Beratungsunternehmen führt in Kirchheim Projektanalysen durch Externer Blick auf zwei Großprojekte

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Die Schule auf dem Laiern soll saniert und erweitert werden. Bislang wurden zwölf Millionen Euro dafür veranschlagt. Drees & Sommer empfiehlt jedoch, eine Budgetreserve einzuplanen. ⇥ Foto: Helmut Pangerl

Das Stuttgarter Beratungsunternehmen Drees & Sommer führte für zwei Großprojekte der Gemeinde eine Projektanalyse durch. Das Büro empfiehlt dem Rat, Budgetreserven einzuplanen.

Ich habe viel gelernt“, sagt der Kirchheimer Gemeinderat Tobias Vogt nach dem ausführlichen Vortrag von Alexander Skopp in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Skopp ist Kostenplaner beim Beratungsunternehmen für den Bau- und Immobiliensektor, Drees & Sommer. Das Büro mit Hauptsitz in Stuttgart wurde Ende März vom Kirchheimer Gemeinderat mit einer Projektanalyse für die Sanierung und Erweiterung der Schule auf dem Laiern beauftragt. Doch nicht nur das Großprojekt Gemeinschaftsschule, für das rund zwölf Millionen Euro eingeplant waren (die BZ berichtete), wurde vom Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft. Auch die Sanierung und Erweiterung der Gemeindehalle mit Kindergarten – dieses Projekt wurde vom beauftragten Architekten mit 11,14 Millionen Euro angesetzt.

Zusammengefasst legt Skopp dem Kirchheimer Rat ans Herz, für beide Großprojekte Reserven einzuplanen. Gerade bei Sanierungen sei die Gefahr latent, dass zusätzliche Kosten entstehen könnten, etwa durch unerwartete Schäden der Bausubstanz. Als Beispiel nennt Skopp im Bezug auf die Gemeindehalle die Decke über dem Lehrschwimmbad, die möglicherweise wegen der Verdampfung Risse haben könnte. Zur Deckelung von unvorhergesehenen Risiken empfiehlt das beauftragte externe Unternehmen ein Zusatzbudget von zehn Prozent bei Sanierungsprojekten sowie fünf Prozent bei Neubaumaßnahmen.

Konkret heißt das bei der Schule auf dem Laiern ein Projektbudget von knapp 14 Millionen – davon rund 9,4 für die Erweiterung und 4,4 für die Sanierung – und bei der Gemeindehalle rund 15,35 Millionen Euro zu definieren. „Das sind zwei Mega-Projekte und es ist unglücklich, dass beide parallel laufen“, so Kirchheims Schultes Uwe Seibold. Und doch: „Irgendwann bricht uns die Gemeindehalle weg und sie ist das Herz des Gemeindelebens. Wir können nicht darauf verzichten.“ Ebenso sei auch die Dringlichkeit bei der Schulerweiterung gegeben.

Letztendlich stimmte der Rat bei beiden Projekten einer Projektreserve zu. Ebenso beauftragte der Kirchheimer Rat das Unternehmen Drees & Sommer, eine externe Projektsteuerung und -leitung beim Schulprojekt zu übernehmen. Die Monatspauschale beträgt dabei 15 000 Euro. Auch das Projekt Gemeindehalle soll weiterhin vom externen Stuttgarter Büro betreut werden. Unter anderem aufgrund der Synergien aus dem Projekt Schule auf dem Laiern bietet das Unternehmen einen Nachlass an, sodass für die viermonatige Projektoptimierung etwa 42 000 Euro anfallen, erklärt Seibold. Die erste Planungsphase der Gemeindehalle beginnt im Juli und dauert etwa drei Monate. Dann erfolge der Baubeschluss sowie das Einreichen des Bauantrags Ende November. Der Baubeginn könnte somit frühestens im März nächsten Jahres erfolgen und die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme im Oktober 2022. Ob Drees & Sommer auch bei der Gemeindehalle, wie bereits beim Schulprojekt, eine externe Projektsteuerung übernimmt, wird der Gemeinderat noch entscheiden.

 
 
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