund soll es sowohl vom Feldweg im Süden als auch vom Spielplatz her eine ausreichend große Notzufahrt geben, die nun in die Planungen eingearbeitet wurden. Auch kann der Fußweg zur Bietigheimer Straße im Notfall von Autos befahren werden, die das Neubaugebiet verlassen wollen.

Auch auf die bestehenden Häuser am Baugebiet will man Rücksicht nehmen: Ein fünf Meter breiter Grünstreifen soll dazwischen entstehen, im Neubaugebiet sind in der ersten Reihe anschließend nur Einfamilienhäuser zulässig. 40 bis 45 Bauplätze mit rund 60 Wohneinheiten werden es am Ende sein, für die es in Freudental eine extrem hohe Nachfrage gebe, so Fleig. Um das Wohnen bezahlbar zu machen wird es am neuen Supermarkt nun drei Mehrfamilienhäuser geben, die an einen Investor gehen sollen. Drei seien nun möglich, weil der Penny-Markt nun doch nicht die ursprünglich vorgesehene Fläche benötige.  Doppelhäuser und Hausgruppen sind im Innern des Gebiets geplant, lockere Bebauung mit Einzelhäusern soll es später am Rand des Alleenfelds geben.

Auch zwei neue Bushaltestellen wird es nach dem Wunsch des VVS direkt am Supermarkt geben, was auch für die übrigen Bürger des angrenzenden Viertels eine spürbare Erleichterung bedeute, so Fleig. Man brauche wegen des Landschaftsschutzgebiets kein Zielabweichungsverfahren, da sich die Gemeinde schon frühzeitig mit dem Regierungspräsidium geeinigt habe. „Mit 2,7 Hektar liegen wir im Bereich, den wir hinbekommen“, sprach Fleig den gerade diskutierten Flächennutzungsplan an.

Biotop in Richtung Steinbach

Der Artenschutz werde abgearbeitet, im Mittelpunkt stehe dabei das Biotop in Richtung Steinbach, das nun deutlich aufgewertet werden soll. Dorthin soll auch das Oberflächenwasser über einen Graben fließen, der als natürliche Lösung teure Anlagen auf dem Baugebiet überflüssig macht. Eine Eingrünung im Süden soll nach dem Wunsch des Verbands Region Stuttgart den Übergang zum Vogelschutzgebiet schaffen.

Zum Thema der dortigen südlichen Umgehungsstraße, die der Gemeinderat auch im Flächennutzungsplan hatte, sei die Reaktion seitens der Behörden natürlich „verheerend“ gewesen. Über sie will der Gemeinderat im März nochmals diskutieren. In dem Bereich gebe es sehr streng geschützte Vogelarten, betonte Norbert Schmatelka von der Bürgergruppe, der hier jegliche Planungen als kritisch bewertete.

Ebenfalls diskutiert wurde der Kreisverkehr, der zeitgleich ab Juli entstehen soll. „Nach heutiger Berechnung liegen wir bei 761 000 Euro“, so Fleig, von denen Freudental rund 300 000 Euro übernehmen müsste und dafür auch die Bushaltestellen und die Fußweganbindung ins Wohngebiet bekommt. Es sei richtig gewesen, dafür in Vorleistung zu treten und die Untersuchung zu veranlassen, blickte der Rathauschef auf das Verkehrsgutachten vom Frühjahr (die BZ berichtete). Schnell waren sowohl der Kreis als auch das Land bereit, hier drei Viertel der Kosten zu übernehmen. „Man sieht an der schnellen Reaktion, dass die Notwendigkeit sehr groß war“, so Norbert Schmatelka.

Einstimmiger Beschluss

Der Gemeinderat fasste anschließend einstimmig den Entwurfsbeschluss für das Alleenfeld. Im Januar sollen die Unterlagen für die Ausschreibung fertig sein, im März soll der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan erfolgen. Die Erschließung und der Baubeginn für den Kreisverkehr sollen dann im Juli beginnen.

 
 
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