Besigheim „Der Verein bedarf eines Neustarts“

Von Jürgen Kunz
Der neue Vorstand des MCB, der zunächst für ein Jahr im Amt ist (von links): Markus Koppe, Melanie Schweiger, Daniel Christen (Vorsitzender), Dean Koppe und Simon Kobar. Foto: /Oliver Bürkle

Daniel Christen ist der neue Vorsitzende des MCB. Nachdem im Frühjahr finanzielle Probleme öffentlich wurden, will er mit seinem Team belastbare Strukturen aufbauen.

Seit etwa 20 Jahren organisiert das Marketing Concept Besigheim (MCB) Weihnachtsmarkt, Ostermarkt und andere Veranstaltungen mit teils hoher Publikumsresonanz in der Stadt. Im Frühjahr geriet der Stadtmarketingverein in finanzielle Schieflage. Durch ein zinsloses Darlehen von 30.000 Euro vom zweiten Vorsitzenden Bürgermeister Florian Bargmann konnte der MCB seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen (die BZ berichtete). Jetzt soll ein Neuanfang kommen.

MCB hat 51 Mitglieder

51 Mitglieder hat der MCB, 15 haben am Montag bei der Hauptversammlung einen neuen Vorstand gewählt. An der Spitze steht nun der 27 Jahre alte Daniel Christen, der in der Besigheimer Altstadt wohnt, kommunalpolitisch engagiert ist und unter anderem den Stadtflohmarkt mitorganisiert. Seine Stellvertreterin ist Melanie Schweiker (Inhaberin der beiden Barfuß-Schuläden an der Enzbrücke). Zum Schatzmeister wurde Simon Kobar gewählt, Beisitzer sind Dean Koppe (Inhaber des Restaurants Hirsch) und Markus Koppe (Pächter der Stadthalle Alte Kelter).

Es habe bereits einen Abgesang auf den MCB gegeben, sagt Daniel Christen im Gespräch mit der BZ: „Es kann aber nicht sein, dass ein solch wertvolles Konstrukt verschwindet.“ In den letzten Monaten getroffene Entscheidung hätten zu einer Erosion des Vertrauens der eigenen Mitglieder geführt und den Verein letztendlich in eine finanziell herausfordernde Situation gestürzt, benannte Christen in seinem Antrag zur Hauptversammlung die Probleme: Gründe der Krise seien, der „wenig nachvollziehbar Modus der Entscheidungsfindung innerhalb des Vorstand, eine Unklarheit in den Zielen des Vereins und die fehlende strategische Ausrichtung des Vereins“.

Bewusst eine Ein-Jahres-Frist

Bewusst hat die Hauptversammlung auf Vorschlag von Christen, dem neuen Interimsvorstand ein Jahr gegeben, um neue, belastbare Strukturen im MCB zu entwickeln und die finanzielle Situation des Vereins zu klären. Weiterhin soll ein transparentes Instrument der Entscheidungsfindung etabliert werden. Um Vertrauen wiederherzustellen und richtungsweisende Entscheidungen mit den Mitgliedern abzustimmen, soll es alle drei Monate eine Mitgliederversammlung geben. „Der Wechsel soll zeigen, dass strukturiert gearbeitet wird“, ergänzt Christen gegenüber der BZ.

„Keine weiteren Verpflichtungen“

„Der Verein braucht einen Neustart, bei dem auch die Kommunalpolitik eingebunden ist“, so der neue MCB-Vorsitzende. Gemeinsam habe man festgestellt, es müsse eine Weiterentwicklung des MCB geben, denn schließlich „sorgen die Aktiven des MCB dafür, dass in Besigheim viel bewegt wird.“

Nach der Einschätzung von Christen, habe es bisher „keinen klassischen Kassenbericht gegeben“. Der nun legitimierte Vorstand wird jetzt die Unterlagen prüfen. Viele Mittel seien abgeflossen für das Weihnachtswunderland und die Besigheim Card. „Im Augenblick gibt es keine weiteren Verpflichtungen nach außen“, betont Christen. „Wir werden Antworten liefern, wie wir das Geld zurückzahlen“, verspricht der MCB-Vorsitzende mit Blick auf das private Darlehen von Bargmann.

BM verzichtet auf Funktion

Bei der Hauptversammlung hat Bargmann auf das Amt des zweiten Vorsitzenden verzichtet, das traditionell dem Besigheimer Bürgermeister beim MCB zustand. „Aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahren hat er auf diese Funktion verzichtet“, erklärt Christen. Beratend werde er weiter zur Verfügung stehen, er sei aber entbunden vom aktiven Geschäftsbereich. Die Einschätzung für die Zukunft des Vereins ist für Christen eindeutig: Strukturell wird das im MCB gelebte Modell, welches den Vorstand gleichzeitig in der Führung der alltäglichen Geschäfte sieht, mittelfristig nicht haltbar sein. Der Anspruch an professionell organisierte Veranstaltungen und durchdachte Konzepte zum Stadtmarketing ließen es nicht zu, dass Selbstständige nebenbei diese Aufgaben erledigen. Es brauche eine Professionalisierung der Vereinsstrukturen, das bedeute, es werde in Zukunft mindestens eine hauptamtliche Stelle brauchen.

„Bei der Anzahl der Events müssen die Altstadtbewohner als relevante Gruppe einbezogen werden“, ist ein Ansatz für Christen bei der Veranstaltungsplanung. Für ihn hat es aber auch Vorteile, wenn die Profiteure der Veranstaltungen aktiv mitarbeiten.

 
 
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