Beim Geigersberg in Ochsenbach Ein Garten mitten in den Reben

Von Michaela Glemser
Ochsenbachs Ortsvorsteher Dieter Baum ist froh, dass die Pflege des Gartens am Geigersberg mit Ortschaftsrätin Susanne Collmer auch weiterhin gesichert ist. ⇥ Foto: Oliver Bürkle

Am Geigersberg in Ochsenbach gedeihen neben Wein auch Kräuter und Gemüsepflanzen. Eine Nachfolgerin für die Pflege des Gartens ist gefunden.

Guck was do alles wächst!“, steht auf dem Schild bei der kleinen Gartenanlage mitten in den Reben am Geigersberg in Ochsenbach. Tatsächlich gibt es unter dem Blätterdach eines Pfirsichbaums so einiges zu entdecken. Neben Tomatenpflanzen gedeihen dort Rosmarin, Salbei und allerlei andere Kräuter, aber auch Ackersalat und Frühlingszwiebeln wurden dort in der Vergangenheit schon angebaut.

Im Zuge der Renaturierung des Geigersbergs in den 1990er-Jahren wurde auch dieser kleine Garten angelegt und in den vergangenen mehr als 20 Jahren von zwei Ochsenbacher Frauen ehrenamtlich gepflegt. Das würdigt Dieter Baum, Ortsvorsteher von Ochsenbach. Die Frauen,  die nicht namentlich genannt werden wollen, „haben für die Anpflanzungen im Frühjahr gesorgt und im Sommer das Gießen übernommen, das in den vergangenen Jahren immer aufwendiger wurde“, erzählt er.

Sonnenverwöhnte Terrassen

Aus den Reihen seiner Ortschaftsräte hat er inzwischen eine Nachfolgerin für die Pflege gefunden. Die Ochsenbacher Ortschaftsrätin Susanne Collmer wird sich künftig um das Wohlergehen der Pflanzen kümmern. „Wir wollen mit dem Garten zeigen, dass früher die sonnenverwöhnten Terrassen am Geigersberg nicht nur Weinreben beherbergten, sondern auch verschiedene Kräuter und andere Gartengewächse. Inzwischen gehen einige Wengerter wieder zu dieser Tradition zurück und lassen Kräuter zwischen ihren Reben gedeihen“, schildert Baum.

Besonders die Kräuter dienten im Spätmittelalter dazu, den mit Honig gesüßten Würzwein herzustellen. Aber auch der Pfirsichbaum hat einen Bezug zum Wein, denn an seinen Ästen entfalten Wengertpfirsiche ihr intensives Aroma. Die Bäume mit den kleinen rotfleischigen Früchten waren früher weit verstreut am Geigersberg. Im Zuge der zunehmenden Mechanisierung fielen sie jedoch dem modernen Weinbau zum Opfer.

Weinbau und Naturschutz

„Die Spaziergänger und Wanderer freuen sich immer über unseren kleinen Garten und sind erstaunt, was in den Reblagen alles wächst“, erzählt Ortsvorsteher Baum. Der kleine Garten unterstreicht das Besondere am Geigersberg, wo örtlicher Weinbau und Naturschutz Hand in Hand gehen. Daher ist der Ortsvorsteher froh, dass Susanne Collmer in Zukunft dafür sorgen wird, dass in der Gartenanlage Kräuter, Gemüsepflanzen und Co. weiterhin bewundert werden können und den ursprünglichen traditionellen Weinbau in Erinnerung rufen.

Der Garten am Geigersberg kann im Rahmen eines rund zwei Kilometer langen Rundwegs besichtigt werden, in den auch ein kulturhistorischer Weinlehrpfad mit 30 Informationstafeln eingebettet ist. Sie stellen alle wichtigen Traubensorten vom Lemberger bis zum Syrah aus Sachsenheims Partnerstadt Valréas vor.

 
 
- Anzeige -