Umgekipptes Müllauto in Sachsenheim Bergung dauert einen Tag

Von Oliver Bürkle und Mathias Schmid
Als das Müllauto aufgestellt war, war schon mehr als die Hälfte des Tages vorüber.⇥ Foto: Oliver Bürkle

Unter großem Aufwand hat eine Spezialfirma am Freitag über viele Stunden das Fahrzeug geborgen, das am Mittwoch in Kleinsachsenheim eine Böschung hinuntergerutscht war.

Es dauerte den ganzen Freitag, doch kurz vor der Abenddämmerung stand das Müllauto, das in Kleinsachsenheim eine Böschung hinuntergekippt war, dann wieder auf seinen Rädern auf einer asphaltierten Straße.

Bereits morgens, gegen acht Uhr, war die Spezialfirma aus Karlsruhe am Werk und bereitete den Bereich rund um das Müllauto für den Abtransport vor. Auch zwei Vertreter der Berufsgenossenschaft (BG), die für den Entsorger Alba zuständig ist, waren vor Ort, um sich ein Bild vom Unfallhergang zu machen. Zwei große Raupenbagger hoben das Fahrzeug zunächst auf einer Seite an, die Arbeiter gruben daraufhin die Erde darunter etwas ab. Das brachte die BG-Vertreter unerwartet auf den Plan. Die Fachleute monierten fehlende Arbeitssicherung. Als der Einsatzleiter der Firma die Arbeiten dennoch fortsetzte, riefen sie die Polizei, die den Vorfall aufnahm. Laut Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums klären die beteiligten Parteien die Angelegenheit aber nun unter sich.

Fahrerhaus beschädigt

Als die Bagger das 25 Tonnen schwere Fahrzeug schließlich wieder auf die Räder stellten, war es bereits 13.30 Uhr. Die Seite, auf die das Müllauto gekippt war, war dem Augenschein nach nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden: eine kaputte Windschutzscheibe, ein zerdrückter Außenspiegel und eine große Delle am Fahrerhaus waren zu erkennen.

Doch mit dem Aufstellen war die Arbeit noch nicht getan. Denn nun musste das Gefährt des Entsorgers Alba noch mehrere Hundert Meter durch die mittlerweile aufgetaute Erde gezogen werden. Ein Bagger zog vorne mithilfe einer Traverse, der andere versuchte hinterherfahrend das Müllauto in die Richtige Richtung zu lenken. Kein leichtes Unterfangen, wie sich herausstellen sollte: Immer wieder musste angehalten werden, unter anderem weil die Hinterachse des Müllautos blockierte.

Als die Wiese unter der Feldweg endlich breit genug war, drehten die Bagger das Fahrzeug. Das finale Stück übernahm dann ein Seilwindenfahrzeug. Auch hier wurde es noch mal spannend: Die letzten Meter die Böschung hinauf musste einer der Bagger verhindern, dass das Fahrzeug erneut kippt. Um 15.47 war es endlich geschafft: Das Müllauto stand wieder komplett auf sicherem Untergrund. Abtransportiert wird es wohl erst am Montag.

Während der Bergung fand sich auch immer wieder eine größere zweistellige Zahl von Zuschauern ein. Vor allem für Familien mit Kindern war es ein Erlebnis. Von Ortskennern war auch zu hören, dass die schmale Straße unterhalb Kleinsachsenheims von der Alten Großsachsenheimer Straße in Richtung Rathaus nicht die übliche Route für das Müllfahrzeug, das in diesem Bereich nur wenige Tonnen abzuholen hat, sei. Eventuell habe dies mit der Umstellung des Müllentsorgers zu tun. Nun wird sich wohl aber so schnell kein Müllauto mehr in diese Straße verirren.

 
 
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