„Benzäcker“ auf der Gemarkung von Mundelsheim Erster Schritt hin zum Gewerbegebiet

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Es sind im Wesentlichen die gelben Ackerflächen, die für das regionale Gewerbegebiet „Benzäcker“ verwendet werden sollen. Rechts ist die Autobahnauffahrt zu erkennen.&x21e5; Foto: Helmut Pangerl

Die Regionalversammlung setzt ein Verfahren für die Ausweisung der „Benzäcker“ in Gang. Bürgermeister Boris Seitz lobt das Projekt und den Standort.

Der erste Schritt ist getan: Die Regionalversammlung hat ein Verfahren eingeleitet, an dessen Ende möglicherweise die Ausweisung eines regionalen Gewerbeschwerpunktes auf Mundelsheimer Gemarkung stehen könnte. Das beschlossen die Regionalräte bei ihrer Sitzung an diesem Dienstag in Stuttgart mehrheitlich. Jetzt muss sich zeigen, ob das erste Hindernis aus dem Weg geräumt werden kann. Denn das Gelände, auf dem die Region Unternehmen ansiedeln möchte, ist im Regionalplan noch als Grünzug ausgewiesen und müsste umgewidmet werden.

Immer wieder hatte es Thomas Kiwitt, Chefplaner der Region Stuttgart, in den vergangenen Jahren betont: Die Region braucht entlang der Autobahnen gewerbliche Bauflächen. Mehreer Standorte wurden ausgewiesen, darunter nahe der Autobahnausfahrt Besigheim/Mundelsheim und bei Pleidelsheim. Nirgendwo kam es bisher zu konkreten Planungen.

Bei den Haushaltsberatungen des vergangenen Jahres hatte die Fraktion der Freien Wähler schließlich die Ausweisung des Gewerbeschwerpunktes „Benzäcker“ in Mundelsheim beantragt. Das 20 Hektar große Gelände liegt oberhalb der Zufahrt nach Mundelsheim an der Straße zur Autobahn.

Offene Türen

In der Mundelsheimer Verwaltung hatten die Freie Wähler damit offene Türen eingerannt. Auf der Suche nach Partnern hatte sich die kleine Neckargemeinde, wie berichtet, an die Kommunen des Zweckverbandes Ottmarsheimer Höhe gewandt (Besigheim, Gemmrigheim, Neckarwestheim, Hessigheim und Walheim). Die wiederum hatten ihre Bereitschaft erklärt, bei dem Projekt mitzumachen. Dazu wollen sie einen weiteren Zweckverband gründen.

Boris Seitz, Bürgermeister von Mundelsheim, dürfte die Entscheidung der Regionalversammlung besonders freuen. Im Mundelsheimer Gemeinderat hatte er zuvor bereits die Idee des neuen Gewerbegebietes in den schönsten Farben dargestellt. Ein großer Vorteil des Areals sei die verkehrsgünstige Lage direkt an der Autobahn 81. Es sei damit zu rechnen, dass der überwiegende Verkehr auf der Autobahn stattfinde und die Umlandkommunen nur in geringem Umfang belastet würden.

Hilfreich sei auch, dass die Landesstraße 1115 in Richtung Backnang zur Bundesstraße 328 hochgestuft werden solle und es dazu einen parallel verlaufenden Radweg gebe. Ein weiteres Plus sei, dass die Topografie mit einer Steigung von nur sechs Prozent überaus günstig sei und bereits wichtige Zuleitungen wie Glasfaserkabel und eine Bodenseewasserleitung am Gebiet lägen.

Das Vorhaben der Region ist nicht unumstritten, vor allem aus Sicht von Umwelt- und Naturschützern. Ihnen versuchte Seitz den Wind aus den Segeln zu nehmen: Das Gewann „Benzäcker“ bestehe nur aus Ackerland. Es liege in keinem Landschaftsschutzgebiet, Wein- oder Obstbau seien nicht betroffen. Da zudem auf der benachbarten Ottmarsheimer Höhe 13 Hektar gewerbsmäßiger Nutzung in einen regionalen Grünzug zurückgewandelt werden, würden in der Summe nur sieben Hektar Land neu versiegelt.

Qualifizierte Arbeitsplätze

Der Bürgermeister versprach, sich für Firmen mit zukunftsträchtigen und qualifizierten Arbeitsplätzen stark zu machen. „Ein Warenzentrallager oder ein reines Logistikunternehmen wollen wir in Mundelsheim nicht“, betonte er. Die kleine Obstplantage solle erhalten und zur Ruhezone ausgebaut werden, damit Beschäftigte dort in der Natur ihre Mittagspause machen könnten. Finanziert werden soll das Projekt mit dem Namen „Gewerbe- und Innovationspark Mundelsheim“ über die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung, die Dauer ist auf zehn Jahre angelegt. „Dadurch wird der kommunale Haushalt nicht belastet“, sagte Seitz. Da das Gebiet zu 100 Prozent auf Mundelsheimer Gemarkung liege, werde Mundelsheim in dem neuen Zweckverband „den Hut aufhaben“, betonte Seitz.

 
 
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