Besigheim Brücken-Baubeginn vor 2030?

Von Jürgen Kunz
Brückensperrung für den Kfz-Verkehr: Anfang September sollen die Ergebnisse der Sicherheitsüberprüfung vorliegen. Foto: /Oliver Bürkle

RPS hatte zu einem runden Tisch zur Besigheimer Neckarbrücke eingeladen.

„Wir werden alles dafür tun, um gemeinsam eine Planungsbeschleunigung und einen früheren Baubeginn vor 2030 hinzubekommen“, erklärte Regierungspräsidentin Susanne Bay, die am Montag zu einem kurzfristig einberufenen Runden Tisch Vertreter aus Politik und Verwaltung eingeladen hatte. Im direkten Austausch ging es um die Neckarbrücke (Wehr- und Kanalbrücke) in Besigheim, die zurzeit für den gesamten Verkehr gesperrt ist (die BZ berichtete).

In ihrer Einführung betonte die Regierungspräsidentin, dass es alle Beteiligten brauche, die beim komplexen Ersatzneubau der Wehr- und Kanalbrücke in Besigheim involviert sind: Das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) für die Planung des Ersatzneubaus und als Eigentümerin von zwei Brückenteilen, das Landratsamt (LRA) Ludwigsburg für das Verkehrskonzept und die Unterhaltung der Brücke, das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) als Eigentümerin des Brückenteils oberhalb des Wasserkraftwerks, die Neckar AG und die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) als Baulastträgerin und Betreiberin des Wasserkraftwerks sowie die Anrainerkommunen.

„Situation ist sehr angespannt“

Zur Brückensperrung aus Sicherheitsgründen sagte Bay, dass die Belastung in der Region drastisch zugenommen habe: „Die Situation ist sehr angespannt, die Menschen sind verärgert. Das ist uns allen bewusst.“ Die Entscheidung dazu hätten sich alle Beteiligten nicht leicht gemacht, sagte Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU), aber man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung: „Hierbei werden wir auch innovative und kreative Ansätze verfolgen, um einen Ersatzneubau der Brücken so schnell wie möglich umzusetzen“, so Razavi.

„Uns ist es wichtig, so schnell wie möglich für Entlastung in der Region zu sorgen“, sagte Landrat Dietmar Allgaier. Das Landratsamt Ludwigsburg seit derzeit dabei, die Buslinien sowie die Schülerbeförderung rechtzeitig zum neuen Schuljahr an die aktuelle Verkehrssituation anzupassen. Darüber hinaus würden verschiedene Maßnahmen geprüft, um den Umleitungsverkehr bestmöglich zu entlasten, beispielsweise durch eine Optimierung der Ampelschaltungen.

Kirchheim ist das Nadelöhr

Das Nadelöhr befindet sich in Kirchheim, sagte Besigheims Bürgermeister Dr. Florian Bargmann für die Bürgermeister der betroffenen Kommunen. Die Lichtsignalanlagen an der B 27 seien nicht für das heutige Verkehrsaufkommen ausgelegt. Bereits wenige Tage nach der Sperrung bildeten sich zu den Hauptverkehrszeiten sehr lange Rückstaus mit langen Wartezeiten. Hinzu kommen erhebliche Belastungen für den innerörtlichen Verkehr, den Schülerverkehr, Unternehmen sowie die Notfallversorgung der gesamten Raumschaft.

„Ein Baustart 2030 ist deutlich zu spät. Wir setzen darauf, dass alle Beteiligten ihr mögliches tun, um früher und schneller ins Ziel zu kommen und auch etwaige Mehrkosten durch innovative Bauweisen vom Baulastträger zugesagt werden“, so Bargmann. Die Abgeordneten Tobias Vogt und Tayfun Tok betonten: „Es braucht einen früheren Baubeginn und eine kürzere Bauzeit. Ein Baubeginn in 2030 und eine Fertigstellung in 2033 ist nicht hinnehmbar.“

Ergebnisse der Sicherheitsüberprüfung sollen Anfang September vorliegen

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA)
untersucht, wie stark die vom Brückenmonitoring detektierten Brüche die Sicherheit der Brücke beeinträchtigen und ob eine Öffnung für den Pkw-Verkehr wieder möglich ist (die BZ berichtete). Die Ergebnisse sollen Anfang September vorliegen. Ziel aller Beteiligten ist es, Fahrzeugen bis 2,8 Tonnen wieder zu ermöglichen, die Brücke zu befahren, wenn die Verkehrssicherheit es zulässt. Um schwerere Fahrzeuge an der Überfahrt zu hindern, braucht es eine Höhenkontrolle. Ein Angebot für die Höhenkontrolle liegt dem LRA Ludwigsburg bereits vor. Die Beteiligten des runden Tischs verständigten sich darauf, diese bereits zu beauftragen und aufzubauen, damit sie schon einsatzbereit sind, falls die Brücke wieder geöffnet werden kann. Um die Verkehrssicherheit in diesem Fall auch weiterhin zu gewährleisten, bleibt die Neckarbrücke durch das installierte Monitoring rund um die Uhr überwacht.

 
 
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